Kletzensau

Weihnachten ist die Zeit des Kletzenbrotes. Für mich zumindest. Ich esse es und jeder Bissen fördert neue Kindheitserinnerungen, weihnachtliche, zu Tage. Erinnerungen, die tief vergraben lagen, quasi in Sicherheit, und die besser vergraben liegen hätten bleiben sollen… wie der Vattern im Advent das Kletzenbrot am Tisch teilte… und wie er später in der Dunkelheit mit den Resten und anderem alten Brot in den Stall ging… und wie er rechts rüber die Schweine mit dem alten Brot fütterte und links den durchgefrorenen, nicht minder grunzenden Knechten das Kletzenbrot zuwarf… wie er dann die fetteste Sau tätschelte und den Knechten mit seiner rechten Faust und blitzenden Augen drohte… er hat die Knechte wortwörtlich zur Sau gemacht.
Ja, so etwas fehlt einem in der Stadt.

Und so aas ich – vom Geist der vergangenen Weihnachten beseelt:
1 Kletzenbrot

In der neuen Anstalt

Meine Welt gerät aus den Fugen. Die letzte Woche war noch in Ordnung. Ich lungerte daham herum, öffnete erst nach Sonnenaufgang die Augen und wenn es die Nachbarin wagte, mich bei Dunkelheit zu wecken, murmelte ich nur: „Greif mich noch einmal an und ich bring dich um. Ich schwörs dir.“. Und schlief seelenruhig weiter. Ja, eine herrliche Zeit.

Nun ist alles anders. Die nächsten Monate werde ich in einer neuen Anstalt verbringen, seit gestern – ich weiß noch nicht, worums geht. Die Räumlichkeiten und die Ausstattung sind nicht mehr so unmenschlich wie im Rattenloch, doch wo der Haken ist, muss ich erst herausfinden.
Gestern wurde ich in dieser neuen Anstalt gezwungen die „Kollegen“ kennen zu lernen. Ich murrte nur: „Muss das sein?“ Ein Ostling, ein lichtensteiner Vorarlberger aus der Schweiz und steirischer Apfelbaum. Drei an der Zahl, drei (sic!), die mit mir in einer Zelle sitzen. Ich weiß nicht, wie lange ich das durchhalte.

Gestern aas ich ein Menü in einer feinen billigen Gaststube:
1 Rahmcremesuppe
1 Letschokotelett

Ich war so von dem Riesenarsch der Kellnerin abgelenkt, dass ich auf das Foto vergessen habe. Vielleicht gehe ich da heute wieder hin.

Zweifach-Noseland-EKG

„Wo sind die Nutten?“, eröffnete der königliche Zinken Bruno Schlatter, bevor er mir noch die Hand geschüttelt hatte – meine Checkliste war ihm also bekannt.
„Hier hast du mal ein Bier, Alter“, antwortete ich und freute mich über die großartige Nase.
Wir waren uns auf Anhieb sympathisch, ja, soviel steht fest: zwei leuchtende Herrscher, den Göttern gleich (und doch dem Teufel nicht unähnlich), geliebt und angebetet von ihren Untertanen, das Volk, es folgt den Erlauchten treu und ergeben in die Dunkelheit, die da kommen mag. Siehe! Unsere beiden beherzten Helden, heroisch, Kämpfer!, wild im Sturm des Lebens und leblos im Tod: Bruno Schlatter, der König von Noseland, die Nase der Nasen, umringt von Ministern, und Augustin Matla, Gottvater in Umamatlarumma, Herrscher aus dem Weltall, umringt von Bauchfett.

Noch ein kleines Speichelschmeichelschleimgedicht des göttlichen Barden:

Das Gipfeltreffen der beiden
trägt Früchte nicht bescheiden.
Das Video wird gemacht
und viel dabei gelacht.
Denn eines weiß man ja vom Schlatter:
den Schmäh und den Witz dafür hat er!

Ich aas:
2 EKGs
1 Apferl

Putzland XIIIII

Hier gehts zum Anfang der Geschichte

Vor den vor Schrecken weit aufgerissenen Augen des kleinen Gimp breitete sich nun das Schwanz- und Fotzenland in seiner ganzen Verrecktheit aus. Die Kinnlade des kleinen Gimps zuckte auf und ab, man wußte nicht, ob er etwas sagen wollte oder ob er mit diesen Bewegungen versuchte, mehr Sauerstoff in seinen Körper zu pumpen. Er wankte.
Der kleine Gimp sah von seinem Hügel aus Tausende von herumwuselnden Beidln und Fudna, die scheinbar ohne Ziel hin und her rannten, sich gegenseitig anrempelten, anschnauzten. Keiner der Beidln oder Fudna sah glücklich aus. Der Boden des ganzen Tals war überseht von Urin- und Spermalachen, unzählige kleine Hügel aus altem, bröseligem Smegma lagen dazwischen, und viele wilde Hurenböcke jagden durch die Landschaft und verwüsteten das, was noch nicht verwüstet war. Immer wieder bemerkte der kleine Gimp kleine Fontänen, die hochschossen, als ob versehentlich Wasser aus einem halbverschlossenen Gartenschlauch spritzen würde. Erst nach und nach erkannte der kleine Gimp, was da vor sich ging. Die Beidln und Fudna des Schwanz- und Fotzenlandes pissten einfach wie und wo es ihnen passte! Fontänen aus Urin! Und da! Auf einem kleinen Hügel in der Mitte des Tales kauerten Rex Phallus und Regina Vagina und klammerten sich aneinander fest. Sie hatten Angst, die Beidln und die Fudna waren ihnen nicht mehr wohlgesonnen. Die Zustände im Schwanz- und Fotzenland waren für alle Bewohner schier unerträglich geworden.
Tränen stiegen dem kleinen Gimp in die Augen. Nicht wegen des erbarmungslosen Gestankes, nein, diese armen Geschlechtsteile taten ihm leid! Er blickte auf seine Reisebegleitung. Der Putzteufel und die anderen zehn Beidln waren ganz klein, hingen mit eingezogenen Köpfen herum, in sich zusammengefallen. Offensichtlich schämten sie sich.
„Seid frohen Mutes, ihr Beidln!“, begann der kleine Gimp, während er sich sein Putzzeug anzog, „Lasset uns nicht verzagen in Tagen der Dunkelheit, sondern auf den neuen Morgen warten, der neue Hoffnung bringen mag. Stehet auf, mit erhobenem Haupte! Streichet euch das Schamhaar zurecht, wischet euch die Tränen aus der Harnröhre! Auf auf! Zu neuen Taten!“ Als Bestätigung ließ der kleine Gimp die Gummihandschuhe schnalzen.

Weiter zu Teil 16

Lesen Sie morgen, wie Rettung für das Schwanz-  und Fotzenland nahte!

Ich aas:
1 Sack mit Ouzokeksen

Liebe ist…

…, wenn sie aus dem Magen kommt. Lieb, gell? Dazu die passende Geschichte:

Matla und seine Nachbarin fahren mit dem Auto. Draussen ist es kalt, die Fenster sind geschlossen und die Heizung voll an. Die Nachbarin ist schon fast am Einschlafen, als Matla plötzlich furzt. Ein leiser Furz, etwas feucht, unbemerkt in der Dunkelheit. Da schreckt die Nachbarin plötzlich hoch:
„Du lieber Himmel! Was ist das für ein Gestank? Hast du Brokkoli gegessen?“
„Jop.“
„Das ist ja widerlich! Bleib sofort stehen!“, schreit die Nachbarin etwas hektisch. Ihre Gesichthaut hat mit einem Schlage eine grüngelbe Farbe.
Matla stoppt das Fahrzeug, die Nachbarin reißt die Beifahrertür auf und übergibt sich lauthals. Ein paar Tauben flattern quietschend davon.
Matla lacht herzlich und sagt: „Jaja, Liebe geht durch den Magen.“

Ich aas:
1 Kübel Liptauer
1 Brot

Törnbericht Golf von Korinth 2009 – Teil III

>> hier gehts zum Anfang dieses Törnberichts: Törnbericht Golf von Korinth 2009 – Teil I

Am Mittwoch, dem 23. September 2009, gingen wir in aller Ruhe frühstücken. Der lustige Wirt verkaufte uns frischen Fisch. Somit stand das Tagesziel fest: eine Bucht zu suchen und am Lagerfeuer den leckren Fisch zu grillen hieß es.
Spät am Vormittag brachen wir auf und fuhren in die Nachbarbucht bei Antikyra. Eine kuschelige, schöne Bucht war schnell gefunden – lediglich ein paar seltsame blaue Metallkonstruktionen standen am Strand herum. Wir ankerten, fuhren mit dem Dinghi zum Strand und entfachten mit herumliegendem Holz ein kleines Feuer. Den Fisch nahmen wir aus, entschuppten ihn und marinierten ihn volltrunken.

Wichtig: Nicht zur Nachahmung empfohlen. Offenes Feuer ist strengstens verboten.

Nach einer kleinen Strandparty gingen wir schlafen. Wir hatten am nächsten Tag nämlich eine lange Strecke zu fahren und wollten zeitig los.

Donnerstag, 5 Uhr morgen, Dunkelheit. Der Anker wurde eingeholt und gleich gings los. Die Sonne wurde ungefähr um 7:30 Uhr mit „Waiting for the sun“ von den Doors begrüßt. Gegen 14:00 Uhr kamen wir beim Kanal von Korinth an. Wir tümpelten vor der Brücke, die die Zufahrt versperrte, etwas herum und meldeten uns dann über Funk auf Kanal 11. Kurze Zeit später versenkte sich die Brücke im Wasser und wir bekommen über Funk die Genehmigung für die Einfahrt in den Kanal von Korinth.

Der Kanal von Korinth ist eine Miniaturausgabe des Kanals von Panama. Länge 6,3 Kilometer und 25 Meter breit. Auf der Ostseite des Kanals mußten wir die Gebühr entrichten. 180,- Euro. Der Kanal von Korinth ist der teuerste Kanal der Welt, wenn man den Preis auf Meter umrechnet.

Danach hielten wir auf Salamis zu. Dort wollten wir unsere letzte Nacht auf See verbringen. Laut „Greek Water Pilot“ sollte dort im Westen in der Bucht bei Kanakia eine Ankerbucht sein. Da es kaum Wind gab, fuhren wir unter Motor an Öltankern und Raffinerien auf Salamis zu.
Und die Bucht, die wir dort fanden, übertraf alle unsere Erwartungen. Wir rechneten wegen der nahen Industrie mit schmutzigem Wasser und eine häßlichen Gegend, doch diese Bucht erwies sich als die schönste unseres ganzen Törns.  Fischer tuckerten herum, boten uns Fische an, das kleine Örtchen Kanakia erstrahlte golden in der untergehenden Sonne und das vorgelagerte Inselchen lud auf einen Ausflug mit dem Dinghi ein. Hier siehst du dieses Inselchen:

Ich machte mich mit der Nachbarin auf den Weg in den Ort. Wir hatten kaum Alkohol mehr und die Zigaretten waren fast alle. Das einzige Geschäft, das es im Ort gab, fanden wir geschlossen vor, doch auf dem Weg dorthin, hat uns jeder, den wir nach dem Weg gefragt haben, etwas geschenkt. So kehrten wir mit allem, was das Herz begehrte, aufs Boot zurück: zwei Plastikflaschen Wein und zwei halbe Packungen Zigaretten.

Der nächste Tag war wie immer der traurigste. Wir fuhren in den Zielhafen. Alimou-Marina, Kalamaki, Athen. Zwar konnten wir noch schön segeln, doch es kam keine rechte Freude dabei auf. Am Abend machten wir noch Bootsübernahme, schliefen noch am Schiff und am nächsten Tag am Morgen trat jeder für sich die Heimreise an.

Fazit: ein Törn im September hat schon etwas für sich. Das Wasser hat Badewannentemperatur und du bist allein. Häfen, Buchten, alles leer. Schade ist nur, daß man schon merkt, wie kurz die Tage sind.

UND DANN! Ja dann begann meine Heimreise mit der Eisenbahn. Und das ist eine Geschichte für sich! Die erzähle ich dir nächste Woche.

Schönes Wochenende

mytoern.net

Fish’n’Chips an der Tür

GRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNGGGGG! Ein schrilles Läuten durchbrach die stickige Ruhe. Mein rechtes Augenlid begann zu zucken, sonst keine Reaktion. Wo war ich? Hatte ich schon geschlafen? Welches Jahr schrieben wir?
Seit gestern saß ich in diesem Schaukelstuhl, soweit ich mich erinnern konnte, und starrte aus dem Fenster, unfähig zu nur irgendwas. Es war ein katatonischer Zustand. Körper und Geist am Nullpunkt. Eigentlich ein Nichtzustand. Erst langsam nahm ich selbst und die Dinge um mich Form und Inhalt an. Ein halbtote Fliege am Fenster, ein unangenehmer Schmerz im Rücken, ein Stechen in der Brust und ein scharfer Geruch in der Nase.
GRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNGGGGG! Mann! Ich schwörs dir! Hätte ich den roten Knopf in der Hand gehabt, den einen Knopf, der die Atombomben auf Wien fallen läßt, dann hätte ich ihn genau JETZT gedrückt.  Diese verdammte Glocke. Greis, der ich bin, quälte ich mich mit knackenden Knochen aus dem Stuhl und schlapfte zur Tür. Im Vorbeigehen wollte ich noch das Katana ergreifen, meine Hand verfehlte es allerdings und für einen zweiten Versuch war ich zu müde. Die Mühe durch den Türspion zu sehen, machte ich mir erst gar nicht. Ich öffnete die Tür, sie war ohnehin nicht versperrt und ließ sie langsam aufgleiten. Am Gang war es dunkel, meine Augen versagten, ich erkannte nichts.
„Bin ich tot?“, schrie voll Bitternis ich in die Dunkelheit.
„Na! Aussehen tust du ja schon so! Hallo, Matla!“, sagte eine fröhliche Stimme mit beunruhigend motiviertem Unterton. Die Nachbarin hopste zur Tür herein, mit einem pfiffigen Grinsen im Gesicht.
Langsam ließ ich die Tür wieder ins Schloß fallen, als ich spürte, wie mir eine Träne über die Wange lief.
„Warum kann ich nicht tot sein?“, sagte ich leise zu mir selbst. Ich drehte mich um, die Nachbarin war nicht zu sehen. Ich stapfte ins Zimmer. Sie stand in der Küche.
„Komm schon, Matla! Laß dich nicht so gehen, du Jammerlappen! Du tust ja grad so, als würde die Welt untergehen!“
„Was…. stinkt…?“, brachte ich mit Mühe hervor in der Hoffnung, sie würde mich auch so verstehen.
„Ich habe dir Thunfischpizza und ein paar Pfefferoni gebracht! Selbstgemacht! Die ist noch von gestern übrig. Den Teig habe ich gekauft und den Rest selbstdraufgetan. Schau, kannst du haben!“
Ziemlich verzweifelt sah ich zuerst auf die Pizza, hob dann ohne ein Wort einen fast leeren Sack Chips vom Boden auf und belegte mit den darin enthaltenen Resten die Pizza. Die Nachbarin sah mir ganz interessiert zu und kicherte dazwischen immer wieder. Erst als ich ein Foto von der Pizza machte, verdrehte sie stöhnend die Augen.

So sah das aus und ich muß leider zugeben, daß es nicht schlecht war:

Man erkennt es kaum und man glaubt es kaum.