Kalt auf Deutsch (Österreichisch)

War beim Billa. Im Hemd. Mann, wo soll das hinführen? Wie warm ist es? Zwanzig Grad?

Ich erinnere mich, damals nach dem Krieg, als ich noch ein Gschropp war, da haben wir uns schon zu Allerheiligen im Schnee die Füße in den Bauch gestanden, damals nach dem Krieg am Friedhof. Alle mit dem faden Aug‘ und einer Rotzglocke an der Nase… der Bart vom Opa war immer ein eitriger Eiszapfen, weil’s Rotz darauf eingefroren ist… und die Bärenfut am Plutzer, damals nach dem Krieg, am Friedhof. Sogar die Kerzerln wollten nicht recht brennen, damals… und das Zumpferl war auch kalt… man musste unauffällig die Hände einstecken, damit man es massieren kann, das Zumpferl, um Erfrierungen vorzubeugen… das arme Zumpferl, damals nach dem Krieg am Friedhof. Die Blasmusik war auch dabei… die konnten nur zwischen ihren Liedern die Zumpferl massieren… ’s muss gefroren gewesen sein, damals nach dem Krieg am Friedhof… und der Pfarrer? Der hatte kein Zumpferl, so dachte ich mir das damals am Friedhof, nach dem Krieg.

Ich aas:
1 Toastbrot mit Schinken
1 Käse
1 Paradeiser
1 Haufen Rehbemmerl, wie damals nach dem Krieg am Friedhof? Nein, Oliven!

Kalt auf Deutsch (Österreichisch)

Verstand in der Austrittsöffnung

Zur Zeit befindet sich mein kränklicher Verstand in einem gewaltigen Irrgarten.  Und ich kann die Suche nach ihm nicht einmal beginnen, weil ich in einem Sumpf aus dunklen Gedanken feststecke. Ich komme nicht vom Fleck. Fühle mich wie ein Stück Scheiße, das auf Grund nicht allzu starker Verstopfung im Arschloch feststeckt – irgendwas drückt mich zwar weiter, aber ich passe nicht durch!

Pech. Ich aas:
1 Paradeiser, der mich mit seinem allesdurchdringenden Auge ansieht, als wolle er mich in ein noch tieferes Loch ziehen

Aperol sieht rot

Den letzten Rest vom Aperol trinke ich. Um dem gerecht zu werden, esse ich Dinge in der gleichen Farbe.

Das Wochenende verging schnell. War auf einer Party mit Lagerfeuer. Mein letztes Hemd und mein letztes Haar riecht nach Selchkammer. Ich überlege, ob sich eine Waschung rentiert.

Ich aas:
1 rote Ribisel
2 rote Paradeiser
1 rotes Apferl
1 rotes Aperotscherl

Wann kommt der Bäcker?

Lasset uns beten und mit dem normalen Programm fortfahren. Ich habe mich dazu entschlossen, den kummerreichen Törnbereich an anderer Stelle fortzusetzen – zu sehr lenkt er von der eigentlichen Aufgabe, der kulinarischen nämlich, ab. Ja!
Der zeitlich immer größer werdende Abstand meiner wertlosen Beiträge wurde auch deshalb in letzter Zeit immer gewaltiger, weil ich nicht nur durch jede Menge Liturgie die Flut heraufbeschwor, um für immer segeln zu können, sondern ich hatte auch sonst einiges um die Ohren. Ich gab nämlich nach langen Jahren einmal wieder ein Konzert mit meiner alten Gitarre, ich mußte im Dojo Prüfungen bestehen und ich mußte nacharbeiten, was ich während des Segeltörns zurückließ.
Nun läuft hier wieder alles wie gewohnt: ich schreibe, was ich esse, und keiner interessiert sich dafür.

Heute aas ich:
1 Brot mit Liptauer
1 Käse
1 Paradeiser
2 Stück Nachspeise aus der Wiener Geheimbäckerei

Und das passende Gleichnis zu der Fürbitte:

Muttertagsgerichtet

Oje. Muttertag nähert sich. Das verheißt nichts gutes. Ich werde die, die glaubt, meine Mutter zu sein, und von der ich hoffe, sie leben vorzufinden, besuchen müssen – sie sieht einfach nicht ein, daß ich mich selbst erschaffen habe und besteht auf zumindest EINEN Besuch per anno.
Wenn ich zurückdenke an den Muttertage vor zwei Jahren!

Ja da glaub ich, ich werd die Nachbarin wieder fragen, ob sie vielleicht auf einen kleinen Ausflug in die Berge mitkommen mag. Dann werden zwar ZWEI alte Krähen an mir herumhacken, aber nicht die ganze Zeit. Sie werden sich sehr bald selbst in irgendwelche für mich nicht nachvollziehbare Gespräche verstricken und ich brauch dann nur noch dorthocken und so tun, als würde ich zuhören. Und den guten Zwetschkenschnaps trinken.

Ich aas ein sehr tolles Mittagsgericht:

1 Bier
2 Brot
1 Käse
3 Paradeiser [sic!]

PS: desertmum ist wieder da. Das erfüllt mich mit Freude.

Senfgehirn in Mohn wegen migrationshintergründigem Suchtverhalten

Meine Mutter hat es ja immer schon gesagt: „Augustin Matla! Du bist ein Idiot!“ Und sie hat mit ziemlicher Sicherheit recht. Meine Theorie dazu ist folgende: ich glaube, daß ich eigentlich nicht von Haus aus ein Idiot wäre, also ich meine, nicht von Geburt an. Meine genetischen Voraussetzungen ansich wären ja nicht einmal so völlig hoffnungslos, doch es war die Umgebung, die mich zu dem mutieren ließ, was ich heute bin. Du mußt dir vorstellen, daß damals nach dem Krieg, als sogar die Gummiringerl noch aus Gußeisen waren und wir aus Hasenkot Kaffee kochten, wir ja nichts hatten. Aber was wir in Hülle und Fülle besaßen, war Mohn. Wir wohnten damals nämlich in einer Gegend, die von Mohn übersät war. Mohn war überall und wurde daher auch für alles mögliche verwendet. Zum Waschen von Körper und Kleidung, zum Zähneputzen, als Füllung für Polster und Teddybären, als Verhütungsmittel und natürlich als Grundnahrungsmittel Nummer eins. Aber der Mohn fand auch Verwendung als Beruhigungsmittel für Kleinkinder. Damals waren ja auch die Schnuller aus Gußeisen und boten für uns Babys kaum orale Befriedigung, daher wurden diese Schnuller in Mohn getunkt. Der Mohn stellte uns Kinder ruhig. Ließ uns den ganzen Tag schlafen, damit Muttern am Mohnfeld schuften konnte. Und nebenbei sorgte der Mohn auch für eine leichte Degeneration im Gehirn.

Doch gibts auch positive Dinge über die Heimat zu berichten. Dazu morgen mehr.

Ich aas:
1 Mohngebäck, um die Dummheit aufzufrischen
1 Teller mit Paradeisern, Käse und Senf
1 Flasche Flüssigkeit

Lehrmeister Natur und die Schwanztrompeten

Ja, naja. Ich weiß. Sieht wieder ziemlich beschissen aus. Ich war gerade bei anderen Nachbarn eingeladen. Die fahren weg und ich soll auf ihre Schwanztrompeten aufpassen. Ich meine, ich habe ja nichts gegen Vögel ansich, aber etwas Traurigeres wie Vögel im Käfig kenne ich nicht. Aber gut, ich paß auf die Viecher auf.
Während des Essens habe ich die beiden Kanarienvögel, ein blaues und ein grünes Stück, beobachtet. Die hängen ziemlich schlapp im Käfig herum. Verkrachte Existenzen. Wenn die Nachbarn weg sind, werde ich ihnen ein paar Videos vorbeibringen. „Leben im Amazonas“ oder „Jäger der Wildnis“ oder ähnliches. Ich glaub, das wird etwas Abwechslung in ihr langweiliges Käfigleben bringen. Die Nachbarn nämlich haben einen dieser neumodischen Fußballbreitundflachfernseher und eine Musikanlage dabei, die Rundumgeräusche ermöglicht. Ich werd die Vögel einfach vor dem Fernseher in die Mitte des Zimmers stellen und sie dabei beobachten, wie sie reagieren, wenn sie einen Tiger von vorne auf sich zuhechten sehen, aber das Gebrüll von schräg hinten kommt. Vielleicht habe ich auch Glück und die Nachbarn von Stiege 45 fragen mich bald, ob ich auf ihre Katze aufpassen kann. Dann kann ich den Vögeln noch mehr beibringen.

Ich aas:
1 Teller mit Nudelmix und zerdrückten Paradeisern

Wer braucht schon Fotos?

Ich kann dir heute leider kein Foto meiner Mahlzeit anbieten, aber ich gebe mein bestes.

Ich war einkaufen, weil ich sonst nichts zu essen hätte. Ich war beim Billa und das habe ich gekauft:

1 Flasche (500g = 473ml) fru fru Drink erdbeer – das ist ein weiße Plastikflasche mit hauptsächlich roten und weißen Motiven, damit die Kunden glauben, es sei tatsächlich Erdbeere und etwas milchähnliches in der Flasche.
Aber leider: Carmin, Aroma, Konzentrat, Säuerungsmittel: Citronensäure, Fett, Zucker.
Es schmeckt nach Sauerrahm und Erdbeere

1 100g Packung Romadur von Schlierbacher Klosterkäse. Das ist Weichkäse mit Rotkultur. Zutaten: Past. Milch, Salz, Lab, Rotkultur. Das schmeckt wie Käse und riecht wie alte Unterhosen. (Schaukäserei und Genusszentrum: Info-Tel: 07582/83013-177)

1 125g Dose Grünkern Aufstrich auf Soja-Basis von Bio.k.. Auf der Packung steht in schräggestellter Schrift: Mhmm! Rein pflanzlich – cholesterinfrei! Daher als Nahrungsmittel wertlos.

1 Ja! Bio Sonnenblumenlaibchen: Homepage der Sonnenblumenlaibchen

1 Paradeiser: Was ist eine Tomate?
Homepage des Paradeisers

1 Nektarine: Nützliche Informationen zur Nektarine

Ich hoffe, das ist nicht zu aufwendig.