Don Corleone der Strasse

Mein Umzug ist nun abgeschlossen, denn gestern habe ich die Schlüssel der alten 3m2-Wohnung abgegeben.

Ich habe mich von einem Mann verabschiedet, den ich immer für den Hausmeister hielt, der aber nur zufällig in der ersten Wohnung ganz unten wohnt. Und vom Don Corleone der Strasse.
Diesen Don Corleone der Straße sah ich jeden Tag rund um die Uhr an seinem Fenster im Erdgeschoß lehnen und die Straße beobachten – manchmal rauchend. Egal, was ich gemacht habe, er hat es gesehen.
Ungewöhnlich viele Leute kamen an sein Fenster und redeten mit ihm. Und auch sehr viele Autos, die vorbeifuhren, hupten und grüßten mit der Hand aus dem Fenster. Wenn er aus dem Haus ging, tat er das mit solch einem Stolz. Mit Würde zeigte er seinen dicken Bauch her und hatte den diese-Straße-gehört-mir-Gang drauf. Die Leute wichen ihm aus und grüßten ihn ehrfurchtsvoll. Ich tat es ihnen gleich – man weiß ja nie.
Wir haben nie ein Wort miteinander gewechselt, doch habe ich mich gestern von ihm verabschiedet. Ich glaube, daß er mir zu verstehen gab, daß er meine Entscheidung respektiert. Als er mir die Hand zum Abschied hinhielt, wußte ich nicht, ob ich seinen monströsen Siegelring küssen oder ihm die Hand schütteln
sollte.

Zum Essen:
2 Semmel mit scharfen Liptauer und kalten Leberkäse
1 Monsterstange KitKat von Nestle

Ich werde es wie die Minus40-Kilo-Fanpersonifikation halten und mich dieses Wochenende ausschließlich von Schokolade ernähren.

Ein Gedanke zu „Don Corleone der Strasse“

  1. ich find du schreibst ganz gut…so im
    kishon-style…gefällt mir….aber zu deiner ernährung:
    wäre ja (im großen und ganzen)ganz gesund was du isst –
    wenn da nur nicht (beinahe)immer 1kg süßes dabei
    wäre….

    aber versteh´ dich, wo bleibt denn sonst die
    freude…*g*

    sg

Dein Senf