Back to Oarsch

Ich würde ihnen  ja am liebsten auf die Budel reiern! Die Arschritzenbedienung, an einem Dienstag, so zeitig… das erzeugt Brechreiz. Da reckts dich! Aber gut. Wenigstens hier hat sich seit Mai nichts verändert.
Dachte ja bisher immer, es kann nicht schlimmer werden, aber es geht immer schlimmer! Und selbst wenn du wirklich einmal ganz unten sein solltest, geht es dennoch weiter bergab! Dann reißt dir der Teufel grinsend die Falltür unter deinen Füßen auf und lacht dir hinterher, während du mit einem langen, erbärmlichen Schrei in die Hölle stürzt.
Die letzten Monate habe ich oft schon diese Falltür rattern gehört. Bin wochenlang neben dem Bett der Nachbarin in dem Scheißkrankenhaus gesessen. Habe ihr  Gesellschaft geleistet, während sie zuerst ums Überleben und danach um ein normales Leben kämpfte. Dieses öde Zimmer, die Nachbarin vor mir, der Teufel unter uns, Krankenhausgestank, Alter, Krankheit, Tod, Menschen, Pisse, Scheiße, erfolglose Versuche, alles mit Desinfektionsmittel zu übertünchen, kein Ausweg, Ärzte, denen du am liebsten eine reißen würdest, Papierkrieg, Telefonate mit Idioten.
Und dann, alles erledigt, alles geschafft, alles überlebt, dann sitzt du in einem Büro und fragst dich, wozu das alles. Dir gegenüber einer, der aussieht, als würde er jeden Moment aus dem Fenster springen, und du sollst Dinge machen, die in Wirklichkeit nur in einem Computer existieren. Ollas voi fian Oarsch!

Ich aas:
1 EKG
1 Plastikpackung Weintrauben der Sorte „Satana“… nein „Sultana“

Schweinsäugige Sternpigmentierte

Die heiligen drei Könige waren da. Ich bestehe ja darauf, dass sie jedes Jahr bei mir aufkreuzen. Denn nichts ist herzerwärmender als liedersingende Kinder. Darum bin ich auch sehr spendabel. Habe ihnen heuer zum Beispiel alle Süßigkeiten, die von Halloween übrig geblieben waren, gegeben… aber erst nach meinem Lachkrampf… ja… die Nachbarin fand das sehr peinlich, aber ich konnte mich nicht halten.
In freudiger Erwartung öffnete ich den Sternsingern die Türe – ich hatte mich auch ordentlich gekleidet und sogar Socken an. Das Erste, was ich sah, waren zwei kleine, dicke Mädchen, die wie Aufziehmäuse um die Begleitperson wuselten und dabei etwas völlig Unverständliches sangen. Die mit goldenen Kronen am Kopf befestigten Kapuzen waren ihnen schlicht und einfach viel zu klein. Ihre Gesichter waren derart zusammengequetscht, dass sie eher wie schweinsäugige Fische aussahen als wie stolze Königinnen!
Der dürre Bursche, der den Vollständighautpigmentierten mimte, indem er sich unter die Augen jeweils zwei fingerbreit Tarnfarbe geschmiert hatte, hing dagegen in kompletter Agonie an seinem Sternenstab, so als würde er in sich zusammenfallen, wenn er ihn nur los ließe, und sprach den Liedtext mit seiner tiefen, pubertären Stimme, während er krampfhaft versuchte, die Augen offen zu halten – immer ein, zwei Wörter hinter dem Gesang der Mädchen.
Die grinsende Begleitperson zuckte ob dieser Peinlichkeit nur entschuldigend mit den Schultern, musste aber auch bald den beiden Mädchen nachsetzen, die bereits vor dem Ende des Liedes zur nächsten Tür liefen.
Der Dürre blieb noch wankend vor der Nachbarin und mir stehen und hielt uns müde eine Sparbüchse entgegen. Die Nachbarin steckte einen Geldschein rein und ich bot ihm mein Sackerl mit den Halloweensüßigkeiten an. Er brauchte ungewöhnlich lange… wohl um zu entscheiden, ob es die Mühe wert war, seine Stellung für die Süßigkeiten zu verändern. Mir schossen ja schon seit Sekunden Tränen aus den Augen, weil ich soviel lachen musste, und jetzt war ich gespannt, ob der Dürre zusammenbrechen würde, wenn er sein Gewicht verlagerte. Doch er schaffte es… und schlapfte schlaftrunken von hinnen.

Und ich aas:
1 Büchse Sushi

Dirty new year

Freiheit

Heute, als ich die weiße Anstalt betrat, passte mich Dr. Sowieso ab.
„Matla! Gut, dass Sie kommen. Herr XY will mit Ihnen sprechen.“
„Aha“, sagte ich mit dunkler Morgenmiene, „Und wer soll das sein?“
„Na, der Chef!? Geschäftsführer! Habe ich Ihnen schon zwei Mal erklärt. Kommen Sie gleich mit mir!“
Gut, wir gingen also in irgendein Zimmer, in dem ein Typ mit rotem Kopf und einer… also…. einer echt… also einer echt…wie soll ich sagen… ja, einer echten Schweinsnase im Gesicht saß. Die schiarche Sau murmelte irgendwas und zeigte auf die Stühle ihm gegenüber. Dr. Sowieso und ich setzten uns. Und gleich gings los. Die Schweinsnase begann zu reden und zu reden… du weißt ja schon, wie das bei mir läuft. Hirn-Mund-Polarität
Aber heute versuchte ich wirklich, dieser Sau zu folgen, zu verstehen, was er von sich gab, es zu begreifen, zu erfassen. Wirklich! Jedoch… ergebnislos. Schon bald schweiften meine Gedanken ab und ich begann, seine verschissene Visage zu beobachten, versuchte, etwas Schönes darin zu entdecken. Auch das ergebnislos.
Dann musste ich grinsen. Mir fiel nämlich eine Textzeile eines Songs ein, den ich in den letzten Tagen zufälligerweise an verschiedenen Orten gehört hatte. Diese Zeilen schwirrten die ganze Zeit in meinem Kopf herum:

Freedom’s just another word for nothing left to lose
Nothing don’t mean nothing, honey, if it ain’t free

Jaja, so ist das. Danach konzentrierte ich mich wieder auf die Sau. Sie kam mir jetzt noch hässlicher vor. Der Kopf jetzt tiefrot, wie eine Kirsche fast. Lustig.
Auf einmal hörter die Sau auf zu reden und zu gestikulieren. Er blickte mich irgendwie… krank… oder ärmlich, erbärmlich an. Er tat mir ja geradezu leid.
Ich wandte mich zu Dr. Sowieso und sagte:
„Ich hab‘ kein Wort verstanden. Was hat er gesagt?“
Die Sau sprang vom Sessel hoch, sodass dieser umkippte, und rannte wie abgestochen aus dem Raum.
Dr. Sowieso kicherte.
„Gut gemacht, Matla. Entweder sind Sie Ihren Job los oder es ändert sich genau gar nichts.“

Gut, auch recht. Ich aas:
1 Plastikverpackte Kornsemmel mit Inhaltsstoffen von Billa

Freiheit

Knoff-Hoff: Magnetismus

Ich habe von daheim einen Magneten in die weiße Anstalt mitgenommen. Damit bin ich heute die gesamte Oberfläche des Geduldspiels abgefahren. Oben, seitlich, unten. Und als ich dort, auf der Unterseite, meine Bahnen zog, hörte ich im Inneren des Spiels seltsame Klickgeräusche. Aber was viel wichtiger war: die Kugeln waren magnetisch! Das hatte ich nicht erwartet. Ich musste unwillkürlich grinsen, als ich das entdeckt hatte. Ich blickte wie ein gehässiger kleiner Wichser, der seinem verhassten Nachbarn, mit dem er schon seit Jahrzehnten im Streit lag, etwas zu Fleiß machen kann, zur Kollegin, die sich schon wieder Notizen zu machen schien. Ich brauchte nicht lange, bis ich mit Hilfe des Magneten eine Kugel des Geduldspiels eingelocht hatte. Ha! Blöderweise rollte diese sofort wieder auf die Seite, sobald ich die Position des Magneten veränderte. Die Spielfläche war ja nach oben gewölbt.

Nun sitze ich hier, nicht mehr gar so mutlos, nicht mehr gar so aggressiv und mache Pläne. Morgen werde ich eventuell ein paar Drähte und Werkzeug mitnehmen, um die Steckdose anzuzapfen. Vielleicht erziele ich mittels Strom noch bessere Ergebnisse.

Ich aas im Scheißheislrestaurant:
1 Teller mit Etwas

Knoff hoff: Magnetismus

Das Silvesterkomplott

„Den da drüben?“, fragte ich und sah mir den Nachbarn schwankend an, den der Dominus heute Nacht umbringen wollte. Ich brauchte etwas Zeit, um meine Augen zu fokussieren… ok… da war er. Kurzes Kinn, keine Lippen, keine Augenbrauen, hohe Stirn.
„Ja, ich hasse ihn“, bestätigte ich, „Des Oarschloch drah ma ham.“ Ich öffnete die Kiste mit den Waffen und holte eine Granate heraus.
„Erstaunlich“, begann ich, als ich das Ausmaß des Arsenals erst so richtig registrierte, und wollte mir auch noch die Schrotflinte greifen.
„Net so“, flüsterte der Dominus und nahm mir die Granate wieder ab. Sorgfältig legte er sie in seine Waffenkiste zurück. Dann sagte er mit vor Stolz leuchtenden Augen:
„Sondern daaaamiiiit.“ Und machte eine ausladende Handbewegung über seine Silvesterfeuerwerkskörpersammlung.
Ich versuchte, einige Szenarien durchzuspielen.
Variante 1: eine Riesenladung Schweizer in den Arsch und anzünden. Vorteil: schneller Tod. Nachteil: der Saustall mit dem Gedärm und dem Blut.
Variante 2:  rund um den Körper eine Vielzahl an Raketen installieren und entzünden. Vorteil: die verräterische (zukünftige) Leiche fliegt in den sternenübersäten Nachthimmel davon, explodiert und verteilt sich über dem Haus eines Nachbarn (Notiz: schräg abfeuern). Nachteil: schneller Tod zwar, aber mit länger andauernder anfänglicher Panik für das Opfer.
Ich schlug dem Dominus Variante 2 vor. Er grinste und bewegte ein paar Mal seine Augenbrauen auf und ab.
„Den Fetznschädl spreng ma in Fetzn!“

Und morgen erzähle ich, wie es zu dem Feuerwehreinsatz gekommen ist.

Ich aas:
1 Teller Sushi, um mich bereits jetzt an den postapokalyptischen Rattenfraß zu gewöhnen

Das Silvestermordkomplott

Krieg der Misthaufen

Damn. Brunnhilde, man ist uns auf die Schliche gekommen! Schnell, zum Bobmobil!„, schrie Bob und sprang elegant von hinten ins Bobmobil.
Brunnhilde, etwas unbeholfen, stolperte seitlich heran.
„Bobo, warte, nicht so schnell! Ich habe meine Tage!“
„Du sollst mich in der Öffentlichkeit nicht Bobo nennen, Hilde!“
„Und du mich nicht Hilde!“
Endlich saß auch Brunnhilde im Bobmobil.  Bob begann mit engagierten Beinbewegungen die Flucht einzuleiten, doch das Bobmobil – eigentlich nichts anderes als ein billiger Skibob – kratzte nur leblos am Asphalt dahin.
„Halt!“, ertönte es plötzlich mit Urgewalt vor dem Fluchtfahrzeug. Bob und Brunnhilde erstarrten in ihren Bewegungen. Es war Oweh Matla.
„Oh weh, es ist… es ist… es ist Oweh Matla!“, stammelte Bob.
Geh lass uns doch, Matla! Wir flirten nur ein wenig!„, sagte Brunnhilde und nahm ihre verrückte 😆 Maske vom Gesicht.
Matla brummte erbarmungslos: „Ich bin im Bilde, Brunnhilde. Du führst immer was im Schilde, du Wilde.“
Bob – noch immer seine nicht minder verrückte :mrgreen: Maske am Kopf – erhob sich.
„Geh biiiitteeeee!“ rief Brunnhilde. Sie kippte gerade wie in Zeitlupe mit dem Bobmobil nach hinten.
Mit einem Geräusch, das nach einer Klospülung klang, schaltete Oweh Matla sein Leserschwert ein, das er bis jetzt heimtückisch in seiner linken Hand versteckt gehalten hatte.
Niemand bemerkte das lüsterne Grinsen hinter seiner Nasenmaske.

Wie wird es wohl weitergehen? Wird Matla seinen Misthaufenblog vor einer feindlichen Übernahme bewahren können? Ist sein Leserschwert eine schrecklichere Waffe als ein Laserschwert?

Ich aas:
1 was mir bei der Nachbarin entgegenblickte

Die Nasenmaske von Oweh Matla
Die Nasenmaske von Oweh Matla

 

Das Stabmixer-Kochbuch

Es gibt Ketchup zum Mittagessen. Mit Schinken-Käse-Toast. Ich habe es geschickt eingefädelt. Bin vor einer Stunde zur Nachbarin rauf und sprach:
„Zeigst du mir bitte nochmal, wie man Toast macht?“
Die Nachbarin, die noch im Bett lag, sah mich ziemlich verdutzt an.
„Was willst du, Matla?“
„Schinken-Käse-Toast. Zeig mir bitte, wie man das macht.“
„Pfffff, geh bitte schleich dich.“
„Bittttäääääää!“
„Du weißt doch eh, wie das geht.“
„Hm…. wie war das? Drei Esslöffel Toast, 2 Kilo Käse und 3 Becher Schinken oder?“
Die Nachbarin verdrehte die Augen und vergrub ihren Kopf unter der Decke.
„Gut, ich gehe in die Küche und fange an. Den Stabmixer werde ich schon finden!“ Das ließ ich wie eine Drohung klingen.

Ein paar Minuten später saß ich am Tisch und futterte. Die Nachbarin hatte mir Schinken-Käse-Toast zubereitet und saß nun unfrisiert mit Bademantel und Mundgeruch neben mir – und rauchte eine.
„Hm… net schlecht“, sagte ich mampfend. Ein kleines, gut eingespeicheltes Stück Ketchup-Schinken-Käse-Toast-Kugerl fiel dabei aus meinem vollen Mund. Als ich es mir wieder zurück in den Mund steckte, sprang mir ein noch größeres Stück herhaus. Dieses neue, nicht minder ekelerregende Stück wollte und wollte aber nicht von meinem Finger genommen werden… ständig zerbrach es oder löste sich in seine Einzelteile auf.
Um die Nachbarin etwas abzulenken, fragte ich: „Warum schreibst du eigentlich kein Kochbuch?“
Die Nachbarin pustete eine riesige Rauchwolke aus ihrer Lunge in mein Gesicht und antwortete grinsend: „Ein Schinken-Käse-Toast-Kochbuch?“
„Ja. Das wär doch mal was Neues.“
„Oder meinst du eher sowas wie: Wie man appetitlich Schinken-Käse-Toast isst, ohne die Küche vollzuspucken und die anderen zum Speiben bringen?“

Ja. Also ich aas:
1 Ketchup mit Schinken-Käse-Toast

Ketchup mit Schinken-Käse-Toast

Der Kater, der mit der Propellermaschine nach Kaki flog

Tut mir leid, dass ich gestern nicht für dich da war. Aber ich bin erst am Nachmittag aufgewacht… in meiner eigenen Kotze. Ich ließ die letzte Nacht Revue passieren, um zu sehen, ob ich noch immer der war, an den ich mich erinnerte… ja, ok… alles schien soweit in bester Ordnung zu sein…. ich war beim Branntweiner gewesen… jede Menge bekannter Gesichter…. jede Menge bekannter Gespräche….ok… nur… naja, ich erinnerte mich nicht mehr an den Weg nach Hause…. aber… aber seltsamerweise hatte ich zweimal das Bild vor Augen, wie ich die Wohnungstüre aufsperre… und dass mir beim zweiten Mal etwas kalt war…. oje….
Ich stand taumelnd auf, zog mich an… das Gewand roch nach Bier, alten Tschick und Pisse… egal, ich wollte so zur Nachbarin raufgehen, sie würde die Sachen sicher gerne sofort waschen.
Als ich die Wohnungstür von außen ins Schloss fallen ließ, hörte ich sie schon. Sie, die Alte von gegenüber.
„Herr Matlaaaaaa, kann ich sie bitte kurz was fragen?“
Ich nickte nur mit dem Kopf, ich hatte Angst mir würden eventuell die Getränke von gestern aus dem Mund schwappen.
„Herr Matlaaaaa, was fällt ihnen ein, mitten in der Nacht, einen solchen Krach zu machen und auch noch in so einem Aufzug herumzurennen?“ Die Alte sah mich finster an. Ich machte ein armseliges Gesicht und zuckte nur mit den Schultern. Die Alte begann plötzlich zu grinsen und wackelte mit ihren Zeigefinger.
„Und dass sie dann noch unbedingt Flugzeug spielen mussten. Herr Matla! Also wirklich!“ Sie zwinkerte mir zu.
Oje, dachte ich mir, das verhieß nichts Gutes! Ich winkte der Alten freundlich und schleppte mich die Stiegen zur Nachbarin hoch.
Oben ließ mich die Nachbarin lachend in ihre Wohnung…
„Warum?“, sagte ich… wollte eigentlich sagen: „Warum lachst du so?“, aber ich musste aufs Scheißhaus kotzen rennen. Am Klo versuchte ich, meine Unterhose soweit nach oben zu ziehen, um mir damit den Mund abzuwischen… weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe…. dann ging ich erfrischt in die Küche, wo einige Töpfe dampften und allerlei Werkzeuge  herumlagen.

Nun, die Nachbarin klärte mich über gestern Nacht auf. Anscheinend bin ich, nachdem ich nach Hause gekommen war, in Cowboystiefeln, Bademantel und Sonnenbrille zur Nachbarin rauf geklappert (die Cowboystiefel machen beim Gehen enormen Krach) und habe ihre kleine Bar nach Alkoholika durchsucht. Dann wollte ich mit ein paar Flaschen wieder in meine Wohnung… die Nachbarin, die mit aller Kraft versuchte, mich von meinem Vorhaben abzubringen, bat mich nur, wenigstens den Bademantel zu schließen, denn ich hatte sonst nichts an. Aber lustig wie ich gestern war, habe ich Geräusche wie ein Propellerflugzeug gemacht und bin in meine Wohnung gewankt. Vor meiner Wohnungstür ließ ich dann noch meinen Schwanz Propeller spielen, um damit die Nachbarin zu grüßen, die mich vom Stiegenhaus aus beobachtete… was wohl die Alte gesehen haben dürfte…

Witzig… aber ist es nicht schön, wenn so ein altes, verkommenes Rauhbein wie ich weiß,  dass es immer in ein kleines, kuscheliges Nest zurückkehren kann, in dem eine Nachbarin wartet, die sogar manchmal etwas für einen armen, verkaterten Matla kocht und sein vollgerotztes Gewand wäscht?

Ich aas – und das tat dem Kater äußerst wohl:
4 Lammkeulen
1 Salat aus Granatapfel, Kaki (wichtig: Sorte „Sharon“, auch Sharona genannt), grüner Sellerie und Zitrone
1 Schüssel persischen Reis

Kaki, Granatapfel, grüner SellerieLammkeule

Schwedische Grand-Prix-Bombe

Das war eine Wahnsinnsnacht! Weihnachtsfest, gesoffen, gekifft, Blödsinn getrieben, Blödsinn geredet, davongelaufen, aufgeschürft, verklebte Haare,… und ein Grinsen im Gesicht. Ja, ich grinse. Müde, aber ich grinse.

Weihnachtsfestessen:

Hm, sieht eigentlich nicht so aus, wie es geschmeckt hat. Im Lokal war es gestern so finster, dass ich nicht genau erkennen konnte, was ich am Teller hatte. Das Foto klärt einiges auf…

Später bei einem Typen in der Wohnung. Gras besorgen. Er hatte eine Riesenflasche Sekt herumstehen. Während der Eigentümer in seiner Küche nach dem Gras kramte, kam Zweien von uns die Grand-Prix-Idee. Nehmen, schütteln und aufreißen. Nun, mir war’s schon etwas unangenehm, als der Wohnungseigentümer nach dem Knall in sein Wohnzimmer gelaufen kam und zusehen musste, wie der ganze Sekt von der Decke auf unsere Köpfe tropfte. Das Mädchen mit der grünen Strumpfhose spannte in aller Ruhe ihren Regenschirm auf und der kleine Dicke stand unter dem Lampenschirm und fing mit seiner Bierdose ein kleines Rinnsal ab.
Nach einem kurzen Theater wegen der Sauerei zogen wir weiter – dem Sonnenaufgang entgegen. Viele denkwürdige Dinge passierten noch, doch hier ist nicht der Ort, um sie zu erzählen.

Und nun – nach einem kurzen Nickerchen – habe ich fast eine ganze Schachtel Schwedenbomben hinter mir. Der Magen gurgelt und gibt seltsame Geräusche von sich.
Nochmal schlafen.

Ich aas:

Wicki Maginot

>> zum Anfang der hirnrissigen Geschichte

In  meinem Gehirn begannen sich die Räder zu drehen. War das plausibel? Ha? War es das? War es das? Ich stand vor dem Haus meiner Mutter…  und sie war gerade dabei, mich  zu erschießen?
„In was für einer Welt leben wir, in der Mütter auf ihre leiblichen Kinder schießen!“, rief ich dem Gewehrlauf entgegen.
„Augustin! Uhhhuuuu! Hinter dir! Lauf weg, Spatzerl! Du stehst vor dem falschen Haus!“
Shit.
Ich ging in Deckung und lief aus dem Schussfeld – oder hoffte es zumindest.
„Wohin, Mutter?“ Im geduckten Zustand sah ich nicht, wohin ich rannte.
„Links! Jetzt rechts, nein, doch lieber links! Jetzt gerade aus! Nein, Augustin! Was habe ich gerade gesagt! Schneller! Spring über das Auto! Jetzt über den Gartenzaun! Nein, warte! Ja, jetzt!“
Das, was meine Mutter Gartenzaun nannte, entsprach eher  der Maginot-Linie. Stacheldraht, Glasscherben, verreckte Ratten, es war die Hölle. Völlig zerschunden, zerkratzt und außer Atem hockte ich schließlich hinter einem Strauch im Garten meiner Mutter und spähte auf die andere Straßenseite.
„Du solltest dich von einem Taxi immer genau vor das Haus fahren lassen, mein Schatz.“
Die Gefahr war wohl vorüber. Ächzend erhob ich mich und drehte mich um. Da stand sie nun, meine Mutter persönlich. In voller Größe, breitbeinig und die Arme in die Hüften gestemmt. Sie sah nicht viel anders aus als das letzte Mal, da ich sie gesehen hatte. Grinsend blickte sie von der Veranda auf mich herab. Ich wollte gerade etwas sagen, als ich aus dem Haus seltsame Klopfgeräusche immer näher kommen hörte.

>> und lustig weiter

Ich aas:
1 Käse
1 Wicki-Croissant