Erwischt!

Die verdammten Roboter haben irgendwas
vor. Das habe ich am Vormittag ganz deutlich gemerkt. Ich wittere
die Falle und meine riesige Nase mit dem ekelhaften Sonnenbrand hat
mir dabei sehr geholfen!

Ich, wie immer völlig daneben,
saß den ganzen Vormittag nichts ahnend im Rattenloch, die
Augen kaum geöffnet und wartete auf das Heulen der
Werkssirenen, als plötzlich die Tür aufsprang und der
Androide von nebenan hereinspazierte – in Minirock und
Stöckelschuhen. Auf die Frage, ob ich nicht in die Cantina
Kaffeetrinken gehen wolle, sagte ich vor lauter Schreck nur, meinen
Kaffee zur Zeit leider umrühren zu müssen – mir fiel
momentan nicht ein, was der eigentliche Inhalt meines Jobs im
Rattenloch war. Sie sagte, daß der Automatenkaffee sowieso
für Arsch und Friedrich sei und ich mitkommen solle. Also gut.
So ging ich und beobachtete genau, wie der weibliche Androide vor
mir in die Cantina stelzte. Dabei murmelte ich die ganze Zeit die
Worte „Eine Falle, eine Falle, eine Falle…..“ vor mich hin – in
einer Art Sprechgesang.
Als wir die Cantina betraten, drehten sich plötzlich alle zu
uns – noch ein Hinweis auf ein abgekartetes Spiel, sagte ich mir –
normalerweise registriert man mich gar nicht.
Sie legte los und sprach mit mir, schnell – über irgendeine
Katze – ich begann aber schon nach ein paar Sätzen gedanklich
abzuschweifen. Dachte an andere Dinge, wie z.B. meinen Becher
Kaffee, den ich einsam auf meinem Schreibtisch zurückgelassen
hatte und den ich gerade mit einem kleinen Braunen betrog.
Um bei dem Gespräch nicht einzuschlafen, beobachtete ich den
Mund der Androidenfrau, wie er sich bewegte. Auf und zu und auf und
zu.
Und auf und zu und auf und zu.
Und auf und zu und auf und zu und dabei fiel mir auf, daß sie
regelmäßig ihre Augen nach links oben drehte, so als
würde sie an der Decke irgendwas sehen – soetwas merkt man
eben nur, wenn man die Menschen „ohne Ton“ beobachtet. Ich
verdrehte nun auch meinerseits im Gleichtakt mit ihr die Augen und
erkannte dann bald, daß sie immer auf ein Lüftungsgitter
sah.
Gut! Ich beendete abrupt das Gespräch und verließ die
Cantina. Heute Nacht, wenn die Roboter in ihren Containern auf
Standby laufen, werde ich wiederkommen und das Lüftungsgitter
untersuchen!

Ich esse:
1 EKG
1 Forellenbirne – komischer Name, denn die Köpfe von Forellen
sehen bestimmt nicht so aus.

6 Gedanken zu „Erwischt!“

  1. also:
    1. im lüftungsgitter befindet sicher eine videokamera. klare
    sache. ich wäre für ein bergungsmanöver alla „mischn
    impossibl“.
    2. sehr appetitliches EKG, sogar mit zunge!
    3. die birne sieht nicht wie eine forelle, sondern wie moby dick
    aus.
    4. maaaaaahlzeit!

  2. wenn es sich wirklich um eine verschwörung der androiden
    handelt, dann wirst du wahrscheinlich gar nichts vorfinden. auch
    nicht mit der schrotflinte.
    ich würde mal eher auf youtube und so nachsehen…

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