Reha Abenteuer

Die Nachbarin ist momentan schon einige Zeit auf Reha. Tagesklinik. Sie darf daheim schlafen, weil die Zuckungen und die Anfälle schon viel besser sind. Ich selbst sehe ja keine großartigen Unterschiede zu früher… aber die Ärzte machen so ein Theater.
Na jedenfalls erzählt sie mir jeden Abend von ihren Abenteuern im Rehabilitationszentrum. Ich höre immer ganz erstaunt zu, obwohl ich nicht alles verstehe… vielleicht fehlt es mir an Phantasie. Sie macht da so Dinge… mir fallen die Namen nicht ein… wie zum Beispiel so eine Art Thaiboxen… aber in Zeitlupe! Da stehen die Patienten auf dem Rasen herum und einer zeigt ihnen, was sie machen sollen. Die Nachbarin fällt dabei manchmal um, weil alles gar so langsam geht. Sie hat den „Vorführer“ einmal auf meinen Rat hin gefragt: „Und was soll ich machen, wenn mich einer von hinten mit dem Messer angreift?“ Aber irgendwie geht es dabei nicht um Selbstverteidigung.
Ein anderes Mal sagt die Nachbarin plötzlich: „Wokn!“
Ich fürchtete schon eine Art Anfall und fragte ganz vorsichtig: „Wie meinen?“‚
„Heute waren wir wokn.“
Es stellte sich heraus, dass sie „walken“ meinte, wobei es sich im Grunde um Langlaufen im Trockenen ohne Schi handelt. Also… man rennt quasi mit Schistöcken durch die Gegend. Du kennst das. Man sieht solche Leute eh schon sehr oft auch in der freien Natur.
Am liebsten ist der Nachbarin das Schwimmen. Sie sauft zwar jedes Mal ab und muss aus dem Becken gezogen werden, aber sie gibt nicht auf. So ist sie. Eine Kämpferin.

Und ich sitze daheim herum und aas:
3 Spiegeleier mit Brot

8 Gedanken zu „Reha Abenteuer“

  1. Wie sich die Zeiten ändern: Thaiboxen heisst das heutzutage – Bei uns hieß das noch glaub ich „Donner-Wetter-Blitz“, und das Wokn…naja dieser „Sport“ ist wohl dem Klimawandel zuzuschreiben. Aber wenns hilft ist alles gut.

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