Verhackertes im Frühling

Wie die letzten Zuckungen einer dem Untergang geweihten Sonne quetschten sich ein paar jämmerliche Strahlen durch die düsteren Wolken, als ich die staubige Strasse entlang ging. Ein ausgehungerter Vogel saß frierend auf einem dürren Ast und pfiff mir das Lied vom Tod. Heulend fuhr ein eisiger Wind mir durchs knackende Gebein. Der alte Bäcker kam mir entgegen, er grinste wie ein auf Aas lauernder Geier, sein Goldzahn blendete mich. „Grüß Gott!“, rief er und dachte sich: „Der Teufel soll dich holen.“
Ja, heute türmen sich die Häuserfronten bedrohlicher und enger denn je neben mir auf. Der Feinstaub des scheintoten Winters frißt sich durch meine Lungenflügel, auf der mühevollen Suche nach saftigen, gesunden Zellen – ich versuche mit den kläglichen Resten der ausgebrannten Tschick zu retten, was zu retten noch ist. Bei jedem Windstoß verliere ich einen Büschel Haare, Tränen sind das einzig Lebendige in meinem Gesicht. Ich kann nicht anders, ich denke an zerhackte Leiber, überfahrene Frösche, blutige Leichen, abgehackte Köpfe und zuckende Gedärme. Der Frühling wird sie nicht retten.

Ich aas:

12 Gedanken zu „Verhackertes im Frühling“

  1. ach, ich vergaß – du bist ja unsterblich wie Lenin und Fidel – ausgestopft und mit elektrischen Drähten in den Nervenbahnen, die dann mittels Elektroschocks deine Extremitäten zucken lassen (jaja, ALLE! das ist der einzige Vorteil an der Methode) mit Nanotechnologie zwingen sie deinen Kehlkopf, das zu sagen, was sie wollen, sie zeigen dich her und machen mit dir was sie wollen, du bist eine Jahrmarktssensation wie ehemals die Frau ohne Unterleib samt ihren Söhnen, den siamesischen Zwillingen, und ihrer Tochter, der Maid ohne Knochen….
    naja, da bin ich lieber nicht unsterblich, aber hallo!

  2. aber lass es dich nicht verdrießen – auch der Elefantenmensch wird dort sein, und der soll ja ein reizender Kerl sein – er reizt alle zum Kotzen…

Kommentar verfassen