Camp W4 – Teil IIII

Teil I
Teil II
Teil III

Am späteren Nachmittag beruhigte sich die Lage. Die ersten Kopfschmerzen waren da, wir stiegen zu der grünen Suppe, die sie „See“ nannten, hinab, um uns etwas abzukühlen. Ich brauchte Ruhe und setzte mich auf einen warmen Stein in die untergehende Sonne. Nach einiger Zeit tauchte Kotzlocke neben mir auf. Schatten fiel auf mich und ich erschrak. Kotzlocke stand völlig nackt neben mir und sein Schwanz sah aus wie Faust und Unterarm von Sylvester Stallone.
„Warum hast du einen Steifen, Kotzlocke?“
„Hab ich nicht, ist Normalzustand.“
„Kannst du deinen Normalzustand nicht aus der Sonne nehmen?“
Nach einer Weile sagte ich:
„Naja, gehen wir wieder hoch. Vielleicht finden wir ein Mädchen für dich.“

Am Campingplatz zurück bunkerten wir Vorräte an Wein und Bier. Das von der Chefin geführte Buffet schloss zeitig, damit die Scheißnachtruhe auch eingehalten werden konnte.
Als ich die Flaschen in meinen alten Militärrucksack stopfte, beäugte sie mich wieder äußerst skeptisch.
„Darf ich Sie daran erinnern, dass um Punkt 22:00 Uhr die hiesige Nachtruhe beginnt, welche unbedingt einzuhalten ist?“
„Halten zu Gnaden, eure Exzellenz, aber Ihre Nachtruhääää wird schon nicht zu Schaden kommääään.“

Doch ich hatte mich geirrt – es gab Schaden, und Schrecken! Das muss ich dir morgen erzählen!

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Ich aas:
1 Weckerl irgendwas

Speib- und Sievertzombie

Apropos Zombie. Da gibt’s was, das ich diese Woche schon zum dritten Mal lese:

Wenn ein Mensch in kurzer Zeit konzentriert einer Strahlung von 1.000 Millisievert ausgesetzt ist, entsteht bei ihm eine Strahlenkrankheit mit Kopfschmerzen, Übelkeit und eventuell Blutarmut.

Ist die Strahlenkrankheit bei 1.000 Millisievert sowas wie ein mittelmäßiger Kater nach Suff und Schlägerei? Vielleicht sollten die das Scheißatomkraftwerk von Berufsalkoholikern ausräumen lassen, die würden sich dabei nicht so viele Sorgen machen.

Jedoch, was Atomkraft betrifft, war ich ein blauäugiger Idiot. Das muss man sagen. Ich dachte immer, man muss nur schauen, dass nichts heiß- oder ausläuft. Und wenn’s mal kritisch wird, schaltet man das Ding einfach ab und das war’s dann. Wie bei einer Kerze. Flup. Aus. Aber keine Sau hat mir gesagt, dass da Vorgänge ins Rollen geraten, die einfach niemand mehr aufhalten kann! Dass diese Brennstäbe einfach immer weiter glühen und man sie gar nicht abschalten kann!
Ich sag dir, Zombies sind stark im Kommen! Die werden bald wieder in sein.

Ich aas:
1 französisches Laugenstangerl von Anker
1 Krapfen von Anker

Rendezvous mit Nachbarins Tod

Es tat gut, den Schlaf nachzuholen. Gestern als die Sonne schon hoch stand (wenn man unter diesen Umständen von „hoch“ sprechen kann), erwachte ich quietschvergnügt. Grunzte, schlapperte, sapperte, suhlte mich in der verschlammten Bettwäsche. Der schlafraubende Auftrag war ausgeführt, es gab nichts zu tun. In Zeitlupe erhob ich mich, sackte gleich wieder zurück. Pochende Kopfschmerzen, ausreichend Schlaf nicht mehr gewöhnt. Schlief nochmal ein, schreckte nach kurzer Zeit hoch. Stand doch noch auf.
Mein Blick war ungewöhnlich scharf. Sah Dinge, die die letzten Wochen meiner Aufmerksamkeit völlig entgangen waren. Zum Beispiel der aufgerissene und achtlos zur Seite gestoßene Pizzakarton, aus dem die Pilze nur so hervoquollen. Gab ihm einen Tritt und verfrachtete ihn so hinters Bett. Zog mich an, so gut es ging, und wankte ins Kaffeehaus. Frühstück.

Am Abend hockte ich bei der Nachbarin. Sie sah fern. Ich verabscheue Fernsehen zu tiefst, doch sie sagte:
„Bleib hier, Matla. Spielt einen schönen Film. Rendezvouz mit Joe Black.“
Ich hatte keine Ahnung, was das war, wußte nicht auf was ich mich einließ. Doch aus irgendeinem Grunde zog mich die Werbung in ihrem Bann, ich blieb. Rutschte ganz nah zur Röhre, konzentrierte mich, versuchte jedes auch noch so kleine Detail wahrzunehmen, zu speichern. Machte das auch beim Film – die Werbung war besser.
Rendezvous mit Joe Black. Ein unbeholfener, saumieser, blonder Schauspieler, abgelecktes Arschgesicht, und eine Schauspielerin, der ich am liebsten die Fresse poliert hätte – sie sah aus, als würde sie jeden Moment in einem Heulkrampf zusammenbrechen.

Danach hatte ich mit der Nachbarin viel Freude. Uns beide machte die Vorstellung an, mit dem Tod zu ficken.

Ich aas:
1 Kronprinz Rudolf
1 Bresso
2 Brot

Aperol-C-Brause in forte-illy-issimo

Äußere, unerwünscht widerliche Umstände zwingen mich diese Woche dazu, jeden Tag morgens um halb sechs aufzustehen. Heute ist der zweite Tag und ich muß sagen, daß ich es nicht gut heißen kann. Ein Humanoid sollte bis mindestens acht Uhr schlafen – alles andere ist unmenschlich.
Ich habe zwar vor kurzem hier in diesem Misthaufenblog geschrieben, daß ich im Sommer mit der Sonne aufstehe, doch es ist etwas anderes, ob man will oder muß. Wenn ich will, dann machts nichts, wenn ich Kater, Kopfschmerzen, Rückenschmerzes, Handflächenjucken habe, das ist dann wirklich egal. MUSS ich jedoch aufstehen, dann ist es eine Qual.
Ich habe vorsorglich für diese Woche „Aperol“ besorgt. Ich erhoffe mir von diesem Gesöff weniger Nebenwirkungen als von Bier oder Wein. Gestern habe ich es zum ersten Mal versucht. Mir gehts heute nicht soooo schlecht. Kein Wunder, schmeckt es doch mit Orangensaft gemischt wie aufgelöste Vitamintabletten.
Außerdem trank ich ein illy issimo, Werbegeschenk. Ist stark genug.

Ich aas:
1 Aperol
1 Orangensaft
1 illy issimo

Käse in Ecken zerhackt lindert Kopfschmerzen

Ich hab den Comic erweitert. Das Bild ist eigentlich in Farbe und außerderm noch nicht fertig. Vielleicht mache ich es irgendwann fertig.

Aber jedenfalls werde ich von unangenehmen Kopfschmerzen gepeinigt. Zuviel geraucht, zuviel getrunken. Kann kaum einen geraden Satz denken.

Ich aas (laß dich von den Blutflecken am Jausenbrett nicht irritieren):
1 Käse in Ecken zerhackt
1 Brot

Verheerende Nahrung im apokalyptischen Kopf

Du meine Güte! Erst jetzt, da ich mich nur mehr von Topfen ernähre, erkenne ich, was die Krapfen mit mir angerichtet haben! Am ganzen Körper bin ich von eitrigen Pusteln überzogen, mein Rücken ist stark gekrümmt, sodaß mein Kehlkopf bei jedem Schritt abwechselnd von der linken und der rechten Kniescheibe getroffen wird. Dazu kommen noch verheerende Kopfschmerzen, die mich an meinem Verstand zweifeln lassen. Sind das Entzugserscheinungen? Oder sind das bloß physische und psychische Halluzinationen als Ergebnis der Kopfschmerzen?
Rotwein lindert den Schmerz etwas. Rotwein aus dem Tetrapak. Aktion Eichhörnchen ist in meinem Haushalt bereits gestartet.

Ich aas ganz apokalyptisch:
1 Kaas
1 Topfen
1 Brot
1 Apfel
1 Rotwein

Atlantisches Hopsassa!

Kuckuck! Hihihi!

Die letzte Nacht war eine Qual – böse Träume! Daher habe ich beschlossen, mit Admiral Kuckkuck reinen Tisch zu machen. Ich werde mit ihm ja im Sommer einen Segeltörn machen und wie ich gestern geschrieben habe, neige ich dazu, die Crew zu bescheissen. Ich wollte gerade den Admiral anrufen, als plötzlich das Telefon läutete.
„Matla hier.“
„Ja, hier ist der Admiral, lieber Matla!“
„Welcher Admiral?“
„Admiral Kuckkuck!“
„Ah, ich wollte dich auch grade anrufen.“
„Ja, ich weiß. Was wünschen Sie? Wie kann ich Ihnen helfen, lieber Matla?“
„Wenn wir den Segeltörn machen, wirst du alles bezahlen. Ich bin völlig mittellos.“
„Ach, lieber Matla! Machen Sie sich deswegen doch keine Sorgen! Glauben Sie, ich hätte Geld? Auch nur Stück Gold? Nein, mein lieber Matla, wir brauchen kein Geld.“
„Aber Admiral.“, sagte ich in einem mitleidigen Ton, „Was ist mit der Bootsmiete, was ist mit der Kaution… das habe ich schon paarmal probiert. Zumindest eine Anzahlung müssen wir machen…“
„Matla, ich habe selbst ein Schiff! Wir brauchen keines zu chartern!“
„Du hast ein Schiff? Wo? Welches?“
„Es ist die Santa Hopsassa!“
„Santa Hopsassa? Witzig. Und wo liegt es?“
„In Atlantis, mein lieber Matla.“
„Atlantis? Welches Atlantis?“
„Sagen Sie bloß, sie kennen Atlantis nicht! Den verschwundenen Kontinent! Atlantis, das…“
„Okay, stop! Hör mal zu, Alter…. ich bin mir nicht sicher…. reden wir ein andermal weiter. Ich weiß nicht… ich habe Kopfschmerzen. Bis dann.“
Ich legte auf.

Das Mittagessen habe ich dem Admiral gewidmet. Ich habe versucht, ihn mit dem Zeug zu portraitieren. Vor allem die Nase ist sehr gelungen.

Ich aas:
1 Nase (nein, es ist kein Schwanz)
2 Augenklappen (nein, das sind nicht die Eier)
4 Stück Honiggurken (nein, das ist keine Vagina)
1 Stück Brot

Die rostige Zeitbombe

Ich bin völlig mittellos. Das bißchen, das ich verdiene, brauche ich, um durchzukommen. Ich spare nichts, denn ich könnte schließlich schon heute abkratzen. Das hat den kleinen Nachteil, daß ich in Notsituationen nichts habe. So wie jetzt. Ich war heute Vormittag mit meiner Rostkiste in der Werkstatt. Mir ist nämlich in den letzten Wochen aufgefallen, daß es beim Fahren so höllisch laut ist. Ich wollte eigentlich nur, daß der Mechaniker nachsieht, ob auf den Reifen irgendetwas klebt, das den Lärm verursacht.
Mit starken Kopfschmerzen und einem Becher Kaffee stand ich rauchend auf einer vollgepinkelten Stiege, um auf die Diagnose des Mechanikers zu warten. Als er aus seiner Werkstatt kam, sah er etwas blaß aus und schüttelte den Kopf. Ich erwartete schon sowas wie: „Es tut mir leid… wir haben alles versucht, aber Gottes Wille hat etwas anderes für Ihren Wagen vorherbestimmt.“
Aber der Meister sagte bloß: „Du darfst mit der Kiste keinen Meter mehr fahren! Scheiße, das Ding ist völlig im Arsch! Gefahr im Verzug, sag ich bloß, Gefahr im Verzug! Du mußt das Ding hier lassen… wir müssen das gleich machen!“
Matla: „Aha. Ich sag dir was.“ Matla fischte sein Geldbörserl von irgendwo her und hielt es dem Mechaniker unter die Nase.
„Ich habe noch 55 Euro. 20 brauche ich diese Woche noch für Tschick und Essen. Wenn sich das mit dem Rest ausgeht, kannst du die Kiste haben. Wenn nicht, dann hau ich jetzt ab.“
Mechaniker: „Du weißt, daß sich das nicht ausgeht. Warte, du mußt mir noch was unterschreiben.“ Der Mechaniker ging kurz ins Büro und kam mit einem Zettel und einem Kugelschreiber zurück.

Ich unterschrieb also heute Morgen, daß mir bewußt ist, daß ich auf einer Zeitbombe durch die Gegend kutschiere.

Ich habs bis ins Rattenloch geschafft und aas:
1 Brot mit Ei und Gras
1 Kaffee mit Kuchen, der aussieht, als hätte sich an ihm ein Ork die Zähne ausgebissen.

Eristoff vom Freitag und die Chemtrails

Bin müde. Ich war den ganzen Tag im Pool beim Herrn der Kugelschreiber… wir haben nur mittags kurz Pause gemacht. Wir sind zum Interspar marschiert und haben uns mit Nahrung versorgt. Da dieses Wochenende ordentlich Chemtrails versprüht wurden, war ich noch nicht ganz bei der Sache und habe auch nicht den Witz der Verkäuferin verstanden. Erst der Herr der Kugelschreiber hat mich darauf aufmerksam gemacht, als er mich mit zwei heftigen Remplern aufgeweckte… ich war im Stehen eingepennt und grad am Abklappen.
„Der Witz!“, flüsterte er mir zu, „Der Witz! Lach ein wenig!“
„Hehe! Sie mich auch.“, sagte ich teilnahmslos zur Verkäuferin, die dann ein bißchen blöd aus der Wäsche blickte.
Als wir draußen waren, erklärte er mir dne Witz der Verkäuferin. Anscheinend habe ich ein „Babykornweckerl“ von ihr gewollt und sie sagte: „Aber schreckens Ihnen nicht, wenn Sie reinbeißen… dann schreits nämlich wie am Spieß!“
Also ehrlich gesagt, so ganz verstehe ich den Witz noch immer nicht, aber ich aas es:

1 Babykornweckerl
1 Topfen
1 Apferl

Und hier der Nachtrag zum Freitag. Ich hab mal so Alkoholmischungen probiert. Das ist zum Scheißen. Denn da bekommt man die Kopfschmerzen nicht erst durch Kater, sondern schon während des Saufens!

Ich, der suchet und nichts findet – nur Kopfschmerzen

Ich komme gerade vom Frühstück im Kaffeehaus zurück. Aus mir unerfindlichen Gründen bin ich heute morgen sehr spät aus dem Saufkoma erwacht. Das Bett war vollgekotzt und auf die Wand vom Clo hat irgendjemand etwas mit Scheiße geschrieben… ich kann es nicht entziffern. Du siehst sicher ein, daß man in so einer Bude nicht vernünftig frühstücken kann und so bin ich halt ins Kaffee runter.
Dort bin ich dann gehockt, wie ein Häufchen Elend, der Sichtbereich stark eingeschränkt und jeder Gedanke im Dreisekundentakt durch einen heftigen Pocher im Gehirn unterbrochen. Mit gekrümmten Rücken, ungewaschen, ungekämmt, unrasiert sowieso, das ausgewaschene gelbe Hemd mit ekelhaften Flecken nur halb in der Hose drin und die Schuhe haben auch schon bessere Zeiten gesehen. So bin ich gesessen, den Blick auf meine übermäßig behaarten und zitternden Hände fixiert, und habe mir gedacht, daß schon seit Jahren die ersten Stunden eines jeden einzelnen verfluchten Tages meines kummervollen Lebens von Kopfschmerzen beherrscht werden. Was ich doch alles für eine Welt tun würde, in der man trinken kann, OHNE VERFICKTE KOPFSCHMERZEN ZU BEKOMMEN! Stell dir das mal vor bitte!
Und noch eins! Weißt du, was es bedeutet, ein Leben zu führen, in dem man ständig auf Suche ist und NICHTS findet? Weißt du das? Mann, wieviele Monate meines Lebens ich wohl schon auf vergeblicher Suche nach meiner Brille verbracht habe, auf Suche nach irgendwas, was man als Klopapier verwenden kann, Socken, die zueinander passen, Unterhosen… ich hab doch grade noch eine Dose Bier in der Hand gehabt! WO IST DIE SCHON WIEDER HIN VERDAMMT!

Hier ist mein Frühstück… und zugleich Mittagessen:
1 schwarzer Tee
1 Weckerl
1 Packung Butter

PS: mir ist das alles danach bald wieder aus dem Gesicht gefallen