Schlagwort-Archiv: Gedanken

Ring Of Fire

Seit ich gestern wach geworden bin, brennt mein Schwanz. Wenn ich genau hinsehe, erkenne ich einen roten, etwa 1 cm breiten Ring, der sich im oberen Drittel gleichmäßig um den Beidl windet. Ich kann mir nicht denken, warum. Weder war ich vor Kurzem in eine geschlechtskranke Fickerei verwickelt, noch war ich grillen oder ähnliches (ich denke da an meine Jugend, wo ich mir fast den Schwanz verkohlt hätte, als wir nackt und völlig zugedröhnt um ein Feuer in einer verlassenen Lagerhalle gehüpft sind). Ich bin auch schon auf den Gedanken gekommen, dass es eventuell mit der linken zweiten Zehe zu tun hat, von der ich in Costa Rica das äußerste Glied verloren habe… aber gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen Zehe und Penis? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Ich aas zum Trost im Kaufhaus (eine Hand zum Kratzen stets in der Hosentasche):

1 Teller “Faschierte Laberl Mykonos” (lächerlich)

Ring of Fire

Volver, verfickte Paloma, volver!

Und doch verbinden uns viele Dinge. Nicht nur die gegenseitige Missgunst und der unaussprechliche Hass aufeinander, sondern auch, ja, auch die Musik. Genauer gesagt, die Mariachimusik. Der Krawutzikrautkopf verwendet sie zwar zum Quälen seiner armen Nachbarn – die ihm nun wirklich gar nichts getan haben – , für mich jedoch ist sie – ich kann es ruhig sagen – Lebenszweck. In guten wie in schlechten Zeiten heilt mich die Musik der Mariachis von allen bösen wie guten Gedanken. Und das war schon immer so.
Deswegen möchte ich euch zwei meiner Lieblingslieder vorstellen.

Zunächst hätten wir da den Mariachi-Klassiker schlechthin: Cucurrucucu Paloma. Einem Täubchen gleich besingt hier der arme Pedro Infante die Frau seiner Träume. Welche Frau wünscht sich nicht so einen Mann? Auch wenn sie noch so hässlich ist?


 

Und nun kommen wir zu einem Mariachi-Song, der mir aus der Seele spricht. Ein Alkoholiker, der völlig besoffen besseren Zeiten und seiner Frau nachjammert. “Volver, volver“, was soviel bedeutet wie “Komm’ zurück, komm’ zurück”. Der legendäre Vicente Fernandez!


 

Dazu muss man nichts mehr sagen. Ich aas laut mitsingend:
1 Apfel
1 EKG

Volver paloma!

Panierte Hormone

Gestern wach’ ich auf und meine ersten Gedanken gelten einer außerirdischen Welt, auf der es zwei Geschlechter gibt. Das eine Geschlecht denkt ständig an Fortpflanzung, ja ist geradezu besessen davon, und das andere ist aber sowas von vollkommen desinteressiert daran… was muss das wohl für eine grausame, chaotische Welt sein? Die Nerven müssen blank liegen, Missverständnisse am laufenden Band, Hass und Verzweiflung – es muss die Hölle sein!
Aber eigentlich… wenn ich an die letzten Wochen denke, lebe ich in genau dieser Hölle.

Ich rede mit der Nachbarin darüber – in der Hoffnung, zumindest aus Mitleid zum Schuss zu kommen. Wie üblich wechselt sie das Thema und sagt:
“Mach’ mir ein Kompliment.”
Mir fällt nichts besseres ein:
“Ich zieh’ noch immer meine Wampe ein, wenn du mich anschaust.”
Das gefällt ihr.

Mein Verhältnis zum Schnitzel ist da viel einfacher. Es liegt vor mir, ich lächle es an und es will nur eines: von mir vernascht werden. So einfach und hat auch Hormone drin.

 

Ne, mein’ Quitte Spaß.

Hab’ heut’ nichts gegessen. Keinen Bock drauf. Heute ist bei mir Bluestag.
Hänge schon seit dem Morgen wehmütigen Gedanken nach, trink’ ein Bier nach dem anderen, höre Singer-Songwriter mit ihrer krächzenden Stimme, Gitarre, Mundharmonika… und dazwischen:  ne me quitte pas…
Finde keine Ruhe, bewege mich im Kreis, einfach keine Ruhe im Gehirn. Denken, denken, denken… wohin soll das führen?
Langsam wird’s besser. Habe mir grad’ ein paar wilde Joints reingezogen… bessert zwar nicht die Stimmung, aber das Denken führt in andere Richtungen, in angenehmere.

Ich aas:
1 Bier. Oder viele.

 

Gourmet im Erbrechen oder das Anti-Gourmetblog

Gestern ergab sich im Kommentarbereich eine künstlerisch hochwertige Diskussion. Über Fotos, über Kunst, über wasweißichnoch. Das Hinundher des Gespräches und die dadurch neu enstandenen Sichtweisen und Weltbilder ergriffen die realen, aber meist imaginären, Beteiligten dermaßen, dass sie beeinflusst davon neue Kunstwerke erschufen (erschaffen mussten!). Das Opus magnum des (realen) Johannes findest du hier, äh… Johannes (ich weiß nicht, warum ich das überhaupt schreibe, denn du bist ohnehin der einzige Leser, Johannes): “Was ist Kunst“.

Auch ich hatte eine schlaflose Nacht, träumte von Kunst und Nichtkunst, von Fotos, die alle unscharf sein sollten. Inspiriert durch diesen nächtlichen Horrortrip leiste nun ich, der geistesgestörte Autor mit der gespaltenen Persönlichkeit, meinen Beitrag: eine Fotoinstallation, die den Leib und Seele dieses Misthaufenblogs repräsentiert.

Worum geht es eigentlich hier?
“Das Manifest des Erbrechens” ist und bleibt ein Gourmetblog der Sonderklasse – mit Bildungsauftrag. Das Blog sieht sich als Gegenpol zu allen anderen Internettagebüchern dieser Art. Der Autor Augustin Matla distanziert sich vollständig und ewiglich von jeglicher Form des gastrophilen Fetischismus. Für ihn bedeutet Nahrungsaufnahme bloß die Erfüllung eines menschlichen Zwanges, einer körperlichen Notwendigkeit. Jegliches Drumherum ist umsonst. Alles Handeln, welches die Nahrungsaufnahme verkompliziert, hinauszögert, den Sinn der Tätigkeit ansich verändert, ist irrelevant und Zeitverschwendung. (Eigenständiges) Kochen, Geschmack, Farbe, Form, Gäste, Dekor, Gedanken und Bücher zum Thema, all das ist im Sinne Matlas Manifests sinnlos und zweckentfremdend.

Um nun näher auf meinen künstlerischen Beitrag einzugehen, möchte ich vorausschicken, dass ich nicht auf Essen “scheiße”. Weder im wörtlichen, noch im übertragenen Sinne. Wir alle können hier glücklich sein, essen zu können. Meist wann, wo und wie viel wir wollen. Dafür danke ich dir, Superman.
Dennoch beschäftigt sich das nun vorgestellte Werk mit Essen und Scheiße. Diese Fotoinstallation trägt den Titel: Gourmet im Erbrechen (klicke auf den Link, um es zu sehen)

Warum sieht die Semmel so beschissen aus?
Neben dem eigentlichen Ziele der Nahrungsaufnahme, nämlich Erreichung von Sattheit bzw. Vermeidung des Verhungerns, gibt es noch ein nicht gänzlich außer Acht zu lassendes Nebenprodukt: die Scheiße. Das Werk “Gourmet im Erbrechen” verdeutlicht das. Essen bringt Sattheit und Scheiße. Da die Nahrung an sich vor der Scheiße kommt, liegt auch die Scheiße zu oberst. Doch Vorsicht: im Werk wurde nicht der Lauf der Zeit umgekehrt, und es wurde auch nicht aus Scheiße eine Wurstsemmel gebastelt, nein, hier stammt die Scheiße von Nahrung, die einen Tag zuvor verspeist wurde! Auch das mit Absicht: der Künstler will damit zum Ausdruck bringen, dass einem stets bewusst sein sollte, dass auch die Nahrung, die man heute, morgen oder irgendwann aufnimmt, doch wieder nur Sattheit und Scheiße erzeugen wird.
Das
ist der Inhalt im Manifest des Erbrechens.

Ich aas:
1 Semmel mit Pikantwurst, Edamer und Gurkerl – und es wird wieder Scheiße werden

 

Der Weg des Mannes

Jetzt weiß ich, was hier los ist! HAHAAAA! Die Nachbarin ist schuld an meinen Rückenproblemen! JAWOLL! So schaut’s aus!
Gestern habe ich mir so meine Gedanken gemacht: warum der Rücken? Wo kommt das her? War ja früher nie ein Thema. Was hat sich geändert? Oder werde ich wirklich schon alt? Und als ich da gestern so nachdenklich, mit gefurchter Stirn, am Clo von der Nachbarin hockte, um zu pissen, da kam es mir: ich sitze beim Pissen! Das ist neu! Das hat sich geändert! Das ist unnatürlich! Die Nachbarin hatte es mir befohlen: auf ihrem Clo darf Mann nur im Sitzen pinkeln, denn – ich zitiere: “Ich habe keine Lust auf ein Scheißhaus, das von der Decke bis zum Boden voll mit Urinflecken, -spritzern, -tropfen ist, nur weil du deinen Schwanz wie ein Lassowerfer ausschütteln musst!” Gequält erhob ich mich von der Closchüssel, mit krachendem Rücken, und schwor mir: nie wieder Sitzpinkeln!  Der Nachbarin würde ich es jetzt geben! Na warte! Und mit den Feuchttüchern musste nun auch Schluss sein!
Wütend stampfte ich rüber ins Wohnzimmer, wo die Nachbarin… in ihrem Fauteuil mit offenem Bademantel und nassen Haaren hing…
“Was hast du, Baby?”, fragte sie mich und drehte mit dem Zeigefinger ihre Schamhaare ein.
“Ich… äh…”
“Na, was denn?”
“Mañana, Baby, mañana”, fiel mir nur ein und vergaß alles in ihrem Schoß.

Ich aas:
1 Kübel Wurstsalat – ich werde jetzt alles nur mehr in Kübeln kaufen – ist viel praktischer.

Auch nun zu nichts nutze

“Sie müssen das tun, Matla!”
“Aber mich interessiert das nicht.”
“Ihr Blog war doch sehr erfolgreich. Hatten Sie nicht einmal sehr viele Stammleser?”
“Ja, aber ich hasse sie. Und den Misthaufenblog hasse ich auch.”
“Als ‘literarisch hochwertig’ wurde er doch auch einmal bewertet, haben Sie mir erzählt, Matla.”
“Ja und? Scheiß der Hund drauf. Ich mache mir nichts aus Kunst und Literatur.”
“Wie gesagt: sie müssen das tun”, sprach der Psychiater.

Ich hab’s aufgegeben, den Widerstand, und schreib’ jetzt dann wieder. Nach meiner mehrwöchigen – sagen wir mal – “Abwesenheit” wegen des Problems mit – sagen wir mal – “König Minos und seinem Labyrinth”, sind nun meine ersten geschriebenen Worte – in Gedanken verfluche ich dich ohnehin seit jeher – an dich, den nichtsnutzigen Leser:
Steck dir den Finger in den Arsch und schau mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

Ich aas:
EKG

 

Dein solipsistischer Weltenbauer spricht.

Mein Herrschaftsanspruch über das Universum wird allgemein von meinem Leser akzeptiert – wie könnte es auch anders sein, denn auch er ist nur durch mich.
Doch wird das Fehlen an Perfektion in dieser deiner durch mich erschaffenen Welt bemängelt. Da heißt es in den Kommentaren: “Mach dein Universum zu einem schönen Ort!” und “ja! es ist beschissen hier!“. Leute! Mein Universum, in dem ihr existieren dürft, ist perfekt! Ihr wollt es nur nicht erkennen!
Schau: dort wo Licht ist, kann Schatten sein. Aber wo kein Licht ist, ist auch kein Schatten. Und wo Schatten ist, muss auch Licht sein, obwohl Licht ohne Schatten durchaus sein kann. Denn wo kein Schatten ist, kann entweder nur Licht sein, oder es ist nichts.
Das bedeutet: Licht ist der Anfang, Schatten ist eine Folge. Aber nur eine mögliche. Und ich bin das Licht und du bist eigentlich ein Lichtstrahl meiner gebährenden Gedanken. Aber als du jung warst, wolltest du nicht bloß ein Strahl meiner göttlichen Herrlichkeit sein – und immer nur strahlen und strahlen. Du wolltest herausfinden, was es sonst noch gibt auf dieser Welt. Du wolltest dich selbst kennenlernen und erkennen. So bist du gegenständlich geworden und wirfst nun Schatten. Doch keine Angst! Mein Licht wird immer auf dich strahlen. Und du hast die Wahl. Wende dich mir, deinem Gott, ins Lichte zu oder versinke im Schatten. Verstehst du?
Schlussfolgerung also: wenn deine Welt schlecht ist, dann bist du selbst schuld. Und nicht ich.
Und jetzt bete mich wieder ohne zu denken an.

Ich aas:
1 Packung g’schmackigen Jausenkäse

Roter Faden vor der Zukunft

Jeden Monat lese ich zumindest zwei Bücher. Is’ so. Die letzten beiden Bücher waren wieder Sci-Fi-Zeugs. Ich muss sagen, mir gefiel diese Idee schon als Kind: in Raumschiffen von Galaxie zu Galaxie zu fetzen, die jetzt drohenden globalen Katastrophen existieren nicht mehr, Technik so fortgeschritten, so intelligent, dass sie sich von selbst weiterentwickelt.
Einen roten Faden kann man dabei fast überall entdecken. Bevor es mit der Menschheit bergaufgeht, gibt es einen Krieg, der sie beinahe auslöscht. Also, warum bringen wir es nicht einfach hinter uns und beginnen mit dem unausweichlichen, alles vernichtenden atomaren, biologischen oder genetischen Krieg?

Totale Auslöschung! Jetzt!

Ich hänge mit dystopischen Gedanken herum und aas:
1 Gustostange
1 Krapfen

PS: Himmel! Schon wieder kein Foto! Dabei war’s so gut!

Zur Erinnerung: Vom Tod

Schon seit frühester Kindheit denke ich über den Tod nach. Für mich als Kind waren diese Gedanken vielleicht zu schnell zur Hand, und als Jugendlicher sicher zu gefährlich, zu regelmäßig.
Mittlerweile ist Gevatter Tod wie eine alter Freund für mich. Einer, der sich immer meldet, wenn ich mal ein paar Stunden nicht an ihn gedacht habe. Einer, der zu Besuch kommt, unangemeldet, wenn ich es am wenigsten erwarte. Doch ist er auch ein treuer Tröster, der gerne und hartnäckig an meiner Seite weilt, wenn es mir einmal schlecht geht.
Ich kenne Leute, die ihr Leben lang nicht an den Tod dachten und jetzt, da sie langsam schlapp machen, mit diesem Gedanken nicht klar kommen. Ich frage sie dann ganz erstaunt, wie sie es geschafft haben, die ganzen Jahre zuvor nicht an den Tod zu denken. Wie geht das?
Ja, das ist mein Vorteil, meine Bruderschaft mit dem Tod.
Und wenn wir schon vom Tod reden, sollten wir auch das Sterben nicht vergessen. Zur Erinnerung: Vom Sterben

Ich aas:
1 Fitness-Weckerl (ja, heißt so – nicht Sportstange – ich hab mich erkundigt)
1 Krapfen