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Danclorträume und Fuchtelratten

Die Nachbarin sprach zu mir und nannte mich böse Dinge. Auslöser: eine kleine Ratte. Zusammen gingen wir, die Nachbarin und ich, des Weges, zufällig nämlich, und trafen die alte Schachtel vom anderen Haus. In der Hand hatte die Fuchtel eine Leine und an der Leine eine Ratte, ok, Hund. So groß wie eine Ratte, dunkelbraun, kurzes, fett glänzendes Fell, die Augen des Hundsvieh schienen aus seinem Kopf herausgedrückt zu werden. Und es zitterte. Es stand vor mir und zitterte, als ob es sich gerade am höchsten Punkt seiner sexuellen Erregbarkeit befand und sah mich dabei ganz lüstern an, sprang auf seinen Solettifüßchen hin und her. Ich konnte nicht anders. Ich hob meinen linke Fuß an und probierte, ob es vollständig unter meinem Schuh verschwinden würde, wenn ich auf es draufstiege.
Danach, du weißt ja, wie das bei uns in Wien läuft, ein Wort ergibt das andere, Herumgezetere, bla bla bla. Die Nachbarin zerrte mich weg und hielt mir einen Vortrag. Ich wäre ein verwöhntes Bübchen, verlasse die Wohnung nur selten, lebe und arbeite abgeschieden, in dunklen Gedanken versunken,  kümmere mich nicht um die Welt um mich herum, Alkohol und Drogen vergiften meine Sinne, kurz, ich sei das größte Arschloch, das sie kenne.

Ich habe ihr nicht wiedersprochen und aas:
Nichts, denn ich trank zuviel

Aber das macht nichts. Es ist gut so. Und ich träume von einem Leben mit meinem Darrrling. Zusammen nehmen wir den Kampf gegen die Natur auf, ich mit meinen Liptauerbroten und sie in Danclordämpfen gehüllt. Und weinen die sizilianischen Tränen Christi.

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Das konterminierte Langwürstchen

ie Wohnung ist durch verschiedene Anti-Naturgifte konterminiert. Ich geh rauf zur Nachbarin, klopfe an. Sie öffnet, das Handy in der Hand, telefoniert gerade. Sie winkt mich herein und sagt zu ihrem Gesprächspartner am Telefon:
“Ja, mein Nachbar, der Matla, hat auch so ein langes Würstchen.”
Ich wundere mich und flüstere:
“Mit wem sprichst du bitte?”
Die Nachbarin schüttelt den Kopf, setzt sich zu ihrem neuen Laptop und sagt:
“Oh doch. Er hat dort links auch so eine lange Wurscht runter. Warum hab ich das nicht?”
Ich stell mich hinter sie, sehe auf den Bildschirm, um zu erkennen, mit wem sie telefoniert. Vielleicht mit ihrem Psychiater, mit der Telefonseelsorge oder mit der Irrenanstalt. Aber mir fallen nur unendlich viele geöffnete Fenster auf ihrem Laptopmonitor auf.
“Ach Gott! Warum verstehen sie mich nicht? Ich dachte, sie sind der Spezialist! Wissen sie was? Mein Nachbar ist jetzt eh da, er solls mir zeigen! Auf Wiedersehen.”, schreit sie, die Nachbarin, ins Telefon und knallt das Handy auf den Tisch.
Ich gehe ein paar Schritte zurück, man weiß ja nie, was gerade in sie gefahren ist, und halte meine Hände unauffällig schützend vor meinen Geschlechtsbereich.
Rasch klärt sich alles auf. Ein Missverständnis. Sie hatte eine Telefonnummer angerufen, die sie in einem der Handbücher, die mit ihrem neuen Laptop mitgeliefert worden waren, gefunden hatte. Nichts anderes wollte sie, als auf der linken Seite der Microsoftfenster die Spalte mit den Dateien zu sehen - wenn du verstehst, was ich glaube, dass die Nachbarin mit meinem Würstchen verwechselt hat.

Ich aas noch nichts - muss mir erst überlegen, wie ich das Zeug, welches ich eben in der Bäckerie kaufte, mit Mundschutz im Gesicht essen kann:
1 Ziegel Edamer
1 Dose Liptauer
2 Stück Krapfen
1 Laib Brot

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Tod der Flora, Tod der Fauna!

Ich weiß nicht, wie lange ich hier noch die Stellung halten kann. Jetzt, da die Abrissarbeiten an der alten Fabrik schienbar vorrüber sind, ist es zwar wieder ruhig, man kann wieder normal denken, doch eine anderer Macht hat sich meiner Wohnung nun habhaft gemacht. Die Natur. Meine Reisplantage in der Badewanne mag vielleicht der Grund sein, warum es in meinem Zuhause wie in einem Terrarium zugeht, aber dass Mutter Natur mich wegzutreiben versucht, das kann ich nicht zulassen. Nicht ich bin der Gast in meinen vier Wänden, sondern Flora und Fauna. Hier wird es kein Reich der Tiere und der Pflanzen geben! Das hier ist mein Reich! Ich werde alles auffressen!

Ich aas mit reifen Tötungsgedanken:
1 Brot aus Pflanzen
1 Käse aus Tierausflüssen
1 Enzian aus Kuhmilch mit dem Namen einer Pflanze
1 Apfel - pflanzlich
1 Liptauer - künstlich?

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Halbsteife Baustelle

Ich hab alles hingeschmissen. Vor meinem Clofenster eine Baustelle, in der Wohnung darunter eine Baustelle, mein Gehirn eine Baustelle. Zuhause halt ich es nicht aus. Lärm, Staub, Kran, Mischmaschine, Bagger, kleiner Bohrer, großer Bohrer, die Gedanken, die mich erschlagen. Um dem Trubel der äußeren Baustellen zu entgehen, habe ich die Wohnung verlassen, um dem Chaos in meinem Inneren zu entgehen, bin ich während der Arbeitszeiten beim Brandinesa und trinke. Das dir mitzuteilen habe ich kurz den Einstieg in meine Wohnung gewagt. Und dann bin ich wieder weg.

Ich aas nebenbei - bevor es verfault:
1 weicher Winterapfel
1 halbsteifes Weckerl
1 Ziegel Gouda
1 Liptauer

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Futterzauberer und die “gute” Fee

Endlich weiß ich, warum mich die Scheißkatze meiner Nachbarin umbringen will. Sie glaubt nämlich, ich bin ein böser Zauberer! Wie ich auf das komme? Jedesmal wenn ich bei der Nachbarin oben bin und zum Kühlschrank gehe, um mir ein Bier zu holen, kommt sie zu ihrem Futterschüsselchen gelaufen, welches sich schräg unter dem Kühlschrank befindet. Dann steht die Katze dort, starrt in den Freßnapf und wartet auf die wundersame Erscheinung des Futters. Sie stiert so lange in die Schüssel, bis ich mich vier Meter vom Kühlschrank entfernt habe. Eindeutig oder?
Wenn die Katze mich daher um die Ecke bringen will, kann ich es ihr nicht verübeln. Ich kann Zauberer auch nicht ausstehen. Und Fehen und Magier auch nicht. Alles, was Dinge herbei- und wegzaubern kann. Diese verhexten Mutanten mochte ich schon als Kind nicht. Schon damals war mir nämlich klar: von nix kommt nix. Das Universum befindet sich in einem Zustand des Gleichgewichtes. Was auf dem einen Eck erscheint, muß am anderen verschwinden! Logisch! Das heißt, wenn eine angeblich “gute” Fee dir einen Wunsch erfüllt, z.B. eine neue Badewanne, dann hat auf einmal irgendwer irgendwo keine Badewanne mehr. Ein Kind bekommt ein Spielzeug gezaubert - irgendwoanders steht ein Kind kurz vorm Selbstmord.
Und daß Zauberer existieren, steht ja nun völlig außer Zweifel! Wie sonst verschwindet wohl stets ein Socken eines Paares? Na? Genau! Es existiert ein Planet mit einbeinigen Zauberern, die sich ihre Socken nicht kaufen, sondern sie herbeizaubern.

Alles klar in meiner Birne und ich aas:
1 Apfel
1 Liptauer
1 Käse
1 Brot
3 Tomaten

PS: Der filmische Beweis: die verfickten Zauberer sind unter uns!

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Der Müllstrudel, schmackhaft zubereitet

Der Bildungsauftrag dieses Misthaufenblogs ist immanent. Meine abgespaltenen Persönlichkeiten, die alle Kommentare hier schreiben, wissen das. Und ich, die Hauptpersönlichkeit, weiß das.

Heute, liebe Klasse, lautet unser Thema “Plastik”. Da mir als alten Segler die Vermüllung der Meere wirklich Sorgen bereitet,  ist es mir ein Anliegen, dass jeder Mensch von den gigantischen Müllstrudeln in unseren Ozeanen weiß. Der folgende Film “Plastik über alles - Eine Welt aus Plastik” behandelt dieses Problem.

Mein Dank geht an “Tipps und Tricks für ein Autarkes Leben“, durch das ich auf diesen Film aufmerksam geworden bin - ein toller Blog, wenn man zu denen gehört, die immer mehr draufkommen, daß die herrschenden Zustände fürn Arsch sind.

Ich aas:
1 Packung Müll

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Traumbelästigung

Im Glauben, Wien würde endlich durch den After Gottes vernichtet, soff ich mich am Wochenende kaputt. Gestern, Montag, erwachte ich daher erst spät aus dem todgleichen, süßen Schlaf. Unsanft geweckt. Das Handy, das ich leider im Hosensack vergessen hatte, läutete erbarmungslos ununterbrochen.
“Alarm! Kugelschreiber!”, schrie mich einer mit blechener Stimme an. Er brauche auf der Stelle massig Kugelschreiber.
“Die Kugelschreiber gehen gar nicht richtig!”, jammerte mich kurz darauf ein anderer an, “Sofort reparieren!”
Und so ging das den ganzen Tag dahin. Das Telefon läutete und läutete, alle möglichen Leute sekkierten mich, belästigten mich mit ihren wertlosen Anliegen, ich hudelte an der Werkbank herum, um alle Bedürfnisse stanta pede zu befriedigen.
Am Abend ging ich zeitig zu Bette. Erschöpft. Ohne etwas getrunken zu haben. Das war ein Fehler. Mit klarem Geist zu schlafen, läßt böse Träume und Erinnerungen erwachen. Fratzen, Quälgeister und anderes Gesocks.
Heute, natürlich schlecht gelaunt, kämpfe ich noch immer gegen diese… alten…. Gedanken. SHIT! Und vorallem gegen Lärmbelästigung! Ein Klingone zieht hier im Haus ein und hämmert an den Wänden herum! Ich glaub, ich geh ein!

Ich, völlig weich in der Birne, nichts versteinert, aas:
1 Brot
1 Liptauer
1 Kräuterkäse
1 Apfel
1 Eckerlkäse
1 Kren

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Die fünf Tode des Brunnens

Vor einigen Wochen berichtigte ich ja vom Abriss der alten Fabrik, die ich durch das Scheißhausfenster sehen kann. Nun, sie ist jetzt dem Erdboden ebenbürtig. Manchmal steige ich noch immer auf den Clodeckel, um den Arbeitern zuzusehen und siehe da! Seit gestern ereignen sich merkwürdige Dinge:
Anscheinend sind sie gerade dabei, das ganze Grundstück auszubaggern, um einen Keller bauen zu können. Gestern beobachtete ich, wie der Bagger kurz innehielt und die zwei Arbeiter, die sonst nur dem Bagger zuschauen, herbeigelaufen kamen, um sich über etwas zu wundern, das der Bagger gefunden hatte. Zuerst konnte ich nichts erkennen, aber dann schaufelte der Bagger eine größere Fläche um den Fund frei. Die Entdeckung sah aus, wie ein großer, gemauerter Brunnen. Den Durchmesser würde ich mal auf vier bis fünf Meter schätzen. Das Mauerwerk zeigt sich teils mit gepreßten Ziegelsteinen, doch teilweise auch mit wilden Felsbrocken. Dieser “Brunnen”, wenn es ein solcher überhaupt ist, hat jedoch keine Öffnung. Auf ihm drauf liegt ein gewaltiger flacher Granitblock, der scheinbar nur mit einfachem Werkzeug gerundet und geflacht worden ist!
Bis heute haben sie den Felsdeckel und den “Brunnen” in Ruhe gelassen. Es waren bloß einige Leute hier und haben ihren Senf abgegeben. Jetzt gerade stehen auch ein paar Typen am “Brunnen”, die Arbeiter machen dem Bagger gerade einen riesigen Luftdruckhammer dran.
Jetzt wird’s spannend. Es gibt folgende Möglichkeiten:

  1. Es wurde das seit Jahrhunderten verschlossene Tor zur Hölle gefunden. Sobald der Granitblock bricht, strömt der Brodem des Teufels auf die Welt. Wien wird zur Außenstelle der Hölle.
  2. Die Arbeiter entdecken ein extraterrestrisches Artefakt, das von einem alten, aber sehr weisen Volk eingemauert wurde, um die Erde vor Schaden zu bewahren. Das Artefakt schaltet sich bei Kontakt mit Sonnenlicht ein und beginnt zu leben. Wien wird dem Erdboden gleichgemacht (warum auch immer).
  3. Hitler war tatsächlich im Besitz der Atombombe, konnte sie aber nicht mehr einsetzen! Der “Brunnen” ist ein Raketensilo für diese Atombomben aus dem zweiten Weltkrieg. Felsenteile fallen auf den vermodernden Zündmechanismus und Wien explodiert.
  4. Wir haben das Böse aus den vergangenen Zeitaltern geweckt. Zu tief und zu gierig haben die Menschen gegraben. Ein Balrog, der angeblich von einem antiken Zauberer getötet worden war, lag die Jahrtausende bloß im Koma, erwacht jetzt auf Grund der tollen Wiener Luft und nimmt Rache an Mittelerde. Wien verbrennt.
  5. Der “Brunnen” ist eine Art Tempel der Druiden, die damals in der Gegend um Wien wohnten. Dieser Tempel war das Zentrum eines alten Friedhofs. Wir, die dämlichen Wiener, entweihten ihn einst, weil wir eine Fabrik darauf gebaut haben, und entfachten so einen bösen Fluch. Die Massenselbstmorde, die unangenehmen Blähungen und die Geistererscheinungen in  meinem Wohnblock haben nun endlich eine Erklärung gefunden. Durch die Zerstörung des Tempels wird dem “Brunnen” ein übelriechender, teuflischer, feuchter Materialfurz entfahren - der Fluch ist gebrochen. Die Vögel fallen vom Himmel, die Wiener ersticken, ich kann in Ruhe schlafen. (Und ich habe einen Ort gefunden, an dem ich die verschissene Katze der Nachbarin verscharren kann)

Ich aas:
3 Paradeiser
1 Kren
1 Sandwichgurken
1 Eckerlkäse
1 Kräuterkäse

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Digitales High Life

Ich mochte mich nicht mehr. Ja, das konnte ich gestern mit vollster Überzeugung von mir sagen. Ich mochte mich nicht mehr. Denn mir war dauernd kalt. Andauernd. Immer und überall. Stets. Permanent. Und ich mag Leute nicht, die ununterbrochen wegen der Kälte dranjammern.
Das ist natürlich ein nicht zu akzeptierender Zustand! Für mich gibt es das Leben nur digital. Null oder eins. Tot oder lebendig - ich mache das wie beim Autofahren. Digitales Autofahren: nur Vollgas oder Stillstand. Nichts dazwischen. Kein Dranjammern, keine halben Sachen - lieber ein Seppuku in Ehren als irgendetwas nicht vollkommen.
Drum trank ich heute schon zum Frühstück einen heißen Glühwein. Hui. Jetzt is high life!

Ich aas:
1 Brot
1 Ast mit Tomaten
1 Kräuterkäse

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Gourmettipp - ACHTUNG: SUCHTGEFAHR!!!

Meine beiden Leser wissen es schon. Hier, in diesem geilen Misthaufen- und Gourmetblog, gehts um wichtige Dinge.

Heute sprechen wir über den Eieraufstrich (= zergatschte harte Eier mit Geschmacksstoffen). Symbolisch betrachtet ist der Eiaufstrich der schmerzliche Totalverlust der männlichen Zeugungsfähigkeit. Für Frauen, vor allem für beziehungstechnisch verletzte, stellt der Eimatsch DIE Rache schlechthin dar.
Da wir, meine beiden Leser und ich, stets die holistische Denkweise anstreben, wollen wir auch die Sicht des Huhnes nicht außer Acht lassen. Das Legehuhn, welches bekanntermaßen in einem Drahtgehege haust - egal, ob in einer Batterie oder auf dem Boden -, vollgepumpt mit Beruhigungsmitteln und Antibiotika, völlig bescheuert, weil im ganzen Leben lang nur 20 Quadratzentimeter gesehen, legt ein Ei, wahrscheinlich unter Schmerzen, und wird dessen sogleich beraubt. Um sich das besser vorstellen zu können, nehmen wir uns eine im Endstadium drogensüchtige Frau, die ein Kind zur Welt bringt - sie weiß nicht, wer der Vater ist, sie weiß nicht, was gerade passiert ist, ja, sie weiß wahrscheinlich nicht einmal, was da eben aus ihrer Vagina geschlüpft ist. Die Fürsorge steht schon während der Geburt hinter der Frau - natürlich ohne ihr zu helfen - und nimmt sofort nach der Nabelschnurdurchtrennung den geborenen Fötus mit sich, um ihn der Tierverwertung zu überreichen.

Ich aas:
1 selbstgekochtes Eieraufstrichsandwich - ACHTUNG: SUCHTGEFAHR!

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