Lepus Christi

Das diesjährige Osterfest hält
mich noch immer in seinem Bann. Ich erhole mich nur schleppend.

Am Freitag sah ich des Abends zum ersten Male den Film ‚Die Passion
Christi‘. Ich sehe praktisch nie fern, dachte mir aber, daß
mir ein Film über Leid Spaß machen könnte. Jedoch
rechnete ich nicht mit dieser äußerst realistisch
übertriebenen Darstellung von Gewalt. Ich ging völlig
traumatisiert ins Bett, schlief schlecht. Ich träumte von der
aufs Kreuz genagelten Hand Christi. Den kleinen Finger und den
Ringfinger eingerollt, der blutige Nagel, die kaputten
Sehnen….
Am nächsten Tag latschte ich ziemliche deprimiert in die
Konditorei, um früh zu stücken. Ich bestellte zum
Kaffeetscherl ein Krapferl und was brachte mir dieses Trutscherl
von Kellnerin? Die Hand von Jesus Christus! Ich bin in dem
Kaffeehaus einem Nervenzusammenbruch nur knapp entgangen – das
kannst du mir glauben! „W-w-w-w-w-was ist das?“ fragte ich die
Kellnerin und stemmte mich mit aller Gewalt in die Sitzbank. Am
Teller bringt sie mir die Hand von Jesus Christus aus Nazareth?
Drei ausgestreckte Finger, ein blutiges Loch in der Mitte, aus der
das Blut Christi quoll! Ein Kind vom Nebentisch beobachtete mich
sehr interessiert und sagte so nebenbei: „Das ist der Osterhase.“
Ich verstand zuerst nicht ganz, aber die Kellnerin entschuldigte
sich für die ungewöhnliche Form des Krapfens – er sollte
einen Hasen symbolisieren. Zwei Ohren, ein Haxerl und das rote
Marmelade in der Mitte das Auge.

Ich esse – noch immer etwas geschockt:
1 Flasche Fisolensalat, denn ich weigere mich, das Haus zu
verlassen

5 Gedanken zu „Lepus Christi“

  1. was fällt dir ein MEIN mittagessen zu kopieren! fehlt nur
    noch dass du beim nächsten mal auch einen rotenrübensalat
    mampfst! matla bleib bei deinen wurstsemmeln.

  2. Also wenn ich das so lese, dann fällt mir MEIN Mittagessen
    aus dem Gesicht LOL Aber ´ne „Flasche“ Pommes hört sich
    gut an…dazu Fisolen der Tube? würg 😉

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