Trübe Gehirnverstopfung

Wie mir sei, fragt mein Darrrling, Krapfenverstopfung?

Darrrling,

es ist eher Gehirnverstopfung – es kommt nichts rein und vor allem nichts raus. Kann am Fasten liegen – ich nutze den alten heidnischen Brauch, zu dieser Jahreszeit wenig zu essen, um meinen Willen zu stärken. Ich trinke keinen Alkohol und esse, so weit es sich vermeiden lässts, keinen Zucker. Und das macht Leben und Gehirn inhalts- und farblos. Und trübe. Traurig.

Ich aas:
1 Nichts
1 Noch weniger

Danke der Nachfrage.

Filetiert auf Heimatboden

Aaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhh! Das Leben beginnt! Ostern, das immer einen Hauch von Mittelalter, Tod und Folter an sich hat, ist vorbei! Die Fastenzeit, sie ist zu Ende! Der Frühling beginnt! Die Natur erwacht und überall sprießen und platzen die Knospen wie Pustel bei starker Akner hervor! Schön.
Über die Feiertage war ich in der alten Heimat. Dort, wo man zu Ostern Geselchtes und Eier mit Germguglhupf verschlingt. Wo man noch normal spricht, wo es ‚das‘ Kommentar, ‚der‘ Butter, ‚das‘ Marmelade und ‚das‘ Teller heißt (Joghurt ist gänzlich unbekannt).
Schön ists dort. Dort, wo noch immer ein Großbauer über Leben und Tod entscheidet und alle, die nicht von den vier Urhöfen abstammen, unerwünschte Ausländer bleiben, im Wirtshaus verprügelt und bei Vollmond im Wald verscharrt werden.
Schön ists dort. Dort, wo man den Ewiggestrigen am liebsten mit einem Filetiermesser die Zunge durch die Gurgel ziehen möchte.

Und nun hock ich wieder in der großen fremden Stadt und schreib Scheiße:
1 Brot
1 Apfel
1 Topfen
1 Käse

Krisenkrapfen

Heute ist der letzte Tag für lange Zeit, an dem ich mich von Krapfen ernähre. Morgen beginnt wieder das Apokalypsennahrungstraining (parallel zum Training gegen Tötungshemmung). Daß dieser Tag mit dem Ende des Faschings und dem Beginn der Fastenzeit zusammenfällt, ist eher auf meinen ausgeprägten Hang zum Symbolismus zurückzuführen. Das Ende der Krapfenzeit – das Ende der fetten Jahre. Der Beginn der Fastenzeit – der Beginn der Apokalypse, welcher sich durch diverse Klima- und Wirtschaftskrisen äußert.

Ja, es geht dem Ende zu. Glaubst du es nicht? Dann laß mich ein bißchen Panik verbreiten: laut TAZ rät sogar schon die deutsche Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zum Anlegen von Vorräten für mindestens 14 Tage: Aufruf zum Hamstern. Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Blablabla hat auch schon eine eigene Internetseite für Ernährungsvorsorge angelegt: Ernährungsvorsorge in Deutschland. Ja, so schauts aus. Also auf auf! Laß mich durch! Ich muß zum Weinregal!
Und so werde ich von nun an und weiterhin Topfen und Brot essen, den Magen an schlechte Nahrung gewöhnen (genauso, wie ich meinen Geist ans Töten gewöhne – und auch ans Totsein), werde weiterhin Tetrapakrotwein bunkern.

Krisenvorsorge. Ich habs dir gesagt, also tritt mir nicht die Haustüre ein, wenn dir der friedenspendende Alkohol ausgeht, der dir selbst die schlimmste Krise wie einen sonnigen, vollgefressenen Nachmittag in einer Blumenwiese mit Pflanzen, gegen die du nicht allergisch bist, vorkommen läßt.

Ich aas zum Abschied:
Krapfen Krapfen Krapfen

PS: mein Tipp: Krisenvorsorge

Die Osterpredigt. Herr, erspare uns das!

Es ist ja nicht so, daß mich deine Kommentare nicht interessieren, neinnein, sie interessieren mich bloß nicht. Trotzdem tue ich mir es an und lese sie und mache mir manchmal die Mühe irgendetwas zu antworten – aus Höflichkeit, wie schon erwähnt.
Und ganz selten passiert es, daß mich deine Kommentare zum Nachdenken bringen – so wie in den letzten Tagen die Ostersachenkommentare. Fasten, Verzichten und dieser Quaqua. Darüber habe ich mir Gedanken gemacht (so gut es eben in einem verkommenen Gehirn möglich ist).

Worauf ich schon jetzt verzichte:

  • Fernsehen, denn ich fühle mich verarscht – Kanäle dienen bekanntlich der Abfuhr von Fäkalien
  • Zeitungen, denn sie wollen mich nur einschüchtern und lügen mich an
  • Versicherungen gegen jeden Scheiß, denn sie sind nur eine Folge unbegründeter Angst
  • Politik, denn sie lenkt nur von den tatsächlichen Problemen ab
  • Besitz, denn er macht mich nervös
  • Arbeitsstreß, denn er stiehlt mir das eigentliche Leben
  • Chipkarten, denn sie bringen MIR keinen Nutzen
  • Werbung, denn sie beeinflußt mich auf hinterhältige Art und Weise
  • Sportinformation, denn es ist zwar schön, daß andere Bewegung machen, aber mal im Ernst… was geht das mich an?

Worauf ich noch verzichten könnte:

  • Verpackungsmüll – wenn ich mich in der Welt/Wohnung umsehe, sehe ich nur Müll. Müll, den ich z.B. kaufen muß, damit ich darin Nahrung finde
  • Nahrungsmüll – das ist der Dreck, den wir zu kaufen bekommen.
  • Postmüll – der Sauhaufen, der jeden Tag in meinem Postfach landet
  • Medikamentenmüll – das Zeug, das wir dann nehmen müssen, um den anderen Müll zu überleben
  • In-Formationsmüll – ich will durch wertlose Dinge nicht geformt werden
  • Roboterhunde

Amen. Herr, erbarme dich.

Und Matla aas das Brot, den Kas, den Kren und den Apfel, erbrach es und sprach:

Ich aas:
1 Brot
1 Kren
1 Apfel
1 Kas

Frohe Ostern und Verzicht.

Fasten und Verzicht.

Wie sieht das aus? Hm? Das habe ich heute von Billa bekommen. Das ist Käsewurst und das esse ich?

Und ich esse es! Ja! Denn: die lieben Kommentatoren haben mich gestern gerügt. Ostern sei eine Zeit der Selbstgeißelung. „Fasten, Verzicht“. Nun ich hätte heute tatsächlich aufs Essen „fast verzichtet“, aber ich gehe einen Schritt weiter. Ich quäle mich selbst, indem ich diese vergammelte Wurst esse! DAS nenne ich Selbstgeißelung, ihr scheinheiligen Pharisäer ihr!

Mahlzeit.

Und sie leben doch! Leider.

Da bin ich wieder. Erst. Nach einem durchgezechten Montag beim Herren der Kugelschreiber.

Der Tag begann sehr gut. Auf der Fahrt zum Herren der Kugelschreiber war auffällig wenig los, kaum Menschen auf der Straße, wenig Autos. Mit einem guten Gefühl brauste ich ENDLICH über freie Straßen, genoß die Sonne, hatte das Fenster offen, den Arm draußen und klopfte den Takt der Lieder auf die Außenseite der Autotür. Und während im Radio meine Lieblingsmusik gespielt wurde, stellte ich mir vor, in der Nacht wäre auf Grund irgendeiner willkommenen schnelltötenden Seuche ein guter Teil der Wiener verreckt und die Stadt wäre ENDLICH wieder groß genug für mich. ENDLICH wieder unnötig rote Ampeln überfahren, die Straßenbahn links auf der Gegenspur überholen und die alten Knacker von der Straße abdrängen.

Und so aas ich das Ostermenü:
1 Käseleberkäseleberkäsesemmel mit Pfefferoni
1 Apferl
1 Krapferl – er war klein, muß wohl an der Fastenzeit liegen.

Fasten mit Hirn

Oder ohne. Hehehe.

Es hat natürlich keiner bemerkt, daß ich seit einigen Wochen keine ehrwürdige EKG mehr gegessen habe. Mir hat gegraust. Allein der Gedanke an Extrawurst reichte aus, um mir die Zehennägel einzurollen.
Aber, weißt du, gestern hab ich mir erklären lassen, daß jetzt Fastenzeit herrscht. Der Fasching, der wieder einmal spurlos an mir vorübergegangen ist, ist vorbei. Fasten statt -sching.
Was meinst du? Ist das nicht DER Grund, um wieder hinab zu den Wurzeln zu kriechen? Zum eigentlichen Zwecke dieses Misthaufenblogs? Ich finde schon. Die Wurstsemmerldiät!
Die abwechslungsreiche Nahrung der letzten Wochen hat mich fett werden lassen – jetzt kommt die Zeit der Enthaltung, die Zeit des Fastens, die Zeit der Wurstsemmerldiät, die Zeit der EKG. Eine heilige Zeit!

Amen.

Ich esse:
1 EKG
1 Apferl – ohne Geschmack

Regenwetter ist Fastenwetter

Ja, es regnet. Und wenn es regnet, gehe ich manchmal nicht so gerne außer Haus.

Das Problem dabei ist, daß ich aber zum Mittagessen eine EKG brauche. UNBEDINGT! Und dafür müßte ich zu Billa gehen. Siehst du das Problem? Kapierst du das? Ich habe zuhause keinen Supermarkt. Ich kann mir die EKG ja nicht aus den Fingern saugen.

Das macht mich traurig, aber mit etwas Fantasie geht das schon.
Ich esse:
1 EKG
0 Apferl – dafür reicht meine Fantasie nicht.