Valentin in der Republik

Lili,

wollte ich hier niederschreiben, was ich für dich empfinde, müßte ich die fesselnden Ketten der Grammatik sprengen. Doch das vermag ich nicht. Ich kann dich nur betten auf den Symbolen unserer unsterblichen Liebe: dem Ei, der Semmel von Willendorf, dem heiligen Schlierbacher Klosterkäse und Schokoladeherzen aus Milch von unseren schönen Alpen, die im
Sommer nicht so bevölkert sind wie im Winter. Und Landfrischkäse.
Tag für Tag gibst du mir durch dein feuchtes Inneres die Befriedigung meines Durstes. Labsal ist die heilende Flüssigkeit für meinen gepeinigten und vor Sehnsucht nach dir sich verzehrenden Körper. Durch dich bin ich.
Bildnissen nackter Frauen in Zeitungen, die zum Beispiel in der U-Bahn in Wien liegen, bedarf ich nicht, denn du bist mehr als nackt. Du bist transparent.
Wir zwei Flaschen gehören zueinander wie die Wurst und die Semmel. Auf ewig.

Im Namen der Republik: ich liebe dich.

6 Gedanken zu „Valentin in der Republik“

  1. einfach genial, mein flaschenliebender poeten-matla. Ich setz
    einen drauf 🙂
    meine ode an die flasche:

    "Wenn ich deinen Hals berühr,
    dich mit meinen Lippen spühr.
    Dein Saft mir durch den Gaumen fließe,
    ach wie sehr ich das genieße.
    Doch es ist aus, es geht nicht mehr,
    denn die Flasche ist schon leer."

  2. wird´s eigentlich nich schön langsam zeit, eure wilde
    ehe zu legitimisieren?
    ich will ja nicht prüde klingen, aber fändest du es nicht
    anständig, deine angebetene endlich in den hafen der ehe zu
    führen?
    ich mach dir auch den trauzeugen! 😉

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