Romeo, du arme Sau

Matla heute ohne Billa, ohne Semmerl und
sowieso ohne Julia.

Ich habe heute die Vorhänge
zugelassen. Will nichts sehen von „draußen“. Interessiert
mich einfach nicht mehr. Hab schon tagelang nicht geduscht, das
Clopapier ist alle und ich finde keine saubere Wäsche
mehr.

Daher esse ich, was es in meiner abgefuckten Bude zu finden
gibt:
1 Stück Toastbrot – den Rest davon werde ich als Clopapier
verwenden
1 Apfel

Beim Essen erinnere ich mich schluchzend an die ersten Zeilen, die
mich zum Weinen brachten, als ich sie zum erstenmal las – ich kann
sie seither auswendig:

Schon manchen Morgen ward er dort
gesehn,
Wie er den frischen Tau durch Tränen mehret,
Und, tief erseufzend, Wolk‘ an Wolke drängte.
Allein sobald im fernsten Ost die Sonne,
Die allerfreu’nde, von Auroras Bett
Den Schattenvorhang wegzuziehn beginnt,
Stiehlt vor dem Licht mein finstrer Sohn sich heim,
Und sperrt sich einsam in sein Kämmerlein,
Verschließt dem schönen Tageslicht die Fenster,
Und schaffet künstlich Nacht um sich herum.
In schwarzes Mißgeschick wird er sich träumen,
Weiß guter Rat den Grund nicht wegzuräumen.

7 Gedanken zu „Romeo, du arme Sau“

Dein Senf