Krisenkrapfen

Heute ist der letzte Tag für lange Zeit, an dem ich mich von Krapfen ernähre. Morgen beginnt wieder das Apokalypsennahrungstraining (parallel zum Training gegen Tötungshemmung). Daß dieser Tag mit dem Ende des Faschings und dem Beginn der Fastenzeit zusammenfällt, ist eher auf meinen ausgeprägten Hang zum Symbolismus zurückzuführen. Das Ende der Krapfenzeit – das Ende der fetten Jahre. Der Beginn der Fastenzeit – der Beginn der Apokalypse, welcher sich durch diverse Klima- und Wirtschaftskrisen äußert.

Ja, es geht dem Ende zu. Glaubst du es nicht? Dann laß mich ein bißchen Panik verbreiten: laut TAZ rät sogar schon die deutsche Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zum Anlegen von Vorräten für mindestens 14 Tage: Aufruf zum Hamstern. Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Blablabla hat auch schon eine eigene Internetseite für Ernährungsvorsorge angelegt: Ernährungsvorsorge in Deutschland. Ja, so schauts aus. Also auf auf! Laß mich durch! Ich muß zum Weinregal!
Und so werde ich von nun an und weiterhin Topfen und Brot essen, den Magen an schlechte Nahrung gewöhnen (genauso, wie ich meinen Geist ans Töten gewöhne – und auch ans Totsein), werde weiterhin Tetrapakrotwein bunkern.

Krisenvorsorge. Ich habs dir gesagt, also tritt mir nicht die Haustüre ein, wenn dir der friedenspendende Alkohol ausgeht, der dir selbst die schlimmste Krise wie einen sonnigen, vollgefressenen Nachmittag in einer Blumenwiese mit Pflanzen, gegen die du nicht allergisch bist, vorkommen läßt.

Ich aas zum Abschied:
Krapfen Krapfen Krapfen

PS: mein Tipp: Krisenvorsorge

Werbung in der Finanzkrise

Ich bemerke nichts von einer Finanzkrise. Mein Leben war sowieso schon immer eine einzige Finanzkrise und wenn die Welt um mich jetzt auch in eine Finanzkrise stürzt… naja…. wie soll ich sagen… ist mir eigentlich nur recht…. das ist quasi die ausgleichende Gerechtigkeit. Warum soll immer nur ich am Rande des Abgrunds entlangwackeln? Warum soll ich immer einsam im Rachen des Todes ums nackte Überleben kämpfen? Allein macht das nur den halben Spaß! Würden wir gemeinsam am dünnen Lebensfaden entlangtänzeln, könnte zumindest einer dem anderen im Notfall noch schnell Stütze sein, bevor er zur Hölle fährt.
Nun, Krise hin, Krise her, ich gehe davon aus, daß du sowieso nicht verstehst, was ich meine. Aber eines laß dir gesagt sein, mein Freund! Würde die Welt am Ende doch ins absolute Chaos stürzen, kein Stein auf dem anderen bleiben, alles den Bach runtergehen, laß mich bloß mit deinen Problemen zufrieden! Ich will dann nicht so Dinge hören wie: „Der Matla hat so ein kummervolles Leben hinter sich, ständig in der Krise, kein Geld, kein Rock’n’Roll, kein Sex, nur Alkohol und Drogen, warum hilft er uns nicht? Warum zeigt er uns nicht, wie man das durchsteht?“ Ja, das kannst du dann vergessen, Alter! Dann ist es zu spät!

Darum beten Sie mich schon jetzt als Ihren einzig wahren Propheten an, befolgen Sie mein Wort und meine heilige Schrift, lassen sie sich von Johannes iBaptist, meinem einzigen Leser, taufen und schicken Sie mir all Ihr Geld (und ein paar Jungfrauen) und ich kann Ihnen versprechen, daß auch Sie die Apokalypse überleben werden. Als des Propheten Kinder werden Sie glücklich verenden. Danke.
(Oder kaufen Sie alternativ meine getragene Unterwäsche für 129,59 Euro pro Tigertanga.)

Ich aas:
1 Brot
1 Topfen
1 Käse
2 grüne Riesennasenmänner

PS: Vorbestellungen werden unter kasperlpost@matla.at entgegengenommen!

Das Menü des Himmels und der grüne Teufel

Ich war krank, lag Tage im Delirium. Die Tage blieben dunkel, der Sonnenaufgang brachte keine Hoffnung. Nur hin und wieder formierte sich mein Bewußtsein und ich öffnete die Augen. Einmal erblickte ich dabei ein äußerst häßliches Gesicht, abstoßend, eine Fratze, entstiegen dem schwefeligen Brodem der Hölle.
„Hast du mich endlich erwischt?“, fragte ich den Teufel mit sterbender Stimme.
„Trink noch was, Matla.“, antwortete die Nachbarin und hob behutsam meinen deformierten Kopf hoch, um mir die Tasse mit heißem Tee an die verschrumpelten Lippen zu führen.
„Wirst du mich jetzt bis in alle Ewigkeit foltern?“, fragte ich den Teufel schicksalsergeben mit wässrigen Augen.
„Nein, nur bis du wieder gesund bist.“, flüsterte die Nachbarin. „Du solltest was essen. Ich habe dir Suppe gemacht.“
„Warum folterst du mich mit Suppe?“
„Komm, Matla, setz dich ein bißchen hin, dann kann ich dich besser füttern.“
Ich quälte mich hoch, der Teufel schob mir das Kissen hinterm Buckel zurecht.
„OH NEIN! Die Suppe! Sie ist grün! Ist das…. ist das…. ist das….“, jammerte ich und sah Satan entsetzt an.
„Beruhige dich, Matla, da, iß das jetzt.“
„… ist das… ist das…. Klärschlamm? Willst du mich vergiften? Habe ich das wirklich verdient?“
„Jaja, siehst du? Schmeckt dir ja, Matla.“
Der schleimige Höllensud rann mir die Speiseröhre hinunter. Ich spürte wie sich mein geschundener Körper aufbäumte vor Ekel! Doch ich hatte keine Kraft, um dagegen anzukämpfen! Ich ließ es über mich ergehen. Die Hölle ist kein Wunschkonzert.
„Siehst du? Jetzt gehts dir besser oder, Matla?“
Nachdem Satan gegangen war, stand ich auf und wankte ins Schlafzimmer, um die Wasserpfeife zu holen. Ich mußte ungedingt etwas gegen diesen harten Husten tun – ich klang wie ein reudiger Köter und die Lunge schmerzte. Warme, kräutergeschwängerte Luft würde mir guttun.

Heute hat mich Saten verschont und ich schaffe es nun auch schon, selbst zu essen und es zu kommentieren. Die Arbeit allerdings muß noch warten.

Ich aas das Menü des Himmels:
1 Brot
1 Topfen
1 Käse
2 kleine Budweiser, die Satan wohl im Kühlschrank vergessen hat

PS: mein Dank geht an desertmum Darling, das an mich dachte, während ich dahinsiechte. Sie sandte mir lustige Bilder.

Öffentlich fährt das Salzgurkerl

Ich beobachte mich. Seit gestern schaue ich mir zu und ich bin zu dem Schluß gekommen, daß an meinem traurigen Zustand eine dunkle Macht schuld ist. Und eine Manifestation der dunklen Macht sind die Wiener Linien (man denke nur einmal an Lord Entwader), welche ich leider benutzen muß, seit ich kein Auto mehr habe. Und du kannst dir ja ausmalen, daß U- und Straßenbahnfahren für mich, der ich doch so wenig Erfahrung  mit öffentlichen Verkehrsmitteln und sozialem Kontakt habe, sehr schwer ist. Darum versuche ich, meine Sinne zu betäuben, wenn ich mich zwischen den Menschen bewege. Mit iPod die Ohren, mit Buch die Augen, mit Mundschutz Geschmacks- und Geruchssinn. Funktioniert ganz gut. Aber nur bis zu einem gewissen Level. Niemand darf sich außerhalb meines Sichtbereiches befinden (schon gar nicht HINTER mir) und niemand innerhalb meiner Reichweite.
Das war gestern nicht so. Ich weiß nicht warum, aber die Transportmittel waren gestern gesteckt voll. Und zwar so voll, daß ich von Menschen berührt wurde. Und obwohl ich den iPod mit voller Lautstärke laufen hatte und mir das Buch ziemlich nahe vor die Augen hielt, konnte ich mich nicht konzentrieren. Ich hatte so ein Gefühl, als würde jeden Moment irgendetwas passieren. Nicht etwa, daß die Straßenbahn in einem gigantischen Feuerball explodieren würde oder endlich die Sintflut kommen und die U-Bahntunnels fluten könnte. Nein, nein. Es war mein Instinkt, der die Musik in meinen Ohren und das Buch vor meinen Augen verschwinden ließ. Ich war auf der Hut. War auf jede nur mögliche Anomalie in dieser schleimigzähen Menschenmasse gefaßt. Auf plötzliche Messerattacken, Mütter, die ihr Baby beschützen wollen und die Pumpgun aus den Kinderwagen ziehen, Obdachlose, die mir in den Kragen kotzen, Regierungsbeamte, die mich exekutieren müssen, Schwarzkappler, die eine Fahrkarte wollen, Taschendiebe und so weiter. Alle meine Sinne standen Wache.
Doch die Fahrt vom Rattenloch zu mir nach Hause dauert fast eine Stunde. Und eine Stunde immer am Sprung sein, ständig bereit zu töten, das kostet Kraft. Deshalb habe ich dem Mechaniker gesagt, er soll mein Auto reparieren. Es war gar nicht schwer, etwas zu finden, das ich ihm an Stelle von Geld geben kann. Nächste Woche kann ich wieder mit dem Auto fahren. Sollte es mir dann nicht bald besser gehen, liegt der Zustand an etwas anderem. Die Kontemplation jedenfalls geht weiter.

Ich aas in der hoffnungslos überfüllten Cantina des Rattenlochs:
1 Mohnding mit Käse und Senf
1 Salzgurkerl
1 Nestea

Österreich wählt den Imperator

Nachdem ich gestern die ersten Hochrechnungen der Nationalratswahl erhalten hatte, fielen mir zuerst diese typischen Szenen aus Weltuntergangsfilmen ein: die Menschen wissen, daß sie sterben werden, und brechen dennoch in irrsinnigen Wahnsinn aus. Der Mob läuft durch die Straßen, auf denen alle Autos brennen, blutende Menschen plündern Geschäfte, schwangere Mütter erschießen sich gegenseitig, Jugendliche werden von der Armee, der auch schon alles egal ist, mit Panzern niedergewalzt (während der Held der Geschichte mit Ohropax ganz ruhig in einem kleinen Zimmer hockt und ein letztes Mal seinen Blog zu Ende schreibt, hehehe).
So ein Wahlergebnis bedeutet für einen linkslinken Radikalanarchisten, wie ich einer bin, natürlich eine herbe Entäuschung. Wirds wieder nix mit der autonomen Herrschaft der Vernunft unter den Menschen. Vielmehr bedeutet es das, was zur gleichen Zeit am Parallelkanal ausgestrahlt wurde. Dem Kanzler, Imperator in spe, rutscht die ganze Farbe aus dem Gesicht, als er gegen den Schwarzen kämpft, und das auserwählte Kasperle wird zum Darth Vader, nachdem ihm Arme und Beine abhanden gekommen und Haut und Haar verbrannt waren. Ja und das kleine grüne Maxerl büßt zwar etwas an Macht ein, überlebt aber weiterhin.

Mit solchen Gedanken aas ich unter dem Banner des Märzen:
1 Brot
1 Apferl

1. Mai, Tag des LSD und die Erde ist hohl

Den gestrigen Feiertag der Fahne habe ich aus bekannten Gründen zum Tag des LSD gemacht. Und schön wars. Und auch sehr aufschlußreich.
Denn ich sah den Spiegel meiner Seele und trat in ihn hindurch, wie durch klares Wasser aus Quecksilber. Auf der anderen Seite verlaufen Raum und Zeit nicht so wie in deinem Kopf. Dort bist du Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich. Nichts ist verborgen, alles ist dir klar. Du bist nirgends und doch überall. Ich erging mich im Strudel meiner Gedanken, besuchte Montauk, sah den Dracos und den Reptos bei ihren unterirdischen, unmenschlichen Experimenten zu, sprach mit den Sirianern, scherzte mit einem Plejadier, erkannte die Mitglieder der Bruderschaft der Schlange und wollte sie ins Dunkel stürzen. Die Zusammenhänge sind dir dortdrüben klar, der Sinn der Schöpfung, die Macht deines Glaubens, das Risiko des Geistes. Und du verstehst eines: alles läuft aufs Jahr 2012 hinaus.

Aber mein Gott! Was solls! Ich bin wieder im Rattenloch und aas:
1 Brot mit übelschwitzendem Käse
1 Apferl

Du bist so ein gottverdammter Narr!

Was habe ich dir gesagt? Vor ein paar Tagen erst? Worauf läuft alles hinaus? Genau: auf totale Kontrolle der Menschlein. Phantasiert habe ich damals von einem Chipimplantant, weil die Chipkarten gestohlen und verloren werden können (siehe es dir nochmal genau an: der VeriChip – es ist keine Fiktion, es ist Realität). Und siehe da! Was höret man? Der nächste Schritt ist getan: Fingerabdrücke und Foto auf der Chipkarte. Geil!
Aber lächerlich sinnlos. Kann genauso gefälscht und mißbraucht werden. Wann kommt endlich der absolut mißbrauchssichere gottverdammte Implantierchip?

Und weißt du, was am Ende aus unserer EU werden soll? Eine Kryptokratie! Irgendein Präsident (EIN EU-Präsident, ein einziger), der nur scheinbar das absolute Sagen hat, wird als Marionette einer undefinierbaren europäischen Schattenregierung diktatorisches Theater machen. Was die einzelnen Mitgliederstaaten wollen oder nicht, geschweige denn der einzelne Bürger, wird niemanden mehr interessieren. Geld- und Machtgeilheit werden regieren und sie tun es jetzt schon. Schau genau! Laß dich nicht ablenken vom österreichischen Politkasperltheather! Schau, was hinter deinem Rücken passiert – auf höherer Ebene!
Oder wie wäre es mit einer Theokratie? Ist der Vatikan nicht der sicherste und stabilste Staat?

Wenn dir deine Individualität, deine Freiheit und deine Anonymität wichtiger sind, als irgendeine Scheißpension (die du vielleicht nie erleben oder erhalten wirst), als Geld und Besitz, dann hör um Gottes Willen bitte auf in Farben zu denken! Rot, schwarz, blau, grün, orange! Völlig sinnlos! Klar sollst du wählen gehen, aber bitte wähle doch nicht Geld und Furcht, sondern Vernunft und Freiheit!

Du bist so ein gottverdammter Narr! Und ich der Größte! Denn sich im Internet gegen diese Dinge zu stellen, ist soviel wert wie ein Furz im Wald. Interessiert niemanden und ändert nichts. Alle Projekte, Blogs, Foren, die sich mit diesen Themen beschäftigen sind nutzlos, ändern nichts. Vielleicht erreichst du damit ein paar Menschen, aber in Wirklichket mußt du auf die Straße gehen. Wann warst du das letztemal auf einer Demonstration, fauler Arsch?

Das Ende ist nah und ich esse daher nur mehr das Minimum, um mich schon jetzt auf die Apokalypse vorzubereiten. Warum, jammere ich dir morgen vor.

Ich esse:
Brot
Topfen

Und dabei denke ich über MK-Ultra nach.

*Gutenachtgeschichten*

Langweilige Geschichten zum Einschlafen: