Danclorträume und Fuchtelratten

Die Nachbarin sprach zu mir und nannte mich böse Dinge. Auslöser: eine kleine Ratte. Zusammen gingen wir, die Nachbarin und ich, des Weges, zufällig nämlich, und trafen die alte Schachtel vom anderen Haus. In der Hand hatte die Fuchtel eine Leine und an der Leine eine Ratte, ok, Hund. So groß wie eine Ratte, dunkelbraun, kurzes, fett glänzendes Fell, die Augen des Hundsvieh schienen aus seinem Kopf herausgedrückt zu werden. Und es zitterte. Es stand vor mir und zitterte, als ob es sich gerade am höchsten Punkt seiner sexuellen Erregbarkeit befand und sah mich dabei ganz lüstern an, sprang auf seinen Solettifüßchen hin und her. Ich konnte nicht anders. Ich hob meinen linke Fuß an und probierte, ob es vollständig unter meinem Schuh verschwinden würde, wenn ich auf es draufstiege.
Danach, du weißt ja, wie das bei uns in Wien läuft, ein Wort ergibt das andere, Herumgezetere, bla bla bla. Die Nachbarin zerrte mich weg und hielt mir einen Vortrag. Ich wäre ein verwöhntes Bübchen, verlasse die Wohnung nur selten, lebe und arbeite abgeschieden, in dunklen Gedanken versunken,  kümmere mich nicht um die Welt um mich herum, Alkohol und Drogen vergiften meine Sinne, kurz, ich sei das größte Arschloch, das sie kenne.

Ich habe ihr nicht wiedersprochen und aas:
Nichts, denn ich trank zuviel

Aber das macht nichts. Es ist gut so. Und ich träume von einem Leben mit meinem Darrrling. Zusammen nehmen wir den Kampf gegen die Natur auf, ich mit meinen Liptauerbroten und sie in Danclordämpfen gehüllt. Und weinen die sizilianischen Tränen Christi.

Spitz und Korn im Arsch

Wenn man in der Nacht von der Obenohnebar nach Hause torckelt, muß man immer höllisch aufpassen, denn man weiß nicht, ob das, was da vor einem am Gehsteig liegt, ein Stück Hundescheißdreck ist oder ein Kornspitz. Darum habe ich Kornspitzen nie gegessen.
Weil aber nun das ganze Essen sowieso mehr und mehr durch die Gentechnik zu Scheiße wird, ist es ja schon egal. So habe ich mir heute bei Billa ein Kornspitzerl geleistet, das ich grad mit Genuß verzehre. Um die Illusion von Hundskacke möglichst authentisch wirken zu lassen, ist das braune Kornwürstchen auch noch ein bißchen warm – quasi frisch aus dem Köterarsch.
Schon Wilhelm Busch kannte diese Ähnlichkeit und nannte in der Geschichte der beiden Sozialfälle Max und Moritz das Hundsvieh „Spitz“. Frau Bolte, die da ungefähr sprach: „Spitz, du degeneriertes Ungetüm! Aber wart‘, ich komme ihm!“

Somit esse ich:
1 Kornspitzen
1 Topfen, der einfach nicht weniger werden will!
1 Apferl