Die neun Todsünden

Heute Vormittag hat die Nachbarin spitzgekriegt, dass ich daham arbeite. Ich wollte es zwar vor ihr verheimlichen – aber wir alle wissen, man kann vor „ihnen“ nichts verbergen. „Sie“ kommen auf alles drauf, es ist nur eine Frage der Zeit… und dann haben „sie“ dich am Arsch!
Es passierte, als ich mich vorsichtig aus dem Haus schlich, um einkaufen zu gehen. Ich hatte auch den falschen Bart um… und den Zylinder am Kopf, doch es war alles umsonst. Die Nachbarin erkannte mich wohl an meiner dreckigen Hose, oder am Geruch.
„Halt!“, schrie sie.
Ich ging weiter, vielleicht war sie sich ja nicht sicher.
„Matla! Bleib stehen, du Suffkind!“
Ich gab’s auf.
„Warum bist du nicht in der Arbeit?“
„Ich bin in der Arbeit.“
„Arbeitest du daham?“
„Ja“, antwortete ich leise und war zum Sprung bereit.
„Wie lange wolltest du das vor mir verheimlichen?“
„Das ist alles nur ein Mißverständnis.“
„Wie viele Tag hast du schon daham gearbeitet, Matla?“
„Heute sind es Neun.“
„Neun Tage, Matla? NEUN?“

Und eben brachte die Nachbarin mir ein Brot vorbei – siehe Foto. Ich glaube, sie wird mich lange leiden lassen.

Ich aas:
mein wahrscheinlich letztes Brot mit Leberaufstrich und Senf

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