Flexid und durchgewoben

Kennt ihr die Typen, die bei Konzerten immer am Rand stehen und sich wie irre die Seele aus dem Leib tanzen? Die Nachbarin gehört zu ihnen.
Wir waren am Samstag im Flex beim Woven Hand Konzert. Während ich mir einen Becher Bier nach dem anderen reinlehrte, tanzte die Nachbarin als wäre sie vom Teufel besessen. Aber kein Wunder, sogar ich bin in Ekstase geraten und habe begonnen, mit der linken Fußspitze im Takt mitzuklopfen.
Ich mag Edwards schon seit den Zeiten von 16 Horsepower. Wie ein Prediger steht er auf der Bühne und beschwört seinen Gott mit grimmiger Miene, grimmiger Gestik und grimmiger Musik.
Davon kann mein Gehirn mindestens noch zwei Tage leben.

Brunnhilde. Mehr liebliche Vater-Sohn-Geschichten gibt es in meinem unveröffentlichten Bestseller „Berge, Bier und Runzeltitten“. Viel Spaß.

Ich aas:
1 Ding mit Allerhand
1 Teller Weintrauben

Flexid und durchgewoben

Umadumwärngln

Gestern gab es für den Leser ein Problem mit dem „wärngeln„. Kann sein, dass man dieses Wort nur auf dem einen Berg kennt, von dem ich runtergekommen bin. Um zu erklären, was dieses „wärngeln“ bedeutet, erzähle ich dir einfach, wie ich selbst dieses Wort kennengelernt habe.

Vor vielen, vielen Jahren, als Matla noch ein kleiner, verschissener Wichser (noch kleiner und verschissener als heute) war, trug es sich zu, dass eben dieser kleine, verschissene Matla an einem schönen Sonntag während eines kalten und viel zu frühen Herbst mit seinem Vater einen kleinen Ausflug machte. Tief drinnen im dunklen Wald, als ich schon dachte, Vater würde mich nun wie so oft zurücklassen, um meine Überlebensfähigkeit und damit Lebensberechtigung zu prüfen, zischte er plötzlich:
„Duck dich, Augustin!“
Wie der Blitz ging ich in die Hocke. Hätte ja sein können, dass Vater mit einem Faustschlag meine Reaktionsgeschwindigkeit testen wollte. Ja, ich war stets auf der Hut.
„Schau! Dort hinten ist ein wilder Eber“, flüsterte Vater und zog sein Riesenmesser aus der Scheide.
…Blablabla…
Der Eber raste auf uns zu, Vater sprang seelenruhig einen Schritt zur Seite und stach dem Eber das Messer in den Hals. Der Eber quietschte wie eine abgestochene Sau (sehr treffendes Bild) und mir spritzte etwas Blut in die Augen, aber das war ich gewohnt. Ja, wirklich.
Während Vater sich nun auf den Eber mit seinem ganzen Gewicht warf und das Messer immer tiefer in dessen Hals schob und es dabei herumdrehte, sagte er wie ein Religionslehrer, der eine nette Geschichte aus der Bibel vorlas:
„Siachstas, Matla? Und hiarztn mitn Messa umadumwärngln, wärngln, wärngln. Scheeeee umadumwärngln bis si de Wüdsau neamma riaht. Wärngln, wärngln, wärngln.“
Und er wärngelte, wärngelte und wärngelte, der Hals vom Eber war schon ganz aufgerissen und teilweise wie ein kleiner Springbrunnen.

So war das und ich aas:
1 Mohnflesserl mit gemischten Zutaten

Umadumwärngln

Im Stiegenhaus ist alles geklärt

Gott sei Dank! Eine große Welle, ja ein Tsunami der Erleichterung geht durch das ganze Land! Nein, was sage ich. Durch die ganze Welt! Wochenlang haben wir mitgefiebert, uns gefragt, wie dieses Spiel wohl ausgehen würde, wie sie sich entscheiden würden, wie es wohl weitergehen könnte. Was würden die Auswirkungen sein? Welche Konsequenzen würden sich daraus ergeben? Wochenlang war ich wie in einem Taumel, wusste weder ein noch aus, mein Weltbild drohte in tausend Stücke zu zerbrechen, die Nerven waren dem Reißen nahe!
Und nun. Alles entspannt sich. Sie haben sich entschieden. Und, wie ich finde, sie haben sich richtig entschieden: „Stairway to Heaven“ ist kein Plagiat. Led Zeppelin sind die größten. Von nun an kann das Leben wieder seinen Lauf nehmen. Auf Wiederhören.

Ich aas:
1 Mohnstriezerl mit EKG
1 Dose Red Bull (geschenkt bekommen)

Stiegenhaus in den Himmel

Der Polizeihund Pepi

Ich telefoniere ja gerne. Dabei bin ich dann immer so kreativ. Erfinde dämliche Alltagsgeschichten, Lügenmärchen. Gestern zum Beispiel. Da telefoniere ich gerade mit einem der üblichen Verdächtigen, als plötzlich vor dem offenen Fenster irgendein Hund wie irre zu bellen beginnt.
„Matla! Was ist da los bei dir? Hast du einen Hund?“
„Ja, in der Tat. Einen Chiwawa. Er heißt Pepi.“
„Echt? Klingt eher wie ein Rottweiler!“
„Nein, nein. Der Pepi hat eine gute Lunge. Der wurde als Kind immer so sehr von seinen anderen Geschwistern, die viel größer waren als er, gejagt. Und der Züchter wollte den Pepi eigentlich einer Glaserei verkaufen… weil die brauchen ja immer Leute mit guten Lungen… aber dann ist der Glaserer, gerade als er kommen wollte, den Pepi abzuholen, mit seinem Fahrrad vom 6er überfahren worden…. und da hat der Züchter, den ich ja gut kenne, weil ich bei seiner Frau immer den Christbaumschmuck kaufe, mir den Pepi geschenkt, weil er so gekränkt dreingeschaut hat. So als hätte er alles verstanden und würde verstehen, wie ungerecht das Leben manchmal sein kann. Ja, weißt du? Und jetzt sitzt der Pepi neben mir am Fenster und bellt unten den 6er an, der gerade vorbeifährt…“
„Was? Seit wann wohnst du dort?“
… Und so ging es dahin …

Eine Stunde später ruft mich ein Saufkumpan vom Brandinesa an. Gerade als ein Polizei und ein Rettungswagen mit Blaulicht am offenen Fenster vorbeisausen.
„Matla, hearst! Wos is los bei dia? Kummans scho? Kastelns di jetzt endlich ei?“
„Nein, nein. Weißt du. Vorher haben sie meinen Hund überfahren und jetzt jagt die Polizei den Täter…“
… und noch vieles mehr. Also du verstehst schon, was ich meine.

Ich aas:
1 Brot von Billa mit Wiener und Gouda und veränderlichen Gemüsegewichtsanteilen
1 Schachtel Schwedenbomben

Der Polizeihund Pepi

Gottes ADSler

Hm. Habe ein scheußliche Nacht hinter mir. Wenig Schlaf, beschissene Träume. Ein Freund, den ich seit unserer Zeit in der Jugendanstalt für Komatrinker kenne, sandte mir nämlich sein zweiundreißigseitiges Geschreibe. Mit dem Titel „GOTT“. Habe damit im Bett vor dem Schlafengehen begonnen… und das raubte mir den nächtlichen Frieden. Nie, wirklich nie, zuvor habe ich etwas gelesen, das derart kompromisslos ehrlich ist! Niemals!
Diese zweiunddreißig Seiten sind ein Gebet. Ein Gebet eines Mannes mit ADS. Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom. Ein Gebet an Gott. Ein Flehen an Gott! Bitten um Hilfestellung im täglichen Leben, bitten um Unterstützung in zwischenmenschlichen Belangen, bitten um Gnade, bitten um Verständnis! Noch nie durfte ich so tief in eine Seele blicken. Leiden par excellence. Eindrucksvoll!

Ich dachte ja immer, ADS sei ein mehr oder weniger eingebildetes Problem schlecht erzogener Kinder, von Zappelphilippen, mit denen die Eltern nicht fertig werden… das tut mir leid. Nun bin ich klüger.
Gott schuf den Menschen nach seinem Vorbild. Gott hat ADS.

Ich aas im Scheißhäuslrestaurant:
1 Teller … äh… ich glaube, es hieß „Fakju“-Menü oder so ähnlich

Gott hat ADS

 

Montagmorgengespräch

„Wir fahren jetzt in den dritten Bezirk.“, begann Dr. Sowieso, als wir im Auto saßen.
Ich antwortete nichts, denn ich war äußerst grantig drauf. Immerhin musste ich schon um 8 Uhr am Morgen in der weißen Anstalt sein und normalerweise stehe ich nicht vor 9 Uhr auf! Ich saß am Beifahrersitz und beschimpfte in Gedanken die Menschen, die so dumm waren und schon um diese Zeit auf der Straße herumirrten.
Um mich abzulenken, begann ich irgendwann unwillig ein typisches Montagmorgengespräch:
„Die Menschen sind eigentlich schon eine widerwärtige Spezies. Was da alles so ein Leben lang an Scheiße aus ihnen herausquillt. Ganze Häuser könnte man damit füllen. Ganze Städte! Stellen Sie sich das mal vor. Eine Stadt aus Scheiße! Wobei… wenn ich mich hier so umsehe… Wien ist eine Stadt aus Scheiße. Mit Menschen aus Scheiße. Die Scheiße wird nur von einem Ort zum andern geschaufelt. Vom Menschen heraus und in die Stadt hinein. Ein steter Fluß aus Scheiße… pure Scheiße… die Scheiße ist immer und überall…… besteht die Atemluft nicht auch schon aus Scheiße? Riechen tut sie jedenfalls danach. Soll ich mal das Fenster runterkurbeln? Damit die Scheiße hereinströmen kann? Damit wir ersaufen in Scheiße? Ertrunken in Scheiße! Was ist das für ein Tod? Ha! Aber was ist das auch für ein Leben? Ein Leben in Scheiße. Scheißleben! Ja, so kann man das nennen… und wofür leben wir? Um diese ganze Scheiße zu ertragen? Macht das Sinn? Ja! Wo ist da der Sinn? Wo ist der Sinn der Scheiße? Wenn wir da tagein tagaus in der Scheiße herumrennen… darin herumwühlen, uns darin laben. Was soll das? Ist das alles? Alles Scheiße?“
Nun wartete ich auf eine Reaktion von Dr. Sowieso, der ziemlich verbissen und finster am Steuer saß. Er blickte mich aus den Augenwinkeln an, sagte aber nichts. Ich wollte unser Gespräch nicht abreißen lassen, also fuhr ich fort:
„Ist ja egal. Eines steht fest: Scheiße ist es. Scheiße ist. Scheiße…“
Bis mir Dr. Sowieso endlich den Grund meines Mitkommens offenbarte.

Und das erzähle ich morgen.

Ich aas:
1 Mischmaschweckerl von Billa

Dr. Montag

Wischundweg

Also zum Thema Havariebeidl (Es ist zwar nicht „Morgen“, aber immerhin Dienstag)…
Viel schlimmer als das mit Blut vollgespritzte Badezimmer und die Blutlache im Bett, war der Verband! Dieser „professionelle“ Verband aus dem Krankenhaus! „Professionell“ unter Anführungszeichen, denn wie sich herausstellte, wurde mir der Verband von einem Menschen angelegt, der nicht in der Lage ist, praxisnah zu denken. Weil obwohl Linkshänder, wische ich mir den Arsch nämlich mit der rechten Hand ab. Und, wenn du dir das Bild noch einmal ansiehst, merkst du, wie dominant der rechte Daumen nun war. Und so brachte ich es nicht zustande, mir den Arsch mit weggestrecktem Daumen abzuwischen. Gleich beim ersten Anlauf hatten die Bandagen Bremsspuren… du wirst dir vielleicht denken: na, dann wisch dir den Arsch doch mit der linken Hand ab! Jaja, hast du das schon mal versucht? Ich schon! Da hast du, wenn du dich auf die wischende Hand konzentrierst, das Gefühl, als würdest du einem fremden den Arsch auswischen, und wenn du dich auf den Arsch konzentrierst, glaubst du, ein Fremder wischt dir den Arsch aus! Dementsprechend wechselte mein Gesichtsausdruck von angewidert zu überrascht!
Ich habe den Verband entfernt. Ich kann so nicht leben.

Ich aas:
1 Mohnweckerl

Wisch und weg

Arsch-Leben-Krise am Montag

Ja, Bob. Ist wohl wirklich so eine Arsch-Leben-Krise. Und es ist Montag. Alles geht mir auf den Keks und ich bin völlig am Boden zerschlagen. Habe mir am Wochenende den letzten Rest Verstand und Lebenswille mit Weinbrand weggesoffen. Jetzt stehe ich da… ohne Verstand… und ohne Lebenswille.

Darum rede ich heute nichts, sondern aas als Gegenmittel:

1 Sack mit Keks
1 Dose Flügelverleiher

Arsch-Leben-Krise

Rock-Credo – Teil I

Ja, mein Geschmack, was das Essen betrifft, ist Scheiße. Das weiß ich und ich gebe es auch zu. Ich esse nur die paar Sachen, die ich kenne und was ich nicht kenne… keine Ahnung. Ihr esst die besseren Sachen, manchmal komplizierter als notwendig, aber bitte. Jeder wie er will. Ich akzeptiere das. Denn jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein sehr toleranter Mensch bin und dass mir das, was ihr Wichser da draußen macht, schnurzegal ist.

Aber in einem Punkt hört sich der Spaß auf: bei der Rockmusik. Hier gibt es nur einen einzigen global gültigen guten Geschmack – und zwar meinen! Nur mein Rockmusikgeschmack ist richtig und gut, nämlich richtig gut, und darüber diskutiere ich nicht. Jeder, der etwas anderes glaubt, ist einer mit Kacke im Gehirn, der völlig fehlgeleitet durchs Leben eitert.
Ich meine, Menschen, die gänzlich ohne Musik zurechtkommen, die nie wirklich Musik hören, die gar keine Musik daheim haben, sind mir ohnehin äußerst suspekt… und Menschen, die keinen Rock wollen, naja, über die armen Irren brauchen wir gar kein Wort mehr verlieren.

Jeder, der das nicht akzeptiert, soll mir ein letztes „Leck mich am Arsch“ schreiben und sich für immer über die Häuser schmeißen!

Und morgen, ihr Jünger, spricht euer Rock-Gott ein bisserl detaillierter über unser Rock-Credo.

Ich aas:
2 Toastbrote mit Topfen
1 Haufen Oliven
2 Scherben Geheimratskäse

Das Rock-Credo-Essen

Rezept und Inzersdorfer Serviervorschlag für das „Matlasche Gute-Laune-Frühstücksbrot“

Das Leben ist wie eine Dose Inzersdorfer: wenn du dir nichts erwartest, kannst du nicht enttäuscht werden.

Heute möchte ich dir eines meiner Lieblingsrezepte verraten. Über Jahre hinweg habe ich in meinem Gourmettempel daran gearbeitet, daran gefeilt. An meinem Rezept für das „Matlasche Gute Laune Frühstücksbrot„! Hier sei es.

Rezept:
Man nehme eine Dose „Inzersdorfer Frühstücksfleisch“, erwarte sich nichts und öffne diese. Mit einem Messer hobele man nun kleine Scheibchen aus der Dose – ich weiß, ist nicht so einfach, aber nicht jeder ist als Inzersdorfer vom Himmel gefallen. Diese kleinen, süßen, saftigen, voll geilen Fleischscheibchen lege man nun langsam, mit konzentrierten Handbewegungen auf ein  zuvor bereitetes Stück Brot. Tipp: frisches Brot vom Bäcker nebenan schmeckt am besten (ist dies nicht möglich, aus finanziellen oder zeitlichen Gründen… altes letschertes Budget-Toastbrot tut’s auch). Nun nehme man eine Tube „Englischer Spezial Senf“ und kreise damit wie ein Adler seine Bahnen zieht über das gerade belegte Brot. Wichtig: Tube zuvor öffnen und nicht zu fest drücken… auch nicht zu leicht… es sei denn man ist stark. In diesem Falle sollte man so leicht wie möglich auf die Tube drücken. Am besten mit Daumen und Zeigefinger. Auf keinen Fall die Quetschfaust anwenden!

Empfohlene Beilagen:

  • Geheimratskäse
  • Kronprinz Rudolf Apfel

Serviervorschlag:
Das Matlasche Gute Laune Frühstücksbrot
(hier sieht der Englische Spezial Senf wie hingeschissen aus. Wie man das vermeiden kann? Siehe Adlermethode im Rezept)

Mahlzeit!

Ich aas:
1 Matlasches Gute Laune Frühstücksbrot
1 Kugel Geheimratskäse
1 Apfel Kronprinz Rudolf

Zutaten für das Matlasche Gute Laune Frühstücksbrot