Hurdlewux

„Matla, ich muss Ihnen die Leviten lesen“, begann der Anstaltschef. Ich drehte meinen Kopf zum Fenster und tat recht überrascht, um seine Aufmerksamkeit auf etwas Anderes zu lenken. Umsonst. Der Chef ließ sich nicht beirren.
„Die Frau Hurdlewux…“
„Die was?“, unterbrach ich.
„Die Hotline.“
„Ah, verstehe.“
„Die Hotline hat mir gesagt, dass wir über Ihre unentschuldigten Fehlzeiten sprechen…“
„Über die was?“, unterbrach ich.
„Die Tage, an denen Sie vortäuschten, krank zu sein und in Wirklichkeit…“
„In was?“
„Was?“ Der Anstaltschef riss entsetzt die Augen auf und schüttelte den Kopf, so als wollte er alle Unklarheit aus seinem Gehirn bekommen.
„Bitte!“, rief ich und sprang von meinem Stuhl auf. „Geben Sie mir schnell eine Tablette gegen Wahnvorstellungen! Das Wochenende kommt schon in riieeeseeeen Schritten und Furzer und Bob und Brunnhilde und Sonja wollen…“

Oh und plötzlich war es vorbei und ich aas:
1 Schachtel mit dem beschissensten Essen, das ich seit Monaten zu mir nahm!

Hurdlewux

Arsch-Leben-Krise am Montag

Ja, Bob. Ist wohl wirklich so eine Arsch-Leben-Krise. Und es ist Montag. Alles geht mir auf den Keks und ich bin völlig am Boden zerschlagen. Habe mir am Wochenende den letzten Rest Verstand und Lebenswille mit Weinbrand weggesoffen. Jetzt stehe ich da… ohne Verstand… und ohne Lebenswille.

Darum rede ich heute nichts, sondern aas als Gegenmittel:

1 Sack mit Keks
1 Dose Flügelverleiher

Arsch-Leben-Krise

Stimmen beim Brandinesa

Und dann ging Matla mit seinen Stimmen zum Brandinesa. Alle waren dabei. Das lustige Grüppchen marschierte fröhlich und lachend die Straße entlang, Matla einige Meter hinter ihnen. Missmutig, seinen Blick auf den Boden gesenkt, die Stirn in Falten. Vanacoud hüpfte mitten unter ihnen auf und ab und schrie fast schon hysterisch: „Matla, komm schon! Geh schneller!“
Die dicke Brunnhilde betrat zuerst den Brandinesa… eigentlich wollte sie mit ihren dicken Fingern normal die Eingangstür öffnen, ihre Wampe und ihr Busen standen aber so weit vor, dass sie die Tür damit einfach eindrückte und den Kellner, der gerade eifrig zu Kunden laufen wollte, samt seinen Tablett quer durch das Wirthaus schleuderte. Herr Rudolf, der als nächster eintrat, sprang sofort dem jammernden Kellner zu Hilfe – von Kollege zu Kollege – und streichelte ihm das schmerzende Steißbein. Nun kam Johannes, der Furzer, der mit seinen Riesenfüßen gleich mal auf ein paar übergewichtige Kinder latschte, die gerade das Spektakel verfolgten. Schade drum, dachte sich Bob und stieg emotionslos mit einem großen Schritt über die Fettflecken, holte auch sogleich einen Kamm hervor, der mit schimmligen Schuppen übersät war, um seinen Moustache zu korrigieren. Als Sonja den Brandinesa betrat, füllte ihr Östrogenspiegel sofort den ganzen Raum aus. Der große Hund vom Wirten, der als erstes männliches Wesen darauf reagierte, kam auf der Stelle mit weitaufgerissenen Augen aus der Ecke geschossen und begann wie irre scharwenzelnd und speichelhechelnd unter ihrem Leopardenminirock herumzuschnüffeln. Vor Matla kam noch Vanacoud herein, der sich sofort auf den freien Platz des Wirtshaushundes kuschelte. Als Matla in der Tür stand, fragte der überkorrekte Bob sogleich: „Wo ist denn knofl geblieben?“
„Ach Gott!“, sagte Matla übelgelaunt und betrachtete seine linke Schuhsohle. „Da ist sie ja. Bin in Hundescheiße getreten.“

Ich aas:
1 Weckerl mit Zwiebelstreichwurst
2 Jausensalateier

Stimmen beim Brandinesa

Agaffine Sitzung #2

„Und können Sie die Stimmen auch… naja… sehen, Matla?“
„Hmmm, ja. Eigentlich schon… also mehr oder weniger…“
„Und wie würden Sie sie beschreiben?“
„Hm, ja… gute Frage… fangen wir mal mit den Herrn Rudolf an. Der sieht aus wie der Kellner in einem Wiener Kaffeehaus. Lang, dünn, mit dem typischen schwarzen Anzug, weißes Hemd… Umstandsmeier… ja, dann der Furzerjohannes. Der ist wiederum mehr wie ein Hobbit. Klein und dick… und hat so Riesenfüße mit vielen Haaren drauf, sodass er gar keine Schuhe mehr tragen kann… er hat wie ich so eine schreibende Zwangsneurose… Sonja ist… eine Pornosau. Ja! Total versaut mit großen Titten… sehr gute Bauchtänzerin… trägt genietete, nach Sperma riechende Lederjacken und lacht gerne. Brunnhilde ist mehr die Big Mama, die nie lacht. Mit Flügeln am Kopf… statt der Ohren… weiß auch nicht, wieso. Wenn man der falsch kommt, zerquetscht sie einen mit ihrer gewaltigen Masse… Damenbart, schlecht rasiert, aber trägt gerne Tigerunterwäsche. Bob… hm… ist eher der korrekte Typ… fette Haare mit Linksscheitel… Hosenträger, Hornbrille, Moustache… kleine Schuhgröße, aber dafür große Augen, riecht nach Pitralon und mag japanische Zeichentrickfilme. Vanacoud sieht wie ein Kasperl aus. Lange Nase, abstehende Ohren, Hasenzähne, kleine Augen, leichter Buckel. Rote Kappe verkehrt herum am Kopf. Aber am schlimmsten ist knofl. Die einfach nur klein, dünn und blöd. Sieht eher aus wie eine alte Krautstaude.“
„Gut. Halten wir das fest und schlafen wir darüber.“

Ich aas:
1 Tube Agaffin, denn die Stimmen verursachen auch Verstopfung

Agaffine Sitzung #2

Beim Psychopathendoktor

„Die Stimmen sind zurück… mehr denn je.“
„Was ist passiert, Matla? Entspannen Sie sich und erzählen Sie mir alles ganz genau.“
Ich lag am Vormittag beim Psychopathendoktor auf dem Sofa.
„Normalerweise sagen die Stimmen nichts… oder nur belangloses Zeug… und sie sind sich untereinander einig… Harmonie und so… aber in den letzten Wochen sind sie stärker geworden und mehr. Sie sprechen jetzt häufiger zu mir…“
„Was sagen diese Stimmen denn so, Matla?“
„Ja… sie reden von einem Feuerwehreinsatz… die einen Stimmen wollen ihn haben… die anderen wieder nicht…“
„Mhm. Sprechen Sie weiter.“
„Mir kommt sogar manchmal vor als würden sie mich ignorieren… als wäre das, was ich sage, völlig unwichtig… sie verspotten mich sogar schon!“
„Interessant. Wie verspotten die Stimmen Sie, Matla?“
„Naja, gestern zum Beispiel. Ich habe ihnen erzählt, dass ich beim Billa war… ich meine… ich wollte die Stimmen auf die Probe stellen… habe ihnen irre Dinge erzählt… Sie wissen ja, Herr Doktor, niemand mag mich… beim Billa am aller wenigsten: ständig werde ich an die Luft gesetzt, die Anzeigen wegen sexueller Belästigung, die Gerichtsbeschlüsse und so weiter… und ich habe ihnen gestern das genaue Gegenteil erzählt… sie haben mich dann verspottet… mich Rosalinde Bülcher oder so genannt… was soll ich tun? Was nur?
„Nun, Matla, ich schlage ihnen vor, Sie…“
„Immer Feuerwehreinsatz ja, Feuerwehreinsatz nein! Andauernd! Brunnhilde hier, Sonja dort. Bob von hinten, Furzer von vorne! Vanacoud hehe und knofl Bussi Bussi! Herr Rudolf ranzig! Wer soll das bitteschön aushalten?
„Schlucken Sie diese Tablette und trinken Sie etwas, Matla.“
Dann bin ich eingeschlafen.

Ich aas:
1 Teller so indisches Zeug von der Nachbarin. Scharf und komisch.

Beim Psychopathendoktor

Krieg der Misthaufen

Damn. Brunnhilde, man ist uns auf die Schliche gekommen! Schnell, zum Bobmobil!„, schrie Bob und sprang elegant von hinten ins Bobmobil.
Brunnhilde, etwas unbeholfen, stolperte seitlich heran.
„Bobo, warte, nicht so schnell! Ich habe meine Tage!“
„Du sollst mich in der Öffentlichkeit nicht Bobo nennen, Hilde!“
„Und du mich nicht Hilde!“
Endlich saß auch Brunnhilde im Bobmobil.  Bob begann mit engagierten Beinbewegungen die Flucht einzuleiten, doch das Bobmobil – eigentlich nichts anderes als ein billiger Skibob – kratzte nur leblos am Asphalt dahin.
„Halt!“, ertönte es plötzlich mit Urgewalt vor dem Fluchtfahrzeug. Bob und Brunnhilde erstarrten in ihren Bewegungen. Es war Oweh Matla.
„Oh weh, es ist… es ist… es ist Oweh Matla!“, stammelte Bob.
Geh lass uns doch, Matla! Wir flirten nur ein wenig!„, sagte Brunnhilde und nahm ihre verrückte 😆 Maske vom Gesicht.
Matla brummte erbarmungslos: „Ich bin im Bilde, Brunnhilde. Du führst immer was im Schilde, du Wilde.“
Bob – noch immer seine nicht minder verrückte :mrgreen: Maske am Kopf – erhob sich.
„Geh biiiitteeeee!“ rief Brunnhilde. Sie kippte gerade wie in Zeitlupe mit dem Bobmobil nach hinten.
Mit einem Geräusch, das nach einer Klospülung klang, schaltete Oweh Matla sein Leserschwert ein, das er bis jetzt heimtückisch in seiner linken Hand versteckt gehalten hatte.
Niemand bemerkte das lüsterne Grinsen hinter seiner Nasenmaske.

Wie wird es wohl weitergehen? Wird Matla seinen Misthaufenblog vor einer feindlichen Übernahme bewahren können? Ist sein Leserschwert eine schrecklichere Waffe als ein Laserschwert?

Ich aas:
1 was mir bei der Nachbarin entgegenblickte

Die Nasenmaske von Oweh Matla
Die Nasenmaske von Oweh Matla

 

Intrinsischer Hackangriff

Alarm! Ein neuer Hackerangriff bedroht den Misthaufenblog!

Ich hab dir ja schon erzählt, warum alle alten Kotzbilder verschwunden sind. Ja, Hacker waren es! Und jetzt schlagen sie wieder zu! Aber viel diffiziler, viel hinterhältiger. Nämlich nicht von außen, sondern von innen! Ja, sie versuchen den großen, weltbekannten, vielgehaßten Matla-Misthaufenblog zu übernehmen! Und zwar ganz gefinkelt mit einem eigenen Blog im Blog!
Umso trauriger und enttäuschter bin ich, als es nicht durch fremde Hacker passiert, die irgendwo im Osten sitzen… mit ihren langen, dürren, schleimigen Programmiererfingern und riesigen, aus dem Kopf quellenden Bildschirmaugen… nein! Es sind Brunnhilde und Bob, die uns hier ihre Ausbildung als Agenten offenbaren! Lang vorbereitet… jahrelang haben sie den Misthaufenblog mit ihren unscheinbaren, unsinnig erscheinenden Kommentaren gespamt und nun das! Plötzlich! Völlig unerwartet haben sie begonnen, ihre giftigen Fäden zu spinnen! Siehe hier: „Feindliche Übernahme durch Blog in Blog

Ich aas mit Tränen in den Augen (weil Brunnhilde und Bob so gemein zu mir sind… aber auch weil das Essen so grauenhaft ist):
1 Teller Was-weiß-ich

Intrinsischer Hackangriff