Adios Kaffeebechersammlung und die Kuhflade

Ich hocke hier nach zwei Wochen mal wieder im Rattenloch und wenn du dich erinnerst, habe ich mich schon vor ungefähr einem halben Jahr gefragt, ob ich hier tatsächlich noch arbeite. Denn die Kugelschreiber, die ich hier baue, werden nie abgeholt. Das einzige Anzeichen eines Arbeitsgebers war ein gelegentlicher Anruf eines Herren, der sich nach meinem Wohlbefinden erkundigte. Geld wurde mir regelmäßig in einem braunen Kuvert in meiner untersten Tischlade hinterlassen.
Als ich heute hier her kam, war ich etwas schockiert. Ich stieg aus dem Lift aus und was sah ich da? Die Türen standen offen! Die Hochsicherheitstüren, durch die man sonst nur mit einem RFID-Chip gekommen ist, sperrangelweit offen! Ich betrat die Gänge ganz vorsichtig. Die Türen aller Zellen waren fort und in den Zellen, aus denen man sonst immer elektrisches Surren und emsiges Treiben hörte, waren leer. Aber nicht leer im Sinne von „Es ist halt keiner da.“, sondern wirklich leer! Alles weg, alle Möbel, alle Zwischenwände. Sogar stellenweise der Bodenlag…..
Uh oh! Jetzt sind gerade zwei Kerle in meine Zelle gekommen, die jetzt die Wände wegräumen! Meine Zelle nämlich steht noch unangetastet da. Nichts ist verschwunden, sogar das Haar, das ich immer auf den Einschaltknopf des Computers klebe, um gleich zu erkennen, wenn sie wieder meinen Computer durchsucht haben, war noch dran!
Um keinen Verdacht zu erregen, habe ich die beiden Typen ganz vorsichtig gefragt: „Und?“ Aber der eine, der große mit dem Stiergnack hat mich gleich ganz forsch angefahren: „Wos und?“. Sieht nicht so aus, als würde ich erfahren, warum das ganze Stockwerk ausgeräumt wird.
Sicherheitshalber werde ich heute die wichtigen Dokumente vernichten und mich von der Kaffeebechersammlung verabschieden. Ich werde sie wohl nie wiedersehen.

Deshalb hier die letzten Eindrücke der geilsten Kaffeebechersammlung der Welt:

Lebwohl, du Müllhaufen!

Heute kein Hundsdreck, sondern Kuhflade. Wie gestern ebenfalls noch arschwarm:
1 Kuhflade
1 Käse Alma Torso
1 Apfel

Alles aus der Cantina, in der noch Betrieb ist.

Typische Wiener Küche arschwarm

Nach den letzten Tagen, während derer ich nur herumgewuselt bin bzw. eigentlich nur wie ein Haufen Scheiße herumgeschaufelt wurde (z.b. aus dem Mobiclo in den Kackwagen) , bin ich sehr froh, endlich wieder etwas Ruhe zu finden.

Ruhe bezüglich Essen. Heute ENDLICH wieder die typisch Wiener Küche: Augsburger. Auch wenn der Weg von der Mikrowelle in meinen Magen etwas… naja… steinig…. war. In der Cantina des Rattenloches nämlich bestellte ich die Augsburger und bekam sie alsbald gereicht.

Der Teller stand schon fertig bereitet in der Mikrowelle. Mit den freundlichen Worten „Vursicht, des Töla is haaß. Steht scho länga in da Mikrowön.“* händigte mir die Küchenlady das Würsterl aus. Gaaaanz bedächtig trug ich mein Essen mit tränzendem Maule zum Tisch und begann zu essen.
Leider stellte sich heraus, daß zwar der Teller sehr heiß war, das Essen aber kalt. Die Kartofferln außerdem etwas… naja… steinig.
Matla: „Geh, sei so guat und stös nu a poar Minutn ind Mikro, de Erdöpfi san jo nu gaunz hort.“**
Nach einiger Zeit startete ich erneut mein Mittagsmahl. Nun alles heiß, die Kartoffeln dafür trockener, verschlang ich das Zeug – is eh wuarscht***.

Die Nachspeise war nicht so gut. Das teigige Stück, das du da am Foto siehst, war noch arschwarm. Und ich HASSE arschwarmes Gebäck!

Womit ich also aß:
1 Augsburger mit Kartoffeln und pfanzlichem toten Leben
1 Häferl Kaffee
1 arschwarmes Stück Teig mit Süßwaren

* „Hab acht! Der Teller ist noch etwas heiß. Zu lange stand er in dem Mikrowellenherd!“
** „Bitte, sind sie doch so nett und stellen den Teller noch ein paar Minuten länger in den Mikrowellenherd. Die Kartoffeln sind noch nicht ganz durch.“
*** „Das ist nicht so wichtig.“