Fussball an die Wand!

Ich verliere den Verstand. Oder die Zeit! Schon wieder so spät!
Ich war heute beim Herren der Kugelschreiber und das gab es:

Also du siehst:
1 Semmerl mit Käseleberkäseleberkäse und Pfefferoni
1 dunkelrotes Osterei
1 dunkelroten Apfel
1 Packung Ölz „Wuchtel“

Und diese Ölz Wuchtel ist es, die mich verzweifeln läßt! Zu stark erinnert sie mich an die dunklen Tage, die da kommen! Fußball hin, Fußball her. Fußball gestern, Fußball jetzt, Fußball morgen. Ganz Wien im Zeichen des Fußballs – die Fußballweltmeisterschaft kommt zu uns und nichts kann sie aufhalten.
Und das macht mich grantig!! Ich als echter Mann interessiere mich für Fußball natürlich absolut gar nicht – er kann mir gestohlen bleiben – nur Leute mit Köpfen aus Fußball (außen uninteressant, innen Luft) beschäftigen sich damit. Der Sport, den andere machen, ist einem Egozentriker wie mir scheißegal.
Diesen Proletensport kann man aber leider nur schwer aus dem Alltag verdrängen. Mit allen Mitteln wollen sie dir damit das Gehirn matschig machen! Plakate, Rund- und Polizeifunk, Fernsehen. Sogar am Essen! Da steckt mir doch der Billawurstthekenarsch UNAUFGEFORDERT so eine Ölz Wuchtel in das Sackerl! Auf der Packung ist ein Ballhinterherläufer abgebildet und darunter Text wie: „Bald kommt die verfickte Fußballweltmeisterschaft!“ Na, scheiß die Wand an, Alter! Bitte! Ist das notwendig?

Mitmachadvent in der Dualität Salami Klima

Mann, das war vielleicht ein Schock am Samstag! Es war so gegen acht Uhr am Abend, ich sitze da nichts ahnend in meinem eigenen kleinen Flak-Turm, saufe was das Zeug hält (schließlich ist Advent), da gehen plötzlich auffällig viele Lichter in Wien aus. Ich natürlich krieg da volle die Panik, Alter, weil das bedeutet nur eins: SANTA KOMMT! Santa kommt geflogen und will Wien erobern!
Wie gut, daß die Wiener das noch vom Krieg kennen! Wenn der Feind geflogen kommt, sofort alle Lichter aus! Ach, geliebtes Wien!
Sofort schaltete ich meine Flugabwehrflutlichter an, um den Himmel über Wien auszuleuchten – die Dinger verbrauchen zwar in kürzester Zeit soviel Energie wie hunderdreiundzwanzig Haushalte an einem Wochenende, aber was sein muß, muß sein. Kurz überlegte ich auch, ob ich die Draken anrufen sollte, aber ließ es dann bleiben.
Doch nichts passierte. Kein Santa war zu sehen, kein einziger verdammter Schlitten mit Rentieren. Etwas verdutzt trank ich mich ins Koma.

Erst heute erfuhr ich von der Nachbarin, was das plötzliche Erlöschen der Lichter tatsächlich bedeutete! Licht aus für das Klima! Mitmachklimarettung! Und ich nicht mitdabei! Schade, denn auch ich hätte so gerne ein Zeichen gesetzt und damit meine Nachricht dem Planeten Erde übermittelt:
„Lieber Planet Erde! Wir wissen zwar in Wirklichkeit gar nicht, wie deine Systeme in Gesamtheit funktionieren, aber wir gehen jetzt mal davon aus, daß wir schuld sind und bald dann leider den Hitzetod sterben müssen. Oder den Kältetod. (Sollte keins von beiden eintreffen: dein Wetter wird auf alle Fälle weiterhin Scheiße sein).
Bevor wir uns aber dagegen wehren, verarscht und versklavt zu werden , sitzen wir lieber mit vollgeschissenen Hosen und mit dem Finger in der Nase vor dem Fernseher und drehen halt für ein paar Minuten das Licht aus. Nur für dich! Lieber Planet Erde!“

Ist ja grade jetzt im Advent so romantisch, wenn alle Lichter aus sind und die Kerzlein brennen.

Und ich esse:
1 Apfel Kronprinz Rudolf
1 Schachtel Salami Duo
1 Flasche Rotwein El Copero

Typische Wiener Küche arschwarm

Nach den letzten Tagen, während derer ich nur herumgewuselt bin bzw. eigentlich nur wie ein Haufen Scheiße herumgeschaufelt wurde (z.b. aus dem Mobiclo in den Kackwagen) , bin ich sehr froh, endlich wieder etwas Ruhe zu finden.

Ruhe bezüglich Essen. Heute ENDLICH wieder die typisch Wiener Küche: Augsburger. Auch wenn der Weg von der Mikrowelle in meinen Magen etwas… naja… steinig…. war. In der Cantina des Rattenloches nämlich bestellte ich die Augsburger und bekam sie alsbald gereicht.

Der Teller stand schon fertig bereitet in der Mikrowelle. Mit den freundlichen Worten „Vursicht, des Töla is haaß. Steht scho länga in da Mikrowön.“* händigte mir die Küchenlady das Würsterl aus. Gaaaanz bedächtig trug ich mein Essen mit tränzendem Maule zum Tisch und begann zu essen.
Leider stellte sich heraus, daß zwar der Teller sehr heiß war, das Essen aber kalt. Die Kartofferln außerdem etwas… naja… steinig.
Matla: „Geh, sei so guat und stös nu a poar Minutn ind Mikro, de Erdöpfi san jo nu gaunz hort.“**
Nach einiger Zeit startete ich erneut mein Mittagsmahl. Nun alles heiß, die Kartoffeln dafür trockener, verschlang ich das Zeug – is eh wuarscht***.

Die Nachspeise war nicht so gut. Das teigige Stück, das du da am Foto siehst, war noch arschwarm. Und ich HASSE arschwarmes Gebäck!

Womit ich also aß:
1 Augsburger mit Kartoffeln und pfanzlichem toten Leben
1 Häferl Kaffee
1 arschwarmes Stück Teig mit Süßwaren

* „Hab acht! Der Teller ist noch etwas heiß. Zu lange stand er in dem Mikrowellenherd!“
** „Bitte, sind sie doch so nett und stellen den Teller noch ein paar Minuten länger in den Mikrowellenherd. Die Kartoffeln sind noch nicht ganz durch.“
*** „Das ist nicht so wichtig.“

Massaker im Weihnachtsdorf

Die Mädels haben mich gestern in den Kommentaren entlarvt. Es ist in diesem Misthaufenblog TATSÄCHLICH ALLES erfunden und erlogen!
Und gestern kam tatsächlich nicht mein Bewährungshelfer, sondern meine Mutter. Meine Mutter Oberin.

Und das geschah wirklich:

Nachdem ich gestern den ganzen Vormittag mit Nasenbohren verbracht hatte, bekam ich beim Essen Nasenbluten und tropfte mein Brot voll. PLÖTZLICH! Plötzlich öffnete sich die Tür und wer war es? Mutter Oberin! Hier bei mir? Völlig erstarrt stand ich da, mit offenem Munde und blutender Nase. Die Mutter Oberin trat ein und machte ihre typische Handbewegung: ein abrupter Wisch in der Luft mit der linken Hand von der rechten Schulter weg nach links vorne. Wenn sie diesen Wischer mit der Hand macht, hast du die Arschkarte gezogen! Du siehst es nur in Zeitlupe, da setzt dein Herz aus und die Welt erzittert!
Also fiel ich auf die Knie und berührte – mich völlig ergebend – mit meiner dreckigen Stirn den dreckigen Boden.
Mutter Oberin:“Nikki! Was machst du? Warum blutest du? Wie steht es mit den Vorbereitungen? Steh aaaaauuuuuf!!!!!!“
Mühsam versuchte ich mich zu erheben. Aber ich bin zu fett. Mutter Oberin machte ihre typische Handbewegung, ich brach wieder zusammen.
Mutter Oberin: „Kinder, helft ihm!!“ Sprach es und schon kamen ihre „Kinder“, die verdammten Weihnachtselfen unter ihrem Rock hervor und begannen mir aufzuhelfen. Ich hasse sie! Ich hasse sie wirklich! Diese Scheißelfen!
Während sie mich aufstellten, bekam ich ein paar kleine spitze Knie ganz unauffällig in die Nieren gerammt. Als ich stand, schnappte ich mir einen Elfen, um ihm den Hals umzudrehen.
Elf:“Mutter Maria! Der Nikki!! Schau, was er macht!“
Mutter Oberin, typische Handbewegung, mir viel der kleine Elf runter, konnte mich selbst aber grade noch auf den Beinen halten. Der Elf rannte sofort zur Mutter Oberin, versteckte sich hinter ihrem linken Lederstiefel und grinste hämisch.
Ich sah ihn finster an und sagte: „Für dich ‚Nikolaus‘, du kleiner Scheißer!“
Die Mutter Oberin verdrehte die Augen und sagte dann:“ Nikki! Du hast noch immer nichts vorbereitet! Aber immerhin! Wenigstens läßt du dir schon den Bart und die Haare wachsen. Du siehst zwar jetzt wie ein Penner aus, aber mit ein bißchen Seife kann man das ändern.“
Puff! Da kam die Seife geflogen! Dann ein Kübel Wasser! Schnuppdiwup! Da war ich sauber! Ich stand herum wie ein frisch gewichster Beitl. Und wie immer bei solch abnormalen Wundern: der glorreiche Freudenchor der Engel erklang.
Ich mag den glorreichen Freudenchor der Engel eigentlich ganz gerne, aber ich muß trotzdem jedesmal lachen, wenn ich an Engel denke. Die haben nämlich keine Eier! Ha! Haha!
Mutter Oberin, die mein Grinsen ganz richtig deutete, sagte: „Mein Lieber, sehr viel mehr hast du aber auch nicht zwischen den Beinen hängen.“
Der dumme Elf von vorhin grinste wieder dämlich. Ich deutete mit dem Zeigefinger auf ihn und nickte verheißungsvoll.
Mutter Oberin: „Wenn ich wiederkomme, will ich einen großen Sack sehen! Und! Und, mein lieber Nikolaus, keine dummen Sprüche!“

So war es wirklich gestern und am Abend habe ich mich in das Lager der Elfen geschlichen und sie angegriffen in offenem Kampfe.

Gerade erst kehrte ich heim von der Schlacht und esse:
1 Brot mit Aufstrich
1 halbe Scheibe Käse (ja, die von gestern)
1 Apfel
1 Flasche Tabasco
1 paar Tropfen Blut

Was ist mit unseren Trinkwasserreserven?

Na? Was ist mit denen los? Sind sie schon alle? Saufen wir schon unsere eigene Pisse? Also was ich gestern erleben mußte, verschlägt einem ja direkt die Sprache!

Da räume ich extra meine Badewanne, die ich eigentlich hauptsächlich für Reisanbau verwende, aus, kämpfe stundenlang, um den ganz Dreck das Clo runterzubekommen, putze die Wanne usw… und was ist der Lohn dafür?
Naja, zuerst wars ja ganz nett. Weil über dem Wasser soviel Schaum war, habe ich ja zuerst gar nichts bemerkt! Alles war weiß, roch gut. Und ich habe mich voll Freude in die Wanne gequetscht! Mann, war das entspannend!
Aber als der Schaum nach und nach verschwand, erkannte ich, WORIN ich eigentlich lag! Eine Drecksuppe war das, Gülle, die Abwasser von tausend Magendarmkranken!!
Muß das sein? Ist es wirklich schon so weit?

Ich war beim Herrn der Kugelschreiber und habe mir etwas tolles gekocht!
Die vielfältigenZutaten:
1 Dose Jagdwurst
1 Packung Käse
2 Scheiben Brot
1 Sack Lebkuchen
1 Apfel Kronprinz Rudolf

PS: Jetzt habe ich endlich eine gute Ausrede, wenn mich die Nachbarin wieder wegen ihrem Nasenleiden anjammert („Du stinkst, Matla, du stinkst!“) – unser Badewasser ist Scheiße, ich kann nichts dafür!!

Sauerstoffunterversorgung im Sumpf

Ich stecke bis zum Hals in der Scheiße! Sie steht mir…. bis zum Hals….. Sie schwappt….. schon….. leicht….. über…… Doch siehe! Da ist das…. schluck…. Wochenende! Es… packt mich! Ja! Es… packt mich bei den Haaren….. es zieht mich aus dem Sumpf…. umpf…… ich bin raus aus der… Scheiße… Ich bin gerettet!!! Das Wochenende hat mich gerettet! Ich bin raus aus dem fäkalen Morast! Ich fliege! Ich kann fliegen! Da ist Licht! Ich sehe das Licht! Hollodrio!

Äh…. aber da fällt mir etwas anderes ein! Kennst du die Geschichte vom Gläubigen, vom Atheisten und vom Agnostiker? Die habe ich vor kurzem gelesen, ich glaube bei Yann Martel. Und die geht ungefähr so:
Ein Gläubiger, ein Atheist und ein Agnostiker sterben. Der Gläubige schläft einfach friedlich ein, er weiß ja, was ihn erwartet. Der Atheist denkt sich, als er das göttliche Licht des herannahenden Todes sieht: „OH! Alles ist weiß! Und so warm! Es gibt einen Gott! Es gibt ihn wirklich!“, wird noch schnell gläubig und stirbt. Der Agnostiker stammelt im Angesicht des allumgebenden heiligen Weißes bloß ganz vernünftig: „Es… ist…. nur…. eine…. Sauerstoffunterversorgung …. des Gehirns…“.
Ich esse:
1 Dose Thunfisch
1 Lappen Toastbrot

Muttern und Nachbarin

Muttern freute sich natürlich über den Schnaps und die Stange Falk, die ich ihr mitbrachte, sehr!
„Schön, daß du jedes Jahr an den Schnaps denkst!“, sagte sie. Ich hätte mich fast verplappert und gesagt: „Och, an Schnaps denke ich eigentlich sehr oft.“
Während wir ein paar Stamperl leerten, quälte sie mich wieder mit der alten Geschichte von Enkelkindern und Ehe. Ich sagte ihr, daß sie das endgültig vergessen könne, denn ich wäre jetzt zu Höherem bestimmt. Ich sei für viele Menschen in der großen abartigen Stadt so etwas wie ein Heiliger! Ich zeigte ihr ein Foto und erzählte, meine Jünger würden schon meine Heiligsprechung im Vatikan organisieren. Sie saß mit offenem Mund regungslos da und sah mich an – ich fühlte zur Sicherheit Mutters Puls.
Ich war jedenfalls gerade so mit meinem Evangelium in Fahrt, als die dumme Kuh von Nachbarin mit ihren Zweicentimeterfingernägeln ans Fenster trommelte und andeutete, zu uns ins Haus zu kommen. Wie ein Pelikan kam sie kurz darauf durch den Flur gestelzt – sie hatte mit ihren rosa Highheels ein Stück Hundescheiße aufgespießt – und versuchte sich eine Zigarette anzuzünden. Ich kontrollierte nochmals den Puls meiner Mutter und dann auch meinen.

Ich esse – an das traurige Ende denkend:
1 EKG
1 Apferl

Ich schreibe so grausliche Sachen.

Ich fühle mich heute, wie sich wohl meine Vorfahren gefühlt haben müssen, nachdem der Ring der Macht zerstört worden ist. Die Dunkelheit hört auf, der Schatten verschwindet und die Sonne kommt zurück. Wir haben den dunklen Herrscher besiegt!Tut mir leid, wenn ich wieder damit anfange, aber es ist nun einmal so: im Frühlung tauen mehrere Tonnen von  Hundekacke gleichzeitig auf! Zuerst wochenlang schön geruchsdicht eingefroren und unter einer Schneedecke versteckt, kommt sie jetzt zum Vorschein. Plötzlich und gewaltig!
Mich beschäftigt dieses Thema sehr, denn, du wirst es nicht glauben, ich habe ein kleines psychisches Problem. Ich muß
Hundescheiße genau ansehen – ich kann nicht wegsehen oder,  wenn ich sie in den Augenwinkeln erhasche, einfach den Kopf nach oben drehen. Ich MUSS einfach genau hinsehen und mir dabei Gedanken machen, wie: ‚Was hat er wohl gegessen? Hat er Verdauungsprobleme? Wieso sitzen dort mehr Fliegen als anderswo?“. Auch den Geruch MUSS ich genauestens analysieren….

Nichtsdestotrotz nehme ich zu mir:
2 Kornspitzen mit Extrawurst, Käse und Gurkerl
0 Kronprinz Rudolf Apfel

Hier kommt die Sonne

Orions Artemis hat so recht. Die Sonne tut gut. Hier bei Lola taut schon der Park in der noch allzu schwachen Frühlinssonne auf. Er sieht jetzt wie ein lieblicher Tümpel aus verdorbener Erde und Hundekacke aus.

Während ich im dunklen Winter im Zuge meiner ausgedehnten und dekadenten Wochenendfrühstücke die Tage mit einer Endlosschleife Bachs ‚Komm oh Tod, du Schlafes Bruder‘ begrüßte, tue ich es jetzt im Frühlung, der uns neue Hoffnung gibt, mit Rammsteins ‚Sonne‘ (das ist das Lied, bei dem sie bis 10 zählen).

Ich esse:
2 wirklich schön und professionell verpackte Semmeln mit Pikantwurst, Käse und Gurkerl
1 Apfel Kronprinz Rudolf, den ich aus meinem häuslichen Kronprinz-Rudolf-Bunker mitgebracht habe
1 Snickers, auf das sie jetzt Erdnüsse gemalt haben