Heimkehr aus Griechenland, Teil 6

> hier gehts zu Teil 1 der Heimkehrerstory.

Am Nachbarschalter tauchte ein Mann mit ängstlichen Augen auf. Er sah ziemlich seriös aus der Typ. Ich zwinkerte ihm aufmunternd zu, während die Nachbarin den besoffenen Griechen anschrie. Er winkte mich hektisch zu sich. Als er mir sagte, daß er uns helfe würde, stupste ich die Nachbarin vorsichtig an. Die ließ noch ein paar heftige Worte und Faustschläge fallen und kam dann zu mir herüber.
„Und? Macht er uns jetzt glücklich?“, fragte sie mich ungeduldig. Der Nikotinentzug stand ihr ins Gesicht geschrieben.
„Ja, er ist der Boß hier.“
Der äußerst höfliche und kompetente Schalterbeamte erklärte uns die Situation in gutem Englisch. Wir könnten die Tickets erst in Thessaloniki kaufen, das ginge hier in Athen nicht. Aber das sei kein Problem, es ginge auch ohne Reservation.
Hmmm, es ginge auch ohne Reservation. Dieser Satz lief ein paar Runden in meinem Kopf im Kreis herum.
Der Mann zeigte uns die Strecke die fahren mußten und bestätigte auch noch ganz geduldig unseren Plan, welche Züge wir nehmen wollten. Ich glaubte ihm. Die Nachbarin warf noch einen Blick zu dem Schalter, in dem der Fettarsch gesessen war. Der Schalter war nun leer.
Wir verließen den Bahnhof. Wie es aussah, würden wir morgen tatsächlich Griechenland verlassen können. Ich zündete mir eine Zigarette an, mußte erst rausfinden, was sonst noch am Programm stand. Die Nachbarin stand neben mir und atmete den Rauch tief ein.
„Bitte, rauch doch eine!“, sagte ich. Ich hatte Mitleid.
„Nein, ich habe nur noch drei Zigaretten und die werde ich heute Abend rauchen. Morgen ist es dann endgültig aus.“
Gut, zumindest diese letzte Nacht am Boot würde noch ruhig werden. Morgen ging das Theater wieder von vorne los.

>> hier gehts zu Teil 7 des Geschichterls

Ich aas gestern und heute:
1 Sandwich – ich bin geil auf Sandwich. Wehe dem, der es wagte, mich davon aufzuhalten!

3 Gedanken zu „Heimkehr aus Griechenland, Teil 6“

  1. Wie liebevoll du dein Sandwich zubereitest für zweimal abbeißen.
    Warum stopfst du dir nicht alles hintereinander rein? Ist doch viel ökonomischer!

Kommentar verfassen