Feuer und Eis

Die Heimfahrt mit dem Auto war gestern
noch ganz schön anstrengend. Da ich mit meiner optischen
Sonnenbrille fahren mußte, hatte ich das Fernlicht
ständig an, um etwas sehen zu können. Dankenswerterweise
haben viele entgegenkommende Autofahrer ebenfalls ihr Fernlicht
aufgedreht, um mir die Strasse auszuleuchten.

Die „Kollegin“
von nebenan, die mich manchmal besucht, um sich in meiner Gegenwart
ihre Arme einzucremen, kam grade eben vorbei. Ich erwartete ihren
Besuch schon, denn ich wollte wissen, ob sie sich wundert, wenn ich
mit Sonnenbrille im Büro sitze. Ich nahm mir vor, regungslos
sitzenzubleiben, um mit den Sonnenbrillen etwas bedrohlich zu
wirken.
Sie kam herein. Dicke Wollhaube, ein gewaltiger Schal, schwere
Fäustlinge und so eine Astronautenjacke. Sie begann irgendwas
zu reden – wie immer -, ich hörte ihr nicht zu – wie immer.
Denn ich dachte über diese Situation nach. Zwei Menschen in
einem Büro. Einer halbnackt mit Sonnenbrille, der andere
gekleidet wie auf einer Expedition in der Antarktis. Und keiner
wundert sich über den anderen.

Ich esse:
1 Semmel mit Pikantwurst, Gouda und Gurkerl
2 Äpfel Kronprinz Rudolf – einer davon dient als Abendessen,
denn heute wird es wieder später werden

Am Foto sieht man auch noch mein Schweißtuch.

3 Gedanken zu „Feuer und Eis“

  1. Ich vermute, Matla ist ein bisschen verknallt in diese
    „Kollegin“. Er spricht sonst selten über andere Menschen – ich
    meine über einzelne Individuen. Diese „Kollegin“ kennen „wir“,
    sie ist also in sein Bewusstsein vorgedrungen. Das muss etwas
    bedeuten. Er registriert sie.

Kommentar verfassen