Schweinemund

Die Düsternis des Rattenlochs
lädt sehr zum Träumen ein. Kaum Licht, emotionslose
Fadlpappn, die mich mit „M’zeit“ begrüßen.

Während mein Unterbewußtsein unbewußt die Arbeit
erledigt, stelle ich mir bewußt vor, ein Anti-Held zu sein.
So ein echt dreckiger Italowesternantiheld. Wie ich durch die
staubige Wüste reite. Wie ich ausgehungerte Hyänen zum
Abendessen grille. Wie ich von hinten eine Kugel verpaßt
bekomme, weil ich den Kuhbuben von der Nachbarranch als
abgehalfterten Country- und Westernmusiker bezeichnet habe. Wie ich
dann – tödlich getroffen – in Zeitlupe auf die Goschn falle,
während Bob Dylan hinter einem Busch vor dem herumspritzenden
Blut in Deckung geht und „Knockin‘ on heaven’s door“ singt, und ich
mir denke: „Shit, ich hab schmutzige Unterwäsche an.“

Der Held ist mutig und ißt mutig:
1 Semmel mit Extrawurst, Gouda und Gurkerl
1 Apfel Kronprinz Rudolf

6 Gedanken zu „Schweinemund“

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