Alte Kacke

Gestern Abend besuchte ich einen alten
„Freund“. Naja. „Freund“ wäre übertrieben. Würde IHN
eher als meinen „alten Dealer“ bezeichnen. Aber immerhin teilten
wir uns damals in der Anstalt ein Zimmer.

Ich klopfte. Nach
einer Weile höre ich eine Stimme:
„Matla, mein Gott! Matla, bist du es wirklich?“
Matla:“Alter, mach die Tür auf und dann den Rotwein!“
Tür geht auf und ER sagt: „Du bist es! Wie gehts dir,
Mann?“
Matla:“Wie solls mir schon gehen? Was stellst du dir vor? Ich
mußte öffentliche Verkehrsmittel benutzen, um hierher zu
gelangen!“
ER:“Du bist fett geworden!“
Matla:“Ok. Soll ich wieder abdampfen?“

Der erste Schritt war getan, das Eis gebrochen. Schnell entwickelte
sich ein interessantes Gespräch – ganz im Stile der alten
Zeit. ER hat später, als wir schon etwas vom belgischen Bier
betrunken waren, unser altes gemeinsames Tagebuch hervorgeholt. Wir
haben Tränen gelacht. Da kamen Sachen vor wie: „ER ist heute
mit dem Fahrrad aufs Clo gefahren.“ Oder: „Zuwenig Lendengewirbel
hier.“ Und: „Matla versagt sogar im Versagen.“

Am Ende hat ER mir zwei Löffel Schwarztee in Alufolie
verpackt. SEINE Lieblingssorte. Da sahen wir uns plötzlich
sehr traurig in die Augen. Scheiße, wir wußten
aufeinmal, unsere Zeit war vorbei. Früher hatte er mir auf
diese Weise Marihuana eingepackt – heute ist es Schwarztee.

Ich esse:
1 EKG
1 Nektarine

4 Gedanken zu „Alte Kacke“

  1. die öffentlichen verkehrsmittel wären auch einen blog
    wert. jeden tag neue erlebnisse wie angespiebene sitze, müll
    am boden, schnorrende junkies, stinkende menschen,
    uvam………..

  2. Ich habe den Kochbuchcode gelöst!
    Man nehme 2 Teel.
    Du hast sie!
    Matla nehme zwei Teel. ein abgelegtes EKG und ein Apferl.
    (Möglich sind auch Nektarinen, Minerlwasser,
    gräßliche Suppen oder Ribiseln roh)
    Diese Zutaten drapiere man so unfein wie möglich,
    schieße ein Foto (oder alles zum Mond) und serviere es, so
    wie die Rache, kalt.
    Mahlzeit.

Dein Senf

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