Kebap Cowboy

An einem Freitag ist das schöne, daß alles gute Laune haben. Denn das, was man am meisten haßt, hört auf und das Wochenende vor dem Fernseher kann endlich los gehen.

Zu dritt wanderten wir vom Taiwanhaus los, auf der Suche nach einem Billa. Wir wurden fündig, doch kauften wir nur Bananen.
Der Freitag, das schöne Wetter und die unendliche Weite der Straße verführten uns! Wir stellten uns in der Mitte der Fußgängerzone in Dreiecksformation und duellierten uns mit den Bananen. Weil niemand starb, ging das ganze nahtlos in einen blutigen Häuserkampf über. Bis wir den Kebapstand überfielen.

Zurück in der Taiwanküche, erklärte man mir den Sinn der Bodenlöcher. Es sind nämlich nicht bloß „Löcher“, sondern es sind Warmhalteplatten! Wer hätte das gedacht?

Der Wasserkocher, der an diese Wärmhalteplatte zeitweilig angeschlossen ist, ist die Energiequelle! Ja! Das funktioniert sogar mit Dampfantrieb!

Somit haben wir nun Premiere: ich esse Kebap. Das erste Kebap seit Jahren! Hosanna!

Die Karotte des Schneemanns kulinarisch erlöst

Ich weiß nicht, wie tief meine Motivationskurve noch sinken kann, aber es kann durchaus sein, daß ich demnächst aufhöre zu atmen. Also mach dich darauf gefaßt, von mir nichts mehr zu hören. Wenn doch, dann hast du wohl Pech gehabt.

Trotzdem. Ich esse. Und zwar etwas ziemlich verwegenes! Das ganze Wochenende habe ich Kinder beobachtet, wie sie im Schnee gespielt haben und fette Schneemänner gebaut haben. Einem haben sie sogar eine Karotte ins Gehirn gerammt – furchtbar die Kinder heutzutage. Aber dem nicht genug. Etwas später kamen dann die größeren Kinder und haben ihm die Karotte in den Arsch geschoben.
Heute jedenfalls habe ich den alten Schneemann, der aufgrund des Tauwetters ohnehin schon in einem ziemlich maroden Zustand ist, von seinem Leiden der Karotte befreit (oder vielleicht war es auch sein höchstes Glück?). Ich habe die Karotte äußerst gründlich gewaschen – nicht nur einmal – und nun, ja, nun liegt sie vor mir:

Außer der leckeren Karotte habe ich auch noch ein Stück Knacker in meinem Kühlschrank gefunden – keine Ahnung woher oder wie alt, aber egal. Brot finde ich keines. Ich werde jetzt zur Nachbarin rüberlatschen, sie mit der Karotte bedrohen und sie um Brot anschnorren.

Mahlzeit.

Somit werde ich essen:
1 Stück Knacker
1 Karotte – vielleicht in Blut gedünkt, wenn sich die Nachbarin wehrt
1 Stück Brot, vielleicht auch Semmel – wer weiß, was mir die Nachbarin nachwirft.

8. Juli 2005

2 Semmeln mit Wiener, je 2 Scheiben Emmentaler und Senf
1 gelber Paprika
1 Packung Manja (von Nestle)

Bei so einer Zusammenstellung des Mittagsmahls fragt man sich ja: ‚Wie kommt der Mensch auf solch geniale Dinge?‘
Nun, die Semmeln sind klar – die müssen sein. Den gelben Paprika habe ich mir gekauft, weil ich mir dachte, daß es bei diesem trüben Wetter immer gut ist, wenn man etwas mit Signalfarbe herumträgt. Die Sicht ist ja nicht gerade die beste und die Gemüter der Autofahrer sind wahrscheinlich auch etwas trüber als sonst.
Und diese Packung Manja! Ich bin ja so gespannt, was das ist – ich kenne es nicht. Auf der Packung steht: ‚Feinste Haselnusscremestange‘. Ob ich wohl nach dem Verzehr weiß, wieso diese beiden Quader ‚Manja‘ heißen und alles in einem etwas japanischen Look gehalten ist? Eine nette Idee finde ich auch diesen durchsichtigen Plastikaktenkoffer, in den diese Stangen verpackt sind. Als ich das Geschäft verlassen habe, bin ich mir vorgekommen, wie ein japanischer Killer, der sich auf dem Weg zu einem Auftrag befindet und in seinem Aktenkoffer seine beiden Killer-Kampf-Manja-Stangen trägt, die er dem Opfer seiner blutigen Tätigkeit um die Ohren wirft.